Ifo-Index: Deutsche Wirtschaft erholt sich
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August überraschend verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0.4 Punkte auf 89 Zähler und damit stärker als von Volkswirten erwartet. Laut dem Münchner Ifo-Institut ist dies bereits der sechste Anstieg in Folge und der höchste Wert seit April 2024. Gründe dafür sind unter anderem die Einigung im Zollstreit zwischen EU und USA, die den Unternehmen mehr Planungssicherheit gibt. Dennoch bleibt Ifo-Präsident Clemens Fuest vorsichtig und spricht von einer „schwachen Erholung“.
Die leichte Aufhellung hat Ökonomen neue Hoffnung auf ein Ende der Flaute gegeben. Zwar bewerten viele Unternehmen ihre aktuelle Lage noch als schwierig, doch die Erwartungen an die kommenden Monate sind deutlich gestiegen. Besonders die Bauwirtschaft profitiert von staatlichen Investitionen in Infrastruktur, während niedrige Inflation und steigende Löhne den privaten Konsum stärken könnten. Volkswirte rechnen daher mit einer Belebung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte, auch wenn die Industrie weiterhin mit trüber Stimmung zu kämpfen hat.
Übernahme droht: UniCredit steigert Commerzbank-Anteile
UniCredit hat ihren Anteil an der Commerzbank auf rund 26 Prozent erhöht und plant, die Stimmrechte mittelfristig auf etwa 29 Prozent auszubauen. Damit ist die italienische Bank größter Aktionär des deutschen Geldhauses. Die Bundesregierung, die selbst rund 12 Prozent hält, äußerte sich kritisch zu dem Vorgehen und kündigte an, ihre Beteiligung nicht zu verkaufen. UniCredit dagegen begründet den Schritt mit einem Renditezuwachs von rund 20 Prozent und spricht von erheblichem Wertzuwachs für die eigenen Aktionäre.
Die Auseinandersetzung hat eine besondere Brisanz: Einerseits profitiert UniCredit finanziell stark vom Kursanstieg der Commerzbank, andererseits ist UniCredit nicht nur Investor, sondern auch ein direkter Konkurrent im deutschen Markt – ein Balanceakt, den Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp als schwierig bezeichnete. Eine vollständige Übernahme könnte frühestens 2027 Thema werden. In Berliner Regierungskreisen sieht man die Unabhängigkeit der Bank gefährdet.
Aktien-Rückkäufe: Siemens investiert aggressiv
Siemens hat in der vergangenen Woche 245.456 eigene Aktien über die Frankfurter Börse zurückgekauft. Seit Februar 2024 summiert sich das Volumen des Rückkaufprogramms damit auf 15.76 Millionen Aktien. Der Kurs liegt aktuell bei 234,80 Euro und damit knapp zwei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 239.70 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits um 24.5 Prozent zugelegt.
Laut Börse Express sieht das Management die Rückkäufe nicht nur als technische Maßnahme, sondern als Vertrauenssignal in die Stabilität des Geschäftsmodells. Zudem fließe Kapital direkt an die Aktionäre zurück, während die Verringerung des Aktienangebots den Wert der verbleibenden Papiere stärke.
Mercedes verkauft Anteile: Nissan-Aktie fällt deutlich
Die Aktie von Nissan ist am Dienstag in Tokio um rund 6 Prozent eingebrochen, nachdem Mercedes-Benz angekündigt hat, seine 3.8 prozentige Beteiligung an dem japanischen Autobauer zu verkaufen. Der Verkauf, der rund 346 Millionen Dollar umfasst, wird über den Pensionsfonds von Mercedes abgewickelt. Laut Unternehmensangaben ist die Beteiligung seit 2016 Teil der Pensionsanlagen und wird nun im Rahmen einer Portfoliobereinigung abgestoßen. Damit verliert Nissan nach Renault, das 35.7 Prozent hält, seinen zweitgrößten Aktionär.
Der Kurssturz hat die schwierige Lage von Nissan erneut verdeutlicht. Das Unternehmen hat in diesem Jahr bereits fast 30 Prozent an Börsenwert verloren und kämpft mit Absatzproblemen, hohen US-Zöllen und dem harten Wettbewerb im Elektroautomarkt, besonders aus China. Erst im Mai kündigte Nissan den Abbau von 11.000 Stellen und die Schließung mehrerer Werke an. Auch ein geplanter Zusammenschluss mit Honda scheiterte. Analysten sehen den Anteilsverkauf von Mercedes daher als weiteren Schlag für den kriselnden Autobauer.
Puma vor Verkauf: Wertpapier steigt
Der Aktienkurs von Puma ist am Montag stark gestiegen, nachdem Berichte über einen möglichen Anteilsverkauf durch die französische Milliardärsfamilie Pinault bekannt wurden. Laut Bloomberg prüft die Familie, die über ihre Holding Artemis 29 Prozent am kriselnden Sportartikelhersteller hält, einen Ausstieg. Als Interessenten gelten die chinesischen Sportartikelkonzerne Anta und Li Ning. Puma selbst wollte die Spekulationen nicht kommentieren, die Aktie legte zwischenzeitlich um fast 20 Prozent auf rund 22 Euro zu.
Die Spekulationen haben für Aufsehen gesorgt, da Puma in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach Gewinnwarnungen herausgeben musste und der Kurs bereits mehr als die Hälfte verloren hatte. Ein möglicher Einstieg chinesischer Konzerne überrascht Branchenexperten nicht, da Firmen wie Anta durch frühere Übernahmen Erfahrung im internationalen Markengeschäft gesammelt haben. Für die Pinault-Familie, die auch an Luxusmarken wie Gucci beteiligt ist, könnte ein Verkauf nur mit einem deutlichen Aufschlag auf die aktuelle Unternehmensbewertung von 2.6 Milliarden Euro infrage kommen.
Das war's schon wieder mit unserem DAX-Newsflash, der nächste kommt, wie gewohnt, nächste Woche Dienstag.







