DAX-Newsflash: Bayer einigt sich mit Klägern, Porsche und Audi in die USA
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DAX-Newsflash: Bayer einigt sich mit Klägern, Porsche und Audi in die USA

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Carlo Schmid

VW fordert mehr Förderung für private E-Autos

Volkswagen hat im Werk Emden die Auslieferung von 1.5 Millionen E-Autos seiner ID-Reihe gefeiert und gleichzeitig mehr staatliche Unterstützung gefordert. Vertriebsvorstand Martin Sander erklärte, dass derzeit vor allem Unternehmen E-Autos kaufen, da sie steuerliche Vorteile nutzen können. Private Käufer dagegen seien noch zurückhaltend. Deshalb brauche es klare Signale und gezielte Fördermaßnahmen aus der Politik, um die Nachfrage in diesem Bereich zu steigern.

Hintergrund ist die angespannte Lage der deutschen Autoindustrie, die laut Experten den Umstieg auf Elektromobilität verschlafen hat. Frank Schwope von der Fachhochschule des Mittelstands betonte, dass deutsche Hersteller besonders in China an den Wünschen junger Käufer vorbeiproduzieren. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies lobte jedoch die Fortschritte im VW-Werk Emden: Der dort gebaute ID.7 sei ein Beweis für die Stärke der Region und das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland im ersten Halbjahr 2025.

Bayer erzielt Einigung mit 200 Monsanto-Klägern

Die Bayer-Tochter Monsanto hat sich in den USA mit mehr als 200 Klägern im Bundesstaat Washington auf einen Vergleich geeinigt. Die Verfahren drehen sich um den Einsatz von PCB-Chemikalien an einer Schule, die als gesundheitsschädlich gelten. Bayer erklärte, dass die Kosten aus bestehenden Rückstellungen gedeckt seien. Insgesamt hatte der Konzern dafür 530 Millionen Euro zurückgelegt.

Neun Verfahren mit 49 Einzelfällen sind vom Vergleich ausgenommen, da dort bereits Urteile gegen Monsanto vorliegen.

Die Einigung ist Teil einer langen Rechtsgeschichte rund um PCB, eine Chemikalie, die bis in die 1970er-Jahre als Brandschutz in Elektrogeräten und Baumaterialien eingesetzt wurde, inzwischen aber weltweit verboten ist, da sie krebserregend wirkt. Monsanto versucht zudem, frühere Abnehmer der Substanz in Missouri in Haftung zu nehmen, da diese einst zugesagt hatten, für mögliche Rechtskosten aufzukommen.

Chinas Auto-Giganten um BYD umgehen EU-Zölle

Chinesische Autohersteller wie BYD, MG und Lynk & Co. haben einen Weg gefunden, die hohen EU-Strafzölle von bis zu 45 Prozent auf Elektroautos zu umgehen. Statt reine Stromer in die EU zu exportieren, setzen sie zunehmend auf Plug-in-Hybride, die nicht unter die Zollsätze fallen. Allein BYD ließ im ersten Halbjahr 2025 rund 20 000 dieser Fahrzeuge in der EU zu. Ein Anstieg von über 17 000 Prozent. Während reine E-Modelle schwächeln, verzeichnen die Hybride starke Zuwächse.

Die Strategie hat für die Hersteller klare Vorteile: Plug-in-Hybride sind für Käufer günstiger, da die Zollbelastung deutlich niedriger ausfällt. So kostet der BYD-SUV Atto 3 etwa 10 000 Euro an Zöllen, während der ähnlich teure Hybrid Seal U nur mit rund 4000 Euro belastet wird. Experten warnen bereits vor einer Preisschlacht, die deutsche Hersteller unter Druck setzt. In Brüssel ist das Schlupfloch bekannt, doch die EU-Kommission zögert: Zusätzliche Zölle auf Plug-ins würden ein neues Verfahren erfordern.

Porsche und Audi erwägen Abwanderung in die USA

Die deutschen Autobauer Porsche und Audi denken wegen der von Donald Trump verhängten US-Zölle über eine Produktionsverlagerung in die USA nach. Besonders Audi, das bisher kein Werk in den Vereinigten Staaten besitzt, prüft einen Standort in Chattanooga, Tennessee, wo bereits Volkswagen produziert. Mit einer lokalen Fertigung könnten die Marken die Importzölle von 27.5 Prozent umgehen und ihre Kosten um bis zu 30 Prozent senken. Porsche musste allein im ersten Halbjahr 2025 Verluste von rund 400 Millionen Euro durch die Zölle hinnehmen.

Für Trump wäre ein Porsche Made in USA ein politischer Triumph, da es Arbeitsplätze schaffen und seine Wirtschaftspolitik stützen würde. Experten wie Ferdinand Dudenhoffer sehen zudem Vorteile im zollfreien Export zurück nach Europa. Mexiko verliert als Produktionsstandort an Attraktivität, da auch dort hohe Zölle gelten. Ein gemeinsames Werk von Porsche und Audi könnte durch geteilte Produktionsstrukturen besonders effizient sein. Für die Konzerne wäre die Verlagerung eine strategische Antwort auf politische Unsicherheiten und wirtschaftlichen Druck.

IG Metall verliert offenbar tausende VW-Angestellte

Bei Volkswagen in Wolfsburg haben seit Jahresbeginn offenbar mehr als 2000 Beschäftigte die Gewerkschaft IG Metall verlassen, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Insidern zufolge könnte die Zahl bald auf 3000 steigen, trotz Neueintritten. Hintergrund ist Unzufriedenheit mit dem jüngsten Tarifabschluss: Zwar gibt es Beschäftigungsgarantien bis 2030 und die Sicherung der deutschen Werke, doch gleichzeitig sollen 35 000 Stellen abgebaut und Teile der Produktion, darunter der Golf, ins Ausland verlagert werden.

Die Entwicklung hat für die Gewerkschaft brisante Folgen, da in wenigen Monaten Betriebsratswahlen anstehen. Dort tritt Daniela Cavallo, Betriebsratschefin und Gesicht des Tarifabschlusses, gegen Kritiker wie Frank Patta an, der der IG Metall zu große Zugeständnisse vorwirft. Für VW kommt die Krise inmitten eines Umbruchs: Während die Golf-Produktion 2027 endet, soll Wolfsburg zum Zentrum für E-Autos werden. Viele Beschäftigte fühlen sich laut dem Bericht übergangen und zweifeln daran, ob IG Metall ihre Interessen noch wirksam vertritt.

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