DAX-Newsflash: Vonovias Top-Q1, Bayer schließt Standort, Fresenius Medical Care überrascht
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DAX-Newsflash: Vonovias Top-Q1, Bayer schließt Standort, Fresenius Medical Care überrascht

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Carlo Schmid

Vonovia: starker Gewinn, neuer Chef

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat im ersten Quartal 2025 einen Nettogewinn von 515 Millionen Euro erzielt – rund 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig kündigte der DAX-Konzern einen Führungswechsel an: Der bisherige CEO Rolf Buch wird spätestens Ende des Jahres von Luka Mucic abgelöst. Das Unternehmen kündigte zudem an, wieder stärker zu investieren, neue Wohnungen zu bauen und Personal einzustellen.

Vonovia profitiert von sinkenden Bauzinsen, hoher Wohnraumnachfrage und lukrativen Zusatzgeschäften. Der neue CEO Luka Mucic bringt Erfahrung aus seiner Zeit bei SAP und Vodafone mit. Der Führungswechsel markiert das Ende einer Ära – Buch hatte Vonovia von der Börseneinführung 2013 bis zur Marktführerschaft geführt. Mit dem personellen Neustart plant der Konzern, seine Position in einem sich stabilisierenden Immobilienmarkt weiter auszubauen.

Bayer schließt Standort in Frankfurt

Bayer hat angekündigt, seinen Standort im Industriepark Höchst in Frankfurt zu schließen. Dort wurden bislang Unkrautvernichter produziert und erforscht. Von der Maßnahme sind rund 500 Beschäftigte betroffen. Während Teile der Produktion verkauft oder ins Rheinland verlagert werden sollen, bleibt unklar, wie viele Jobs tatsächlich erhalten bleiben. Die Entscheidung ist Teil eines umfassenden Umbaus der Agrarsparte, die unter hohem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet.

Die Werksschließung trifft nicht nur die Beschäftigten, sondern steht sinnbildlich für den zunehmenden Druck auf die deutsche Chemieindustrie. Vor allem asiatische Hersteller setzen Bayer mit deutlich günstigeren Pflanzenschutzmitteln unter Preisdruck – ein harter Wettbewerb, dem der Konzern bislang kaum etwas entgegensetzen konnte. In den vergangenen zwei Jahren ist die Rendite der Agrarsparte deutlich gesunken. Der Standort Frankfurt fällt nun einer Neuausrichtung zum Opfer, Bayer will effizienter werden und sich auf rentablere Geschäftsbereiche konzentrieren.

Fresenius Medical Care überrascht mit starkem Q1

Fresenius Medical Care hat im ersten Quartal 2025 einen bereinigten operativen Gewinn von 457 Millionen Euro erzielt, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Dialysespezialist aus dem DAX übertraf damit die Erwartungen der Analysten und bestätigte seine Jahresziele. Der Umsatz stieg leicht auf 4.9 Milliarden Euro.  FMC profitiert dabei laut eigenen Aussagen von seinem strikten Sparkurs, der Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt hat.

Das Unternehmen setzt auf langfristiges Wachstum im wichtigen US-Markt, wo es mit einem leichten Anstieg der Dialysebehandlungen rechnet. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an.  FMC ist Weltmarktführer in der Dialyseversorgung und betreut weltweit über 300 000 Patienten mit chronischem Nierenversagen. Das deutsche Unternehmen stellt nicht nur Dialysegeräte her, sondern betreibt auch eigene Behandlungszentren, wichtigster Markt sind die USA.

Gewinn crasht: Porsche krempelt Vorstand um

Porsche hat nach einem schwierigen Jahresstart mit einem Gewinnrückgang von über 40 Prozent und einem Stellenabbau von rund 3900 Jobs tiefgreifende Änderungen angekündigt. Der Sportwagenhersteller ersetzt mehrere Vorstände: Vera Schalwig übernimmt im August den Bereich Personal, Michael Steiner wird stellvertretender Geschäftsführer. Der Umbau erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Umsätze und hoher Zusatzkosten.

Der Gewinnrückgang hat vielfältige Ursachen: schwache Verkäufe in China, teure Batterien und eine verhaltene Nachfrage nach Elektroautos belasten die Bilanz. Gleichzeitig setzt Porsche wieder stärker auf Verbrenner und Plug-in-Hybride – ein Kurswechsel, der intern für Stabilität sorgen soll. Mit erfahrenen Führungskräften aus den eigenen Reihen will das Unternehmen die Wende schaffen.

Commerzbank und Unicredit mit Rekordzahlen

Die Commerzbank hat im ersten Quartal überraschend einen Gewinn von 834 Millionen Euro erzielt, das beste Ergebnis seit 2011. Trotz Stellenabbau und gesunkener Zinseinnahmen konnte die Bank dank starker Erträge im Tagesgeschäft ihre Prognose übertreffen. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Vorstandschefin Bettina Orlopp sieht das Ergebnis als Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Zeitgleich hat auch die Mailänder Konkurrentin Unicredit, die seit Monaten auf eine Übernahme der Commerzbank spekuliert, beeindruckende Zahlen vorgelegt: Mit einem Rekordgewinn von 2.8 Milliarden Euro ist der italienischen Großbank der beste Quartalsstart ihrer Geschichte gelungen. Das stärkt ihre Position im Übernahmepoker um die Commerzbank. Die Europäische Zentralbank und das Kartellamt haben der Aufstockung der Anteile kürzlich zugestimmt. Unicredit könnte ihre Commerzbank-Beteiligung auf bis zu 29.9 Prozent erhöhen.

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Carlo Schmid

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