Das Wichtigste in Kürze:
- Rollins wächst seit 99 Quartalen in Folge beim Umsatz.
- Mehr als 2.8 Millionen Kunden setzen weltweit auf die Marken des Konzerns.
- Nach dem kräftigen Kursrutsch 2026 rückt die Aktie neu in unseren Fokus.
Kakerlaken, Termiten und Ratten klingen zunächst nicht nach einem Geschäftsmodell, das Anlegerherzen höherschlagen lässt. Für Rollins sind sie allerdings seit Jahrzehnten ein Milliardengeschäft. Hinter dem US-Konzern steckt eines der größten Schädlingsbekämpfungsunternehmen der Welt.
Mit Rollins zieht damit unsere erste Ekel-Aktie ins Hype-Paket ein. Doch so unappetitlich das Geschäft auch klingen mag, die Zahlen sehen alles andere als schäbig aus: Wiederkehrende Umsätze, starkes organisches Wachstum und eine langjährige Übernahmestrategie machen den Schädlingsbekämpfer zu einem spannenden Neuzugang.
Rollins: Scheinbar mehr als nur Ungeziefer
Dem deutschen Otto Normalverbraucher, der es in seinem Alltag höchstens einmal mit einer Feldmaus oder Küchenschabe zu tun bekommt, dürfte Rollins kaum ein Begriff sein. Dabei steckt hinter dem US-Konzern einer der größten Schädlingsbekämpfer der Welt. Der US-Konzern ist auf die Bekämpfung und Prävention von Schädlingen spezialisiert und betreut heute mehr als 2.8 Millionen Privat- und Geschäftskunden. Das Angebot reicht von klassischer Schädlingsbekämpfung gegen Kakerlaken, Ameisen oder Nagetiere bis hin zum Schutz vor Termiten und weiteren Dienstleistungen rund um Gebäude und Grundstücke.
Rollins bekämpft Schädlinge von Kakerlaken bis zu Nagetieren.
Dabei tritt Rollins nicht ausschließlich unter eigenem Namen auf. Zum Konzern gehören zahlreiche spezialisierte Marken wie Orkin, HomeTeam Pest Defense, Critter Control, Western Pest Services und Fox Pest Control. Mit mehr als 850 Standorten ist das Unternehmen inzwischen auf sechs Kontinenten vertreten. Was einst als amerikanisches Geschäft begann, ist damit zu einem internationalen Dienstleistungskonzern mit einem Milliardenumsatz herangewachsen.
Vom Radioimperium zum Schädlingsjäger
Dabei hatte das heutige Geschäft von Rollins ursprünglich überhaupt nichts mit Insekten oder Nagetieren zu tun. Das Unternehmen wurde 1948 als Rollins Broadcasting gegründet und war zunächst im Radio- und Fernsehgeschäft aktiv. Der entscheidende Schritt folgte 1964. Die Brüder O. Wayne und John Rollins kauften für 62.4 Millionen US-Dollar den Schädlingsbekämpfer Orkin. Bemerkenswert daran: Rollins selbst erzielte damals gerade einmal rund 9 Millionen US-Dollar Umsatz.
Bevor Rollins zum Schädlingsbekämpfer wurde, war der Konzern im Rundfunkgeschäft tätig.
Orkin brachte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als sechs Jahrzehnte Erfahrung mit. Firmengründer Otto Orkin hatte 1901 damit begonnen, Rattengift von Tür zu Tür zu verkaufen. Aus dem kleinen Geschäft entwickelte sich über Jahrzehnte einer der bekanntesten Namen der amerikanischen Schädlingsbekämpfung. Für Rollins wurde die Übernahme schließlich zum Wendepunkt. 1965 erhielt der Konzern seinen heutigen Namen, 1968 wechselte die Aktie an die New York Stock Exchange.
Ein Geschäft, das immer wiederkommt
Das Besondere an Rollins ist allerdings weniger die ungewöhnliche Unternehmensgeschichte als die Struktur des Geschäfts. Der Konzern bekämpft Schädlinge bei Privatkunden und Unternehmen, schützt Gebäude vor Termiten und bietet weitere Dienstleistungen rund um Schädlingskontrolle und Wildtiere an. Viele dieser Leistungen werden nicht einmalig verkauft. Kunden schließen Verträge ab und erhalten monatlich, alle zwei Monate oder quartalsweise entsprechende Services. Auch bei Termiten verdient Rollins über regelmäßige Kontrollen und Wartungsleistungen immer wieder am selben Kunden.
Mit Übernahmen baut Rollins sein Geschäft mit der Schädlingsbekämpfung kontinuierlich aus.
Damit hat sich der Konzern eine vergleichsweise gut planbare Einnahmebasis aufgebaut. Gleichzeitig wächst Rollins seit Jahrzehnten durch eine Mischung aus eigener Expansion und Übernahmen. Heute ist das Unternehmen mit mehr als 850 Standorten auf sechs Kontinenten vertreten. Der Markt bietet weiterhin reichlich Platz: Rollins beziffert allein den relevanten Markt für Schädlingsbekämpfung auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar.
99 Quartale Wachstum: Rollins kennt kaum Stillstand
Wie konstant dieses Geschäftsmodell funktioniert, zeigt eine ungewöhnliche Serie. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Rollins seinen Umsatz zum 99. Quartal in Folge. Die Erlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7.9 Prozent auf knapp 1.08 Milliarden US-Dollar. Organisch, also ohne den zusätzlichen Umsatz durch Zukäufe, betrug das Wachstum 5.7 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr setzte Rollins bereits knapp 2 Milliarden US-Dollar um, 8.9 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auch auf längere Sicht fällt die Entwicklung auf. 2025 erreichte Rollins mit 3.76 Milliarden US-Dollar einen neuen Umsatzrekord und verbuchte damit bereits das 24. Jahr mit steigenden Erlösen in Folge. Gegenüber 2024 entsprach das einem Plus von 11 Prozent. Besonders stark entwickelten sich Termitenbekämpfung und ergänzende Dienstleistungen mit einem Umsatzanstieg von rund 14 Prozent.
Wachstum durch Zukäufe: Rollins sammelt Schädlingsbekämpfer
Ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte sind Übernahmen. Rollins kauft seit Jahrzehnten gezielt regionale Schädlingsbekämpfer und erschließt sich damit neue Märkte und bestehende Kundenstämme. Statt Wachstum ausschließlich aus eigener Kraft voranzutreiben, hat der Konzern Zukäufe damit zu einem festen Bestandteil seiner Expansionsstrategie gemacht.
Regelmäßige Schädlingskontrollen sorgen bei Rollins für wiederkehrende Umsätze.
Wie konsequent Rollins dabei vorgeht, zeigt die Übernahme von Saela im April 2025. Rund 207 Millionen US-Dollar zahlte der Konzern für den Schädlingsbekämpfer, der zu diesem Zeitpunkt in neun US-Bundesstaaten aktiv war und mehr als 65 Millionen US-Dollar Jahresumsatz erzielte. Und die Einkaufstour geht weiter: Allein im zweiten Quartal 2026 investierte Rollins weitere rund 117 Millionen US-Dollar in Übernahmen.
Rekordgeschäft, aber die Aktie stürzt ab
Operativ läuft es bei Rollins rund, an der Börse ist dagegen seit Monaten der Wurm drin. Nachdem die Aktie im Februar 2026 noch ein 52-Wochen-Hoch von 66.14 US-Dollar erreicht hatte, ging es anschließend steil bergab. Zeitweise verlor der Titel mehr als 45 Prozent an Wert. Höhere Personal-, Versicherungs-, Fuhrpark- und Materialkosten belasteten die Profitabilität. Hinzu kam eine schwächere Nachfrage in Teilen des Privatkundengeschäfts. Vor allem Marken, die stärker auf Suchmaschinen, digitale Werbung und eingehende Kundenanfragen angewiesen sind, bekamen das schwierigere Umfeld zu spüren.
Damit treffen aktuell zwei völlig unterschiedliche Entwicklungen aufeinander: Ein Unternehmen, das weiterhin wächst und seit fast 25 Jahren keinen Umsatzrückgang auf Jahressicht erlebt hat, trifft auf eine Aktie, die 2026 massiv an Wert verloren hat.
Ist die Rollins-Aktie nach diesem Kurssturz jetzt wieder bereit, nach oben zu krabbeln?
Rollins neu im Hype-Paket: Ist der Schädlingsjäger jetzt reif fürs Comeback?
Genau deshalb nehmen wir Rollins neu in unser Hype-Paket auf. Der Titel ergänzt unsere Auswahl um einen international aufgestellten Dienstleistungskonzern mit hoher Kundenbindung, wiederkehrenden Erlösen und einer konsequenten Übernahmestrategie. Gleichzeitig befindet sich die Aktie nach ihrem massiven Rücksetzer in einer charttechnisch besonders interessanten Ausgangslage.
In unserem Hype-Paket beobachten wir Rollins ab sofort gemeinsam mit 14 weiteren Aktien, die einer regelmäßigen Rotation unterliegen. Die Prognosen basieren auf der Elliott-Wellen-Analyse und liefern Ihnen präzise Zielzonen, die klar sichtbar machen, wann Einstiege, Ausstiege oder Anpassungen einer Position sinnvoll sein können. Ob Rollins nach dem Absturz tatsächlich vor einem neuen Aufwärtstrend steht, begleiten wir ab sofort in unseren täglichen Analysen.
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