Reaktion auf Trump: EU erwägt Gegenzölle
Nach der Ankündigung von Donald Trump, ab dem 1. August 30 Prozent Zoll auf EU-Importe zu erheben, hat die EU-Kommission Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 72 Milliarden Euro angekündigt. EU-Kommissar Maroš Šefčovič will bis Monatsende eine Verhandlungslösung finden, warnt aber vor drastischen Folgen für den transatlantischen Handel, falls keine Einigung gelingt.
Seit seiner zweiten Amtseinführung setzt Trump verstärkt auf sogenannte Strafzölle, um amerikanische Interessen gegenüber Handelspartnern durchzusetzen. Die EU antwortet darauf mit einer Liste möglicher Gegenzölle auf US-Produkte wie Autos, Flugzeuge und Whisky. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte den transatlantischen Handelskonflikt weiter anheizen – mit spürbaren Folgen für exportabhängige europäische Wirtschaften, wie die Deutsche Wirtschaft.
Bundesbank warnt: Deutsche Exporteure auf der Kippe
Die Bundesbank warnt in einem jüngst veröffentlichten Statement, dass Deutschlands Exportwirtschaft seit 2017 Marktanteile verliert, und zwar stärker als oft angenommen. Zwar belasten schwache Nachfragen aus Ländern wie China oder der Brexit den Handel, doch rund drei Viertel der Probleme seien hausgemacht. Vor allem hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und steigende Lohnkosten machen deutschen Firmen laut Bundesbank zu schaffen.
Die Analyse zeigt: Nicht nur globale Krisen, sondern auch strukturelle Schwächen setzen dem Export zu. Hohe Lohnstückkosten und Produktionsengpässe bremsen besonders Industriezweige wie Maschinenbau und Autoindustrie. Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft sei das eine ernste Gefahr, schlussfolgert die Bundesbank, denn fast jeder vierte Job hänge am Außenhandel.
BMW-Chef erwartet Ende des Verbrennerverbots
BMW-Chef Oliver Zipse hat sich auf einer Konferenz sicher gezeigt, dass das geplante EU-Verbot für neue Verbrenner-Fahrzeuge ab 2035 nicht in dieser Form kommen wird. Schon 2028 rechne er mit Änderungen. Bei einem Branchentreffen in München erklärte er: „Das derzeitige System ist ein Desaster.“ Denn laut Zipse gefährde das Verbot die Innovationskraft der Industrie. BMW halte dennoch an seinem Ziel fest, bis 2050 CO₂-neutral zu sein.
Der Autobauer fordert seit Jahren einen technologieoffenen Ansatz. Statt sich nur auf Elektroautos zu fokussieren, setzt BMW auch auf Wasserstoff und CO₂-neutrale Kraftstoffe. Zipse kritisiert, es gehe nicht nur um den Auspuff, sondern um den gesamten CO₂-Fußabdruck, von der Produktion bis zum Recycling.
Siemens und SAP fordern neue KI-Gesetze für Europa
Die Vorstandschefs von Siemens und SAP haben eine grundlegende Reform der europäischen KI-Gesetze gefordert. In einem Interview kritisierten Roland Busch und Christian Klein den EU AI Act als innovationsfeindlich. Busch sagte: „In der Zwischenzeit müssen wir das Gesetz substanziell verändern.“ Die Unternehmen bemängeln, dass widersprüchliche Regeln die Entwicklung neuer Technologien in Europa ausbremsen.
Konkret geht es um digitale Geschäftsmodelle, die auf Datenanalyse, künstlicher Intelligenz und automatisierten Services basieren, etwa in der Industrie, im Gesundheitswesen oder bei Smart-City-Lösungen. Laut Siemens verhindern die aktuellen EU-Vorgaben, dass Unternehmen Europas Datenschatz für Innovationen nutzen können. SAP warnt zudem davor, dass sich Europa zu sehr auf Infrastruktur wie Rechenzentren fokussiert und dabei den Anschluss bei datengetriebenen Geschäftsmodellen verliert.
China-KI DeepSeek soll aus deutschen App-Stores verschwinden
Die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider hat gefordert, die chinesische KI-App DeepSeek wegen Datenschutzbedenken aus deutschen App-Stores zu verbannen. Sie warnt vor „äußerst kritischen“ Datenabflüssen nach China und betont, dass dort kein Datenschutzniveau herrsche, das der europäischen Datenschutz-Grundverordnung entspricht.
DeepSeek ist ein LLM, basierend auf dem Modell DeepSeek‑R1, das seit Januar 2025 für iOS und Android verfügbar ist. Entwickelt vom chinesischen Startup DeepSeek aus Hangzhou, konkurriert er mit ChatGPT und zeichnet sich durch hohe Leistungsfähigkeit und niedrige Kosten aus. Trotz der hohen Leistungsfähigkeit sorgt die App weltweit für Bedenken: In Ländern wie Italien und Südkorea laufen bereits Prüfungen. Specht-Riemenschneider betont, Datenschutz sei kein Innovationshemmnis, vielmehr fehle es an klaren, einheitlichen Digitalgesetzen in Europa.
Das war's schon mit dem DAX-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden







