DAX-Newsflash: 850 Milliarden Schulden, Studie zu US-Zöllen, KI-Offensive scheitert
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DAX-Newsflash: 850 Milliarden Schulden, Studie zu US-Zöllen, KI-Offensive scheitert

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Carlo Schmid

850 Milliarden: Bundesregierung will Industrie retten

Die Bundesregierung plant einen historischen Schuldensprung: Finanzminister Lars Klingbeil will in dieser Wahlperiode neue Kredite in Höhe von fast 850 Milliarden Euro aufnehmen. Ein Großteil soll in Verteidigung, Zivilschutz und Infrastruktur fließen. Allein für Sicherheitsausgaben sind ab 2029 jährlich rund 170 Milliarden Euro vorgesehen. Damit würde Deutschland überraschend früh das neue NATO-Ziel erreichen, das vorsieht, 3.5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren, sechs Jahre früher als ursprünglich geplant. Der Haushaltsentwurf soll heute im Bundeskabinett beschlossen werden.

Zeitgleich läuft in Berlin der Tag der Industrie 2025, der am 23. und 24. Juni auf dem EUREF-Campus stattfindet. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach dort am Montag und kündigte ein Reformprogramm an, das noch im ersten Regierungsjahr greifen soll. Er betonte die Bedeutung von Vertrauen zwischen Politik und Wirtschaft, verwies auf Investitionen in Künstliche Intelligenz und auf steuerliche Entlastungen ab 2028. Zudem forderte er stärkere Unterstützung der Bundeswehr durch die Industrie.

Studie zeigt Gefahren von US-Zöllen für Deutschland

Eine aktuelle Studie des Wiener Finanzinstituts Quantic Financial Solutions hat die potenziellen Auswirkungen von US-Zöllen auf deutsche Unternehmen untersucht. Die Ankündigung der US-Regierung, dauerhafte Zölle auf Waren und Dienstleistungen zu erheben, sorgt für Unruhe in Deutschland. Die Studie analysierte über 11 500 deutsche Unternehmen und zeigt, dass ein Zollkrieg die strukturellen Schwächen der deutschen Wirtschaft verstärken könnte.

Besonders betroffen wären exportorientierte Sektoren wie Automobil, Maschinenbau und Chemie. Im Szenario mit 20-prozentigen Zöllen würde das deutsche BIP 2025 laut der Studieum 0.7 Prozentpunkte schrumpfen, und die Inflation auf vier Prozent steigen. Die Eigenkapitalquote der schwächsten Unternehmen könnte bis 2030 auf minus 57 Prozent sinken, was die Insolvenzrisiken erheblich erhöhen würde.

KI-Großprojekt von SAP und Siemens scheitert

Das milliardenschwere Projekt einer gemeinsamen KI-Gigafabrik von fünf deutschen Tech-Konzernen ist vorerst gescheitert. Die Unternehmen – darunter SAP, Siemens, Telekom, Ionos und die Schwarz-Gruppe – konnten sich nicht auf Standort und Führungsfragen einigen. Damit wurde die Deadline der EU für eine gemeinsame Bewerbung um Fördermittel verpasst. Stattdessen wollen einzelne Firmen nun eigene Vorschläge einreichen, um dennoch von den angekündigten EU-Subventionen zu profitieren, die bis zu 35 Prozent der Investitionskosten für ein solches KI-Projekt abdecken könnten.

Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Umfrage des Münchener ifo Instituts, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in deutschen Unternehmen deutlich zunimmt. Aktuell nutzen 40.9 Prozent der Unternehmen KI in ihren Geschäftsprozessen, gegenüber 27 Prozent im Vorjahr. Besonders hoch ist der Anteil in der Werbe- und Marktforschungsbranche (84.3 Prozent), bei IT-Dienstleistern (73.7 Prozent) und in der Automobilindustrie (70.4 Prozent). Und auch im Bauhauptgewerbe und im Handel ist der KI-Einsatz zuletzt deutlich gestiegen.

Allianz übernimmt französischen Versicherer Eurofil 

Die Allianz hat eine Vereinbarung zur Übernahme des französischen Direktversicherers Eurofil von Abeille Assurances unterzeichnet. Mit diesem Schritt wird die Tochtergesellschaft Allianz Direct zur Nummer drei im französischen Direktversicherungsmarkt. Die Übernahme umfasst das gesamte Versicherungsportfolio und mehr als 300 Mitarbeiter von Eurofil. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben.

Allianz Direct ist als PKW-Direkt- und Rechtsschutzversicherer sowie Versicherungsvermittler ein wichter Arm der Mutterfirma Allianz SE. Die Allianz setzt damit ihre Expansionsstrategie in Europa fort. Besonders im Bereich der Kfz-Versicherungen in Frankreich verspricht sich der Konzern einen weiteren Schub. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll bis Ende 2025 abgeschlossen werden.

Bayer erhält wichtige US-Zulassung – und kämpft mit Plagiaten

Bayer hat in den USA grünes Licht für eine neue Anwendung seines Prostatakrebs-Medikaments Nubeqa erhalten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte das Präparat nun auch für Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom – ein bedeutender Schritt zur Erweiterung des Absatzmarkts. Das Medikament, das gemeinsam mit dem US-Konzern Orion entwickelt wurde, gilt als eines der wichtigsten neuen Produkte im Pharma-Portfolio des Konzerns.

Während Bayer in den USA Erfolge feiert, droht in Europa ein empfindlicher Rückschlag: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat einem Konkurrenzprodukt für Bayers Blockbuster-Medikament Eylea die Zulassung empfohlen. Kopien von Eylea, sogenannte Biosimilare, könnten deutlich günstiger werden und Bayers Marktanteile unter Druck setzen. Im vergangenen Jahr hat Bayer mit dem Medikament für Netzhauterkrankungen mehr als drei Milliarden Euro verdient. Für das Unternehmen bedeutet das einen möglichen Gewinneinbruch in einem seiner umsatzstärksten Geschäftsbereiche.

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