Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal 2025 einen Nettogewinn von rund zwei Milliarden Euro erzielt, so viel wie seit 14 Jahren nicht mehr. Möglich wurde das durch zwei Faktoren: Die Einnahmen sind deutlich gestiegen und zugleich wurden Ausgaben eingespart. Dieses starke Ergebnis legt nahe, dass die Deutsche Bank gut aufgestellt ist, um ihre Jahresziele zu erreichen.
Deutsche Bank mit Top-Quartal
Die Deutsche Bank ist geschäftlich gut unterwegs: Der Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres um 39 Prozent auf 2.8 Milliarden Euro. Die Nettoerträge, also der Umsatz, legten ebenfalls um zehn Prozent auf 8.5 Milliarden Euro zu. Der Gewinn nach Steuern, also der Nettogewinn kletterte auf runde zwei Milliarden Euro.
Das beste Quartal seit 14 Jahren: Die Deutsche Bank konnte ihren Umsatz um zehn Prozent und den Gewinn um über 40 Prozent steigern.
"Unser bestes Quartal seit 14 Jahren, erzielt durch Umsatzwachstum und diszipliniertes Kostenmanagement, zeigt, dass unsere Strategie funktioniert", kommentierte CEO Christian Sewing die Zahlen. Besonders positiv stach das Investmentbanking hervor: Mit einem Gewinn von 1.5 Milliarden Euro vor Steuern (+22 Prozent im Jahresvergleich) war es erneut der größte Ertragsbringer. Auch das Privatkundengeschäft konnte deutlich zulegen: Der Vorsteuergewinn stieg hier um 43 Prozent auf 490 Millionen Euro.
Fortschritte bei Effizienz und Stabilität
Das Kostenmanagement, das DEO Christian Sewing positiv hervorhob, schlug sich auch in den Quartalszahlen nieder: Die Deutsche Bank reduzierte ihre operativen Kosten um zwei Prozent auf 5.2 Milliarden Euro. Das Verhältnis von Kosten zu Einnahmen verbesserte sich von 68,2 Prozent im Vorjahr auf 61,2 Prozent und liegt damit klar im Zielkorridor für das Jahr 2025. Das bedeutet, dass die Deutsche Bank ihre Einnahmen steigern konnte, während die Kosten sanken.
Zu beobachten war die Effizienzsteigerung besonders bei den nicht-operativen Kosten, die um 64 Prozent auf 93 Millionen Euro sanken. Darunter fallen etwa Restrukturierungskosten oder Sparprogramme. Auch die Kapitalausstattung bleibt stabil: Die harte Kernkapitalquote, die angibt, wie widerstandsfähig die Bank gegen finanzielle Verluste ist, lag auf dem Niveau des Vorquartals.
Anfang April wurde die Aktie der Deutschen Bank abverkauft, erholte sich aber rasch und erreichte unlängst ein neues Mehrjahreshoch.
Auch in Sachen Wirtschaftlichkeit entwickelte sich die Deutsche Bank in den zurückliegenden drei Monaten solide: Die Eigenkapitalrendite erreichte im ersten Quartal 11.9 Prozent und übertraf damit das selbst gesteckte Jahresziel von mehr als 10 Prozent deutlich. Diese Kennzahl gibt an, wie viel Gewinn ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem Eigenkapital erwirtschaftet, und zeigt damit, wie effizient es die eigenen finaziellen Mittel einsetzt.
Insgesamt verzeichnete die Deutsche Bank im ersten Quartal Nettozuflüsse in Höhe von 26 Milliarden Euro in den Bereichen Privatbank und Asset Management. Die verwalteten Vermögenswerte lagen zum Quartalsende bei einer Billionen Euro. Kennzahlen der Liquidität zeigen außerdem: Die Deutsche Bank ist selbst für Krisensituationen gut aufgestellt, die Schulden halten sich in gesunden Grenzen.
Wie steht die Deutsche-Bank-Aktie?
Nach Bekanntgabe der starken Quartalszahlen hüpfte die Aktie der Deutschen Bank auf knapp 24 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit fast zehn Jahren. Schon Ende März hatte das Wertpapier ein Mehrjahreshoch auf ähnliches Kursniveau erreicht, bevor es Anfang April inmitten weltweiter Börsen-Turbulenzen scharf abwärts und kurzzeitig in Richtung der 16-Euro-Marke ging.
Von diesem Abverkauf aber erholte sich die Deutsche Bank ebenso rasch wie kräftig: Seit dem Tief vom 7. April stieg der Kurs um gute 40 Prozent. Analysten bewerteten die starke Entwicklung im ersten Quartal 2025 als Bestätigung der Strategie und der mittelfristigen Ziele. Marktbeobachter sehen offenbarweiteres Potenzial, insbesondere wenn die operative Entwicklung und die Ausschüttungen an Aktionäre wie geplant fortgesetzt werden.
Die jüngste Korrektur sollte überstanden sein, der aktuelle Aufwärts-Impuls hat noch Luft nach oben. Ein direkter Abverkauf unter 9.44 Euro ist alternativ möglich.
Die Deutsche Bank wird für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende von 0.68 Euro je Aktie ausschütten, ein Anstieg um rund 50 Prozent im Vergleich zur Vorjahresdividende von 0.45 Euro. Die Auszahlung erfolgt am 27. Mai 2025, was üblich ist, da Dividenden in der Regel erst nach der Hauptversammlung im Folgejahr beschlossen und ausgeschüttet werden. Neben der erhöhten Dividende plant die Bank 2025 auch Aktienrückkäufe im Umfang von 750 Millionen Euro. Insgesamt sollen so rund 2.1 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückfließen, ein Zeichen für das Vertrauen des Managements in die nachhaltige Ertragskraft der Bank.
Die Umsetzung der Effizienzstrategie schreitet jedenfalls deutlich voran, die Kapitalausstattung ermöglicht weiterhin hohe Ausschüttungen an Aktionäre. CFO James von Moltke betonte: "Wir profitieren von unserer konsequenten Strategieumsetzung, starker Bilanz und Kostendisziplin. Das gibt uns das Vertrauen, unsere Profitabilität nachhaltig zu steigern."
Deutsche-Bank-Aktie: Prognose
Weitere Impulse erwartet die Bank aus ihrer globalen Kundenstrategie, wachsenden Erträgen im provisionsbasierten Geschäft und einer soliden Positionierung in einem geopolitisch komplexen Marktumfeld. Laut unserer Analyse könnte diese Entwicklung an der Börse weiterhin Früchte tragen. Aktuell wähnen wir die Aktie der Deutschen Bank in einer langen Impulswelle, die nach ihrem kürzlichen Ausbruch über den Widerstand bei rund 23 Euro noch deutlich Luft nach oben hat.
Sollte der Kurs stattdessen abverkaufen und das Tief vom 7. April noch einmal nachhaltig unterschreiten, so droht zuvor noch ein neues Korrekturtief. In dieser kurzfristig bärischen Alternative würde sich der impulsive Anstieg (den wir primär schon jetzt erwarten) zeitlich verzögern. An der übergeordneten und längerfristigen Aufwärts-Tendenz des Wertpapiers würde dieser Abverkauf nichts ändern.
Für Anlegerinnen und Anleger bleibt die Aktie der Deutschen Bank also ein spannender Titel im deutschen Aktienindex DAX. Das Papier profitiert von robusten Fundamentaldaten, einer soliden Kapitalbasis und fortschreitender operativer Effizienz. Auch die angekündigten Dividenden- und Rückkaufprogramme sorgen für zusätzliche Attraktivität. Wer die Entwicklung im Blick behalten möchte, findet in unserem DAX40-Analysepaket regelmäßige Analysen und konkrete Zielzonen für lukrative Ein- und Ausstiege.




