DAX-News: SAP kämpft vor Gewicht, Airbus erreicht Allzeithoch
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DAX-News: SAP kämpft vor Gewicht, Airbus erreicht Allzeithoch

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Carlo Schmid

Kampf gegen Kartellklage: SAP scheitert vor Gericht

Der US-Supreme Court hat am Montag den Antrag von SAP abgelehnt, eine Kartellklage des US-Datenunternehmens Teradata zu stoppen. Damit darf der Prozess gegen Europas größten Softwarekonzern weiterlaufen und soll im April 2026 beginnen. Teradata wirft SAP vor, seine Unternehmenssoftware unrechtmäßig an den Verkauf einer eigenen Datenbank gekoppelt zu haben, um Konkurrenzprodukte zu benachteiligen. SAP wies alle Vorwürfe zurück, erhielt aber in dieser Instanz keine Unterstützung, trotz prominenter Befürworter wie Microsoft und Meta.

Das Verfahren läuft bereits seit 2018 und gilt als eines der wichtigsten Kartellverfahren der Tech-Branche. Im Kern geht es um die Frage, ob SAP seine Marktmacht im Bereich Unternehmenssoftware missbraucht hat, um Wettbewerber auszugrenzen. Während Teradata von einer Einschränkung des freien Wettbewerbs spricht, argumentiert SAP, die Integration seiner Produkte bringe Kunden Vorteile. Das Verfahren dürfte weitreichende Folgen für künftige Software-Bündelungen in den USA haben.

Leak: So will die EU ihre eigene KI bauen

Die EU-Kommission hat laut einem geleakten Strategiepapier beschlossen, eine eigene KI-Initiative zu starten, um weniger abhängig von China und den USA zu sein. Geplant ist, eine Milliarde Euro aus bestehenden Mitteln bereitzustellen, um europäische KI-Tools zu fördern und die digitale Souveränität zu stärken. Der Entwurf soll am Dienstag verabschiedet und am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. Besonders stark will die EU-Kommission in acht Sektoren investieren, darunter Gesundheit, Verteidigung und Mobilität.

Die EU hat damit erstmals eine konkrete Antwort auf die weltweite Dominanz amerikanischer und chinesischer KI-Konzerne gegeben. Bisher kamen europäische KI-Lösungen laut Kommission zu selten zum Einsatz. Ziel sei es, Industrie und Verwaltung besser zu befähigen, Künstliche Intelligenz sinnvoll zu nutzen und daraus Wettbewerbsvorteile zu ziehen. Damit soll Europa eine eigenständige technologische Basis schaffen, ohne auf Silicon Valley oder Peking angewiesen zu sein.

Bundeswehr-Auftrag: Airbus-Aktie auf Allzeithoch

Airbus hat sich zwei Milliardenaufträge gesichert und damit einen neuen Höhenflug an der Börse ausgelöst. Die Bundeswehr bestellte 20 neue Eurofighter für 3.75 Milliarden Euro, die bis 2034 ausgeliefert werden sollen. Gleichzeitig orderte der irische Leasingriese Avolon 90 Verkehrsflugzeuge vom Typ A321neo und A330neo. Beide Deals stärken die Verteidigungs- und Zivilsparte des europäischen Konzerns und treiben die Aktie auf ein neues Rekordniveau.

Zuvor war allerdings ein geplanter Satelliten-Deal zwischen Airbus, Thales und Leonardo gescheitert. Das Milliardenprojekt sollte Europas Antwort auf SpaceX werden, scheiterte aber an Streit über Arbeitsanteile. Der Rückschlag zeigt, wie schwierig es ist, europäische Interessen in der Raumfahrt zu vereinen. Während Leonardo nun auf neue Aufträge der europäischen Weltraumagentur ESA hofft, profitiert Airbus weiter vom robusten Flugzeuggeschäft und von stabilen Verteidigungsaufträgen.

Deutscher Automarkt wächst – aber Zulieferer leiden

Der deutsche Automarkt hat im September ein deutliches Plus verzeichnet: Die Neuzulassungen stiegen laut Kraftfahrt-Bundesamt um 13 Prozent auf 235.528 Fahrzeuge. Besonders reine Elektroautos legten stark zu und erreichten fast ein Drittel mehr Verkäufe als im Vorjahr. Gleichzeitig kämpfen jedoch die Autozulieferer weiter mit einer schwachen Konjunktur. Laut einer Umfrage des Verbands der Automobilindustrie (VDA) bewerteten fast die Hälfte ihre Lage als „schlecht“ oder „sehr schlecht“.

Viele Unternehmen verschieben Investitionen oder verlagern sie ins Ausland, mehr als 60 Prozent planen Stellenabbau. Zu den größten Sorgen zählen mögliche US-Zölle auf Industrieprodukte, die die Exportchancen weiter eintrüben könnten. Während die Autohersteller also von stabiler Nachfrage profitieren, gerät der Unterbau der Branche zunehmend unter Druck. Politik und Industrie diskutieren über Entlastungen bei Stromkosten und neue Fördermaßnahmen, um den Standort Deutschland zu stärken.

Volkswagen stoppt Produktion in Sachsen

Volkswagen hat die Produktion seiner Elektroautos in Zwickau und Dresden gestoppt, zunächst für eine Woche. Grund ist die schwache Nachfrage nach den dort gebauten E-Modellen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer forderte von VW klare Standortzusagen, Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro und die Sicherung tausender Arbeitsplätze. Doch der Konzern lehnte die Forderungen ab und sieht keine Notwendigkeit für Nachverhandlungen. Besonders betroffen ist die Gläserne Manufaktur in Dresden, deren Schließung zum Jahresende bereits feststeht.

Der Konflikt zwischen Sachsen und Volkswagen hat sich damit weiter zugespitzt. Kretschmer hat betont, dass ein Verlust der Werke massive Folgen für die gesamte Region hätte, da viele Zulieferbetriebe an VW hängen. Der Streit zeigt, wie schwer sich die deutsche Autoindustrie mit der Umstellung auf Elektromobilität tut. Während Verbrenner-Modelle weiter gefragt sind, droht den E-Auto-Werken im Osten Deutschlands eine ungewisse Zukunft und der einstige Vorzeigestandort Zwickau wird zum Symbol der Branchenkrise.

Das war es schon wieder mit unserem Dax-Newsflash. Der nächste kommt, wie gewohnt, in einer Woche, nächsten Dienstag. Wir wünschen allen eine gute Handelswoche.

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Carlo Schmid

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