Drei Neulinge im MDAX, dabei ein Rüstungsunternehmen, ersetzen drei Absteiger.
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Drei Neulinge im MDAX, dabei ein Rüstungsunternehmen, ersetzen drei Absteiger.

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Murat Örs

Ab dem 24. März 2025 begrüßt der MDAX, der Index mittelgroßer börsennotierter Unternehmen in Deutschland, mit Renk Group AG, flatexDEGIRO AG und DWS Group drei neue Unternehmen. Im Gegenzug steigen Siltronic, Schott Pharma und Hypoport in den SDAX absteigen. Solche Anpassungen erfolgen durch die Deutsche Börse, basierend auf Kriterien wie Marktkapitalisierung und Streubesitz. Im Folgenden schauen wir uns die Neuzugänge einmal genauer an.

 

Renk Group AG: der größte Profiteur der Zeitenwende

Die Renk Group AG aus Augsburg ist ein traditionsreicher Rüstungs- und Technologiezulieferer, der vor allem hochleistungsfähige Getriebe und Antriebssysteme herstellt – unter anderem für Kampfpanzer (Leopard 2), Schützenpanzer (Puma, Bradley) und Marinefahrzeuge. Renk profitiert stark von der politischen Entscheidung, die Verteidigungsausgaben massiv zu erhöhen und gilt als größter Gewinner unter den MDAX-Aufsteigern. Das Unternehmen befand sich über Jahre hinweg im Besitz von außerbörslichen Investmentgesellschaften (Private-Equity-Besitz), ist erst 2024 zurück an die Börse gekommen und bereits wenige Monate nach dem Börsengang nun vom SDAX in den MDAX aufgestiegen.


Renk konnte im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 926 Millionen Euro erzielen und diesen somit gegenüber 2022 um neun Prozent steigern. Der Auftragseingang erreichte mit einem Umfang von knapp 1.3 Milliarden Euro ein Rekordniveau, der Auftragsbestand lag bei 4.6 Milliarden. Diese Zahlen unterstreichen die starke Nachfrage, insbesondere aus dem Verteidigungssektor. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg 2023 leicht auf 150 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2024 peilte Renk rund eine Milliarde Euro Umsatz an. Dieses Ziel realisierten sie erstmals mit einem Jahresumsatz von 1.1 Milliarden Euro. Dieser Erfolg senkte das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 28 im Jahr 2023 nun auf ein KGV von 15 für das Jahr 2024.


Tatsächlich hat Renk ambitionierte Wachstumspläne: Organisch will man den Umsatz mittelfristig auf zwei Milliarden Euro hochschrauben und hierbei jährlich um etwa 15 Prozent zulegen. Zusätzlich stehen Übernahmen im Verteidigungsbereich im Raum , um die globale Marktführerschaft bei Militär-Antrieben weiter auszubauen. Für diese Übernahmen möchte das Unternehmen rund 380 Millionen Euro aufwenden.


Über 70 Armeen weltweit nutzen Renk-Technologie, von Deutschland und Frankreich über Israel bis Südkorea. Die sicherheitspolitische Lage treibt die Investitionspläne vieler Länder stark an, was Renk volle Auftragsbücher beschert. Gleichzeitig expandiert das Unternehmen mit neuen Produktionsstandorten weltweit.

flatexDEGIRO AG: Wachstumswert dank Zinsumfeld

Die flatexDEGIRO AG ist Europas führender Online-Broker für Privatanleger mit über drei Millionen Kundenkonten in 16 Ländern. Entstanden aus der Fusion der deutschen Flatex und der niederländischen DEGIRO, betreibt das Fintech eine volldigitale Handelsplattform für Aktien, Exchange Traded Funds (ETFs) und andere Wertpapiere. In den vergangenen Jahren wuchs flatexDEGIRO rasant durch den Boom der Neo-Broker, die sich durch ein geringeres Angebot und niedrige respektive keine Transaktionsgebühren auszeichnen. Nach einer rückläufigen Handelsaktivität im Jahr 2022 hat das Unternehmen 2023 wieder Rekordzahlen geschrieben.


Trotz des schwierigen Marktumfelds verbuchte flatexDEGIRO 2023 den zweitbesten Jahresabschluss der Firmengeschichte. Der Umsatz stieg auf 390.7 Millionen Euro. Dabei ging das Provisionsgeschäft wegen geringerer Handelsfrequenz leicht zurück, doch höhere Zinserträge fingen dies mehr als auf: Durch das Zinsumfeld schnellten die Zinseinnahmen um 91 Prozent auf 136 Millionen Euro nach oben. Für 2024 erwartet der Vorstand erneut deutliche Zuwächse. Nach Bereinigung einer Sonderprüfung der Bafin und dem Abschluss des Mandats eines Sonderbeauftragten Ende 2024 präsentiert sich flatexDEGIRO finanziell robust. Die Kernkapitalquote lag 2024 über 30 Prozent, was erstmals Spielraum für Aktionärsausschüttungen in Form einer kleinen Dividende sowie ein Aktienrückkaufprogramm schaffte.


Durch Kundeneinlagen in Höhe von über 70 Milliarden Euro generieren Zinsüberschüsse enorme Einnahmen, die im Jahre 2023 fast ein Drittel des Umsatzes ausmachten. Davon sollte das Unternehmen auch weiterhin profitieren.


Somit schaffte es die flatexDEGIRO AG ihren Umsatz im Jahr 2024 auf 480 Millionen Euro zu erhöhen und damit einen Zuwachs von 23 Prozent zu erwirtschaften.

 

DWS Group: globaler Vermögensverwalter auf Kurs

Die DWS Group ist einer der größten Vermögensverwalter Deutschlands und war bis 2018 integraler Bestandteil der Deutschen Bank. Heute ist DWS als eigenständige, börsennotierte Fondsgesellschaft aktiv, wobei die Deutsche Bank mit rund 80 Prozent weiterhin Hauptaktionär ist. DWS bietet ein breites Spektrum an Investmentlösungen – von klassischen aktiv gemanagten Fonds über ETF-Angebote (Xtrackers) bis zu alternativen Anlagen wie Immobilien. Mit über 60 Jahren Erfahrung und einer starken Marke verwaltet DWS Gelder institutioneller und privater Anleger rund um den Globus.


Analysten erwarteten für 2024 einen Gewinnanstieg auf rund 640 Millionen Euro. DWS schüttet zudem eine attraktive Dividendenrendite von rund sechs Prozent aus. Das aktuelle KGV liegt bei etwa zwölf, was verglichen mit internationalen Wettbewerbern moderat ist. Im Jahr 2023 erzielte DWS einen bereinigten Umsatz von rund 2.60 Milliarden Euro. Aufgrund schwieriger Marktbedingungen sanken die Managementgebühren leicht, doch insgesamt blieb die Ertragslage solide. Und trotzdem konnte das Unternehmen im Jahr 2024 die Nettozuflüsse auf 32.9 Milliarden Euro steigern und somit zum Vorjahr verdoppeln und seine Stärke beweisen, trotz schwieriger Zeiten organisch weiterzuwachsen. Diese Kapitalzuflüsse spülten dem Unternehmen nicht nur ein neues Rekordhoch an verwaltetem Vermögen in Höhe von einer Billion Euro ein. Es spiegelte sich ebenfalls in den Umsätzen wider: Die DWS Group verzeichnete im Jahr 2024 einen bereinigten Umsatz in Höhe von 2.7 Milliarden Euro und einen Gewinn von 951 Millionen Euro.

 

Die Absteiger: Siltronic, Schott Pharma und Hypoport

Die drei Neulinge im MDAX verdrängen die bisherigen Indexmitglieder Siltronic, Hersteller von Siliziumscheiben für die Chipindustrie, Schott Pharma, Spezialist für pharmazeutische Verpackungen und Hypoport, Betreiber einer Plattform für Immobilienfinanzierungen. Alle drei wechselten zum 24. März in den SDAX (Small Cap Index). Alle drei haben zuletzt an relativer Marktkapitalisierung eingebüßt oder erfüllen andere Kriterien nicht mehr ausreichend.


Für Anleger bedeutet dies, dass der MDAX nun noch diversifizierter aufgestellt ist. Die Veränderungen erfolgen automatisiert. Fest steht: Die MDAX-Neuzugänge 2025 bieten reichlich Potenzial und neue Chancen. Wir analysieren täglich in unserem DAX40 Paket alle Einzelwerte aus dem deutschen Leitindex.

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Murat Örs

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