Deutsche Wirtschaft optimistisch für das nächste Jahr
Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich im Oktober spürbar verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend kräftig von 87.7 auf 88.4 Punkte, wie das ifo-Institut nach einer Befragung von rund 9000 Führungskräften mitteilte. Die Erwartungen für das nächste Jahr legten in allen großen Wirtschaftssektoren zu, von Industrie über Bau bis hin zu Dienstleistungen. Die Unternehmen hoffen laut ifo-Präsident Clemens Fuest auf eine Konjunkturbelebung im kommenden Jahr.
Die aktuelle Geschäftslage wurde jedoch schlechter eingeschätzt, Auftragsmangel bleibt ein deutliches Problem und belastende Faktoren wie Chipknappheit im Automobilsektor könnten ebenfalls nachwirken. Auch jüngste Konjunkturdaten fallen überwiegend unerfreulich aus. Fachleute erwarten eine Stagnation der Wirtschaftsleistung, nachdem das BIP zuvor geschrumpft war.
Notgroschen-Umfrage: Deutsche Sparer leiden
Vier von fünf Menschen in Deutschland legen laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank regelmäßig Geld zurück. Aber dennoch halten fast zwei Drittel ihre Rücklagen für zu gering, weil hohe Lebenshaltungskosten das Sparen erschweren. Rund 14 Prozent sparen weniger als 500 Euro im Jahr, ein Viertel könnte mit dem Notgroschen nur höchstens zwei Monate über die Runden kommen. Als Hauptgrund dafür nennen die Befragten die gestiegenen Preise für alltägliche Ausgaben.
Die Lage hat sich spürbar zugespitzt. Viele Preise sind deutlich höher als vor einigen Jahren, etwa Lebensmittel, die seit 2019 um 37 Prozent teurer geworden sind. Experten erklären, dass gerade bei solch hoher Inflation die Kaufkraft schwindet und dadurch weniger Geld übrig bleibt, um finanzielle Reserven aufzubauen. Ein ausreichend großer Notgroschen gilt jedoch als essenziell, um unerwartete Kosten abfedern zu können.
Telekom und Nvidia planen KI-Rechenzentrum in München
Die Deutsche Telekom und Nvidia planen in München ein milliardenschweres KI-Rechenzentrum, das Europas digitale Wettbewerbsfähigkeit stärken soll. Beide Unternehmen investieren gemeinsam in das Projekt, das rund eine Milliarde Euro umfasst. Als Großkunde ist SAP vorgesehen. Die finale Vorstellung der KI-Fabrik soll Anfang November folgen, gemeinsam mit Spitzenvertretern der Telekom, Nvidia, SAP und der Deutschen Bank.
Das Projekt wurde bereits öffentlich diskutiert und hat für große Erwartungen gesorgt. Es hat die Bedeutung Münchens als Tech-Standort unterstrichen und zeigt, dass Europa beim Ausbau von Künstlicher Intelligenz aufholen will. Ein Rechenzentrum mit Tausenden Grafikprozessoren kann industrielle Anwendungen kräftig voranbringen und gilt bei vielen Experten als Meilenstein auf dem Weg zu einer leistungsfähigen KI-Infrastruktur in Deutschland.
SAP will US-Softwareunternehmen BlackLine kaufen
Der deutsche Softwarekonzern SAP erwägt laut Insidern einen neuen Anlauf, den US-Anbieter von Bilanzierungssoftware BlackLine zu übernehmen. Bereits im Juni habe SAP ein formales Angebot über 66 Dollar je Aktie abgegeben, insgesamt fast 4.5 Milliarden Dollar, das jedoch abgelehnt worden sei. Nun prüfe SAP erneut eine mögliche Übernahme, während sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium befinden. Die BlackLine-Aktie hat nach den Übernahmeberichten zugelegt.
Es hat den Anschein, als wolle SAP seine Cloud-Angebote im Finanzbereich stärken. BlackLine bietet Software an, die komplexe Buchhaltungs- und Finanzprozesse automatisiert und ist bereits eng in SAP-Systeme eingebunden, was rund 30 Prozent des BlackLine-Umsatzes ausmacht. Branchenkenner sehen darin eine sinnvolle Ergänzung für SAPs Plattform S/4HANA, die im Wettbewerb mit Anbietern wie Oracle oder Workday steht. Einige Analysten halten ein höheres Angebot im Bereich von über 70 Dollar je Aktie für nötig, damit BlackLine zustimmt.
VW trotzt Chipkrise: Produktion läuft vorerst weiter
Volkswagen kann trotz der aktuellen Lieferprobleme beim niederländischen Chip-Hersteller Nexperia weiterhin Fahrzeuge bauen. Nach aktuellem Stand ist die Produktion an allen deutschen Standorten in der kommenden Woche gesichert, wie ein Sprecher des Konzerns mitteilte. Die Werke der Töchter Audi und Porsche bleiben ebenfalls in Betrieb. Zwar hatte VW zuvor vor möglichen Produktionsausfällen gewarnt, doch die Lage wird nun als stabil eingeschätzt, weil Verhandlungen mit Ersatzlieferanten laufen.
Es hat sich gezeigt, dass VW und die gesamte Autoindustrie aus früheren Chipkrisen lernen mussten. Halbleiter, also winzige elektronische Bauteile, steuern viele Funktionen moderner Fahrzeuge. Lieferengpässe können daher schnell zu Produktionsstopps führen. Zwar hat VW nun zunächst Entwarnung gegeben, dennoch bleibt die Situation unsicher, weil der Handelsstreit zwischen China und westlichen Staaten die Chipversorgung weiterhin belastet.
Das war es diese Woche schon mit unserem DAX-Newsflash. Den nächsten gibt es dann wie gewohnt nächsten Dienstag. Wir wünschen allen eine gute Handelswoche.







