DAX-Newsflash: Rezession, VW-Umbau, SAP-Deal, Auftragsflaute, Ausländer kaufen DAX
#Deutschland

DAX-Newsflash: Rezession, VW-Umbau, SAP-Deal, Auftragsflaute, Ausländer kaufen DAX

Author

Carlo Schmid

Alarm: Deutschlands Rezession schlimmer als gedacht

Das Statistische Bundesamt hat in revidierten Daten bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft 2023 um 0.9 Prozent geschrumpft ist, deutlich stärker als die ursprünglich gemeldeten -0.3 Prozent. Auch 2024 fiel der Rückgang mit 0.5 Prozent heftiger aus als die bislang angenommenen 0.2 Prozent. Damit ist Deutschland wirtschaftlich auf das Niveau von 2019 zurückgefallen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die zentrale Kennzahl zur Bewertung der wirtschaftlichen Leistung eines Landes: Es summiert den Gesamtwert aller innerhalb eines Jahres hergestellten Waren und Dienstleistungen. Politiker, Unternehmen und Finanzmärkte nutzen das BIP, um Wachstums- oder Schrumpftrends zu erkennen, wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen und Investitionen zu planen. Aufgrund der revidierten Zahlen für 2023–24 liegt das aktuelle BIP knapp unter dem Stand von 2019, eine Entwicklung, die in der Nachkriegszeit beispiellos ist. Historisch betrachtet markiert diese Rezession eine deutliche Abweichung vom sonst stabilen Wachstum.

Volkswagen plant radikalen Konzern-Umbau

Volkswagen steht vor einem historischen Umbau: Konzernchef Oliver Blume will alle Marken, von VW über Škoda bis Porsche, gleichstellen und die bisherige Sonderstellung der Kernmarke VW aufheben. Laut Insidern droht durch die Neustrukturierung der Abbau von bis zu 30 000 Stellen. Hintergrund sind massive Überkapazitäten: VW produziert aktuell deutlich weniger Fahrzeuge, als seine Kapazitäten hergeben.

Der geplante Umbau ist laut VW eine Reaktion auf sinkende Gewinne, steigenden Kostendruck und zu lange Entscheidungswege im Konzern. Bisher stand die Marke Volkswagen im Zentrum aller Entscheidungen. Diese Machtverteilung soll nun aufgebrochen werden, um flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu können. Für die betroffenen Werke in Emden und Zwickau bleibt die Lage angespannt, auch wenn laut dem Auto-Konzern vorerst keine Schließungen anstehen.

DAX-Konzerne mehrheitlich in ausländischer Hand

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) befinden sich 52.6 Prozent der Aktien der 40 größten deutschen börsennotierten Unternehmen (DAX 40) in den Händen ausländischer Investoren. Besonders US-Anleger haben ihren Anteil im letzten Jahr deutlich ausgebaut, während der Anteil deutscher Investoren auf 33.1 Prozent gesunken ist. Auch rund die Hälfte der Dividenden fließt ins Ausland, allein Allianz überwies 3.5 Milliarden Euro an ausländische Aktionäre.

Diese Entwicklung zeigt: Deutsche Top-Konzerne sind längst keine rein nationalen Unternehmen mehr. Durch den globalen Handel mit Aktien können Investoren weltweit Anteile erwerben. Für die Unternehmen bringt das frisches Kapital, aber auch Abhängigkeiten von internationalen Kapitalmärkten. EY sieht darin einen Beweis für die Attraktivität der deutschen Wirtschaft, doch die Kontrolle über das eigene Industriekapital wird zunehmend international verteilt.

SAP kauft milliardenschweres Software-Startup

Der Walldorfer IT-Gigant und aktuell größter EU-Konzern nach Marktkapitalisierung, SAP, hat den US-Softwareanbieter SmartRecruiters übernommen, der auf KI-gestützte Personalsoftware spezialisiert ist. Der Kaufpreis wurde nicht offiziell genannt, doch 2021 wurde der Firmenwert des Unternehmens auf 1.5 Milliarden Dollar beziffert. Für SAP-Chef Christian Klein ist es der erste große Zukauf 2025. Die Übernahme soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

SmartRecruiters entwickelt Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS), mit denen Unternehmen ihre Bewerbungsprozesse automatisieren. Kunden sind u.a. Rewe und McDonald’s. SAP will die Technologie in seine Cloud-Plattform SuccessFactors integrieren, um das eigene HR-Angebot auszubauen. Damit setzt der Konzern seine Strategie fort, durch gezielte Zukäufe im Cloud-Geschäft weiter zu wachsen.

Siemens & Co.: Maschinenbauer leiden unter Auftragsmangel

Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauern (VDMA) brechen Deutschlands Maschinenbauern die Aufträge weg: Im zweiten Quartal 2025 gingen die Bestellungen um zwei Prozent zurück, im Juni sogar um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders das Auslandsgeschäft außerhalb der Eurozone schwächelt, während Aufträge aus Europa leicht zulegen. Der Branchenverband VDMA sieht die Ursache in den anhaltenden Unsicherheiten rund um US-Zölle.

Maschinenbau ist eine der Schlüsselbranchen der deutschen Industrie. Der Auftragseingang gilt als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung, da Maschinen meist am Anfang von Produktionsketten stehen. Gerade für Firmen wie Siemens, die stark auf Exportmärkte angewiesen sind, wird der anhaltende Auftragsschwund zunehmend zur Belastungsprobe.

Das war's schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Dienstag!

Author

Carlo Schmid

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.