Automesse IAA in München: Mercedes und BMW beeindrucken
Die IAA Mobility 2025 in München hat begonnen – und sie steht ganz im Zeichen deutscher Elektroautos. BMW präsentierte den iX3 als erstes Serienmodell der neuen Neuen Klasse mit bis zu 800 Kilometern Reichweite, während Mercedes seinen Bestseller GLC erstmals als vollelektrische Version zeigte. Beide Modelle setzen auf neu entwickelte Plattformen und moderne Technologien wie KI-gestützte Assistenzsysteme. US-Medien wie das Wall Street Journal sprechen von den „kühnsten Bemühungen Europas“, mit der Konkurrenz aus China und den USA mitzuhalten.
Die Begeisterung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Tesla schwächelt in Europa, während BMW und Mercedes mit Milliarden-Investitionen aufholen wollen. Experten betonen, dass die neuen Modelle nicht nur längere Reichweiten, sondern auch kürzere Ladezeiten ermöglichen. Damit könnten die deutschen Hersteller ihre Position im globalen Wettbewerb zurückerobern. Gleichzeitig bleibt die Debatte um das EU-Verbrenner-Aus 2035 hitzig: So kritisierte VW-Chef Oliver Blume das geplante Verbrenner-Aus 2035 als „unrealistisch“ und verwies auf die Gefahr für Arbeitsplätze. Auch BMW-CEO Oliver Zipse hat im Vorfeld der IAA das Verbrenner-Aus kritisiert.
US-Absatz schwächelt: Deutschland verkauft weniger
Die deutschen Exporte haben im Juli einen deutlichen Dämpfer erhalten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Ausfuhren in die USA, den wichtigsten Handelspartner, bereits den vierten Monat in Folge zurück und erreichten den niedrigsten Stand seit Ende 2021. Mit einem Warenwert von 11.1 Milliarden Euro sanken die Exporte im Vergleich zum Vormonat um 7.9 Prozent und lagen sogar 14.1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Grund sind vor allem die neuen US-Zölle von 15 Prozent auf EU-Waren, die deutsche Produkte teurer machen.
Auch nach China, dem zweitwichtigsten Markt, schrumpften die Ausfuhren um 7.3 Prozent. Experten führen das darauf zurück, dass die Volksrepublik zunehmend eigene Produkte herstellt und so deutsche Hersteller verdrängt. Im Gegensatz dazu legten die Exporte in die EU um 2.5 Prozent zu, während die Importe nach Deutschland leicht stiegen. Die Entwicklung zeigt, wie sehr politische Entscheidungen wie Zölle und die wachsende Konkurrenz aus Asien den deutschen Außenhandel belasten.
Deutschlands Industrie wächst erstmals seit März
Die deutsche Industrie hat im Juli erstmals seit März wieder ein Plus verzeichnet: Laut dem Statistischen Bundesamt stieg die Produktion um 1.3 Prozent gegenüber dem Vormonat und übertraf damit die Prognosen von einem Prozent. Besonders die Herstellung von Maschinen und Ausrüstungen trieb das Wachstum an. Damit sendet Europas größte Volkswirtschaft ein wichtiges Signal, nachdem die Industrie im zweiten Quartal noch maßgeblich zum Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0.3 Prozent beigetragen hatte.
Das Plus hat Hoffnung geweckt: Die Industrie gilt als Schlüssel für eine nachhaltige Erholung, nachdem die deutsche Wirtschaft seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 unter Druck steht. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt: Neue US-Handelszölle belasten die Industrie genauso wie rückläufige Auftragseingänge. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach dennoch von einer „leicht günstigeren Lage“ und erwartet, dass sich die Branche im weiteren Jahresverlauf stabilisieren könnte.
Oliver Blume erwartet steigende Gewinne bei Porsche
Porsche-Chef Oliver Blume hat auf der Automesse IAA in München angekündigt, dass er nach einem Gewinneinbruch und dem DAX-Rausschmiss wieder mit besseren Ergebnissen rechnet. 2025 bezeichnete er als Tiefpunkt, doch mit eingeleiteten Maßnahmen wolle die VW-Tochter im kommenden Jahr durchstarten. Im ersten Halbjahr war der Gewinn um 71 Prozent auf 718 Millionen Euro eingebrochen, die operative Umsatzrendite fiel von knapp 16 auf 5.5 Prozent. Gründe waren vor allem schwächelnde Geschäfte in China sowie neue US-Zölle.
Blume hat deutlich gemacht, dass die „Party“ der Automobilindustrie vorbei sei. Jahrzehntelang waren zweistellige Umsatzrenditen selbstverständlich, heute gelten sie unter den aktuellen Marktbedingungen als kaum erreichbar. China und die USA bleiben Schlüsselmärkte für Porsche, gleichzeitig zwingt die Branche der harte globale Wettbewerb zur Neuorientierung. Blume betonte, dass Porsche weiterhin Potenzial habe, auch zweistellige Renditen zu erzielen, vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen ändern sich.
SAP investiert 20 Milliarden in unabhängige EU-Cloud
SAP hat angekündigt, in den kommenden zehn Jahren mehr als 20 Milliarden Euro in eine „souveräne Cloud“ zu investieren, die speziell für europäische Behörden und stark regulierte Branchen entwickelt wurde. Ziel sei es, Daten sicher, lokal und unabhängig von US-Anbietern wie Amazon, Google oder Microsoft zu speichern und zu verarbeiten. Vorstand Thomas Saueressig betonte, dass ohne digitale Souveränität keine Demokratie möglich sei, und präsentierte ein modulares Angebot, das Kunden flexible Lösungen für Datensicherheit und KI-Nutzung bietet.
Das Unternehmen hat damit ein neues Wachstumsfeld eröffnet und reagiert auf die wachsende Angst vor Cyberattacken, Spionage und dem Zugriff amerikanischer Behörden über den sogenannten Cloud-Act. Erklärt: Der Cloud-Act erlaubt US-Behörden, auf Daten amerikanischer Unternehmen zuzugreifen – egal, wo sie gespeichert sind. SAP will deshalb mit einer sicheren europäischen Alternative Vertrauen schaffen. Erste Kunden wie die Bundesarbeitsagentur oder der Rüstungskonzern Hensoldt haben sich bereits angeschlossen.
Das war's schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Dienstag.







