Coinbase greift die Wall Street an – profitiert jetzt dieser Altcoin?
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Coinbase greift die Wall Street an – profitiert jetzt dieser Altcoin?

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Arcan Askin

Das Wichtigste in Kürze

  • Coinbase bringt echte US-Aktien als Token auf Base.
  • Chainlink liefert die Referenzpreise für die neuen Aktien-Token.
  • Aerodrome wird zum Liquiditäts-Hub – und AERO zum Gebühren-Flywheel.

Apple, Nvidia und Tesla gibt es seit dem 24. August auf Base auch als Blockchain-Token. Coinbase verschärft damit den Kampf um die Infrastruktur des Aktienhandels: Wer Aktien hält, verwahrt, handelt und an Gebühren verdient.

Für Krypto-Anleger rückt Aerodrome Finance in den Mittelpunkt. Die größte dezentrale Börse auf Base stellt für die neuen Aktien-Token Handelsliquidität bereit. Bei Aerodrome fließen Gebühren an Halter, die AERO sperren und über die Liquiditätsverteilung abstimmen. Mehr dauerhafter Handel auf Base könnte diesen Kreislauf antreiben.

Hinter den Token liegen echte US-Aktien, die 1:1 bei Alpaca hinterlegt werden. Alpaca ist der regulierte Broker und Verwahrer, der die Wertpapiere in einer insolvenzfernen Struktur hält. Tokeninhaber besitzen laut Base einen direkten Anspruch auf die Aktie; das Angebot gilt zunächst nur außerhalb der USA in berechtigten Rechtsräumen.

Technisch nutzen die Aktien-Token den B20-Standard: einen Base-Standard für reale Vermögenswerte, der mit ERC-20 und damit üblichen Wallets sowie DeFi-Anwendungen kompatibel ist. Die Token können zum Beispiel als Sicherheit für einen Onchain-Kredit dienen, sofern ein Protokoll das jeweilige Asset akzeptiert.


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Für die Bewertung ist Chainlink entscheidend. Der Oracle-Dienst liefert den Referenzpreis: den Aktienkurs, angepasst um einen Coinbase-Faktor für Dividenden und Aktiensplits. Der Feed läuft 24/5 und umfasst Vor- und Nachbörse. An Wochenenden und Feiertagen bleibt er jedoch auf dem letzten Preis stehen, obwohl der Token Onchain weiter handelbar ist.

Ein Aktien-Token kann damit als Kreditsicherheit dienen, während die Preisreferenz am Wochenende pausiert. Dividenden werden nicht bar überwiesen: Coinbase wandelt sie über den Multiplier in zusätzliche Aktienexponierung um. Die Zahl der Token bleibt gleich, der Anspruch je Token steigt.

Der Wettlauf um die neue Aktien-Infrastruktur

Neben Coinbase bietet Robinhood in der EU und EWR mehr als 2000 „Classic Stock Tokens“ mit 24/5-Handel an. Das sind jedoch Derivate ohne Eigentums- oder Aktionärsrechte. Kraken bietet xStocks in ausgewählten Nicht-US-Märkten an, nach eigenen Angaben aber nicht im EWR; auch sie vermitteln keine klassischen Stimmrechte.

Die Nasdaq plant dagegen ein Modell, bei dem der Token-Transfer rechtlich der Aktienübertragung entsprechen soll. Der Start ist für H1 2027 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Arbeit. Der Wettbewerb dreht sich damit um Preisfindung, Verwahrung, Kredit, Abwicklung und Gebühren. Hierbei muss bedacht werden, dass es überall liquide Märkte braucht.

Warum Aerodrome plötzlich am Schalter sitzt

Eine DEX ist eine dezentrale Börse. Statt über ein zentrales Orderbuch handeln Nutzer gegen Liquiditätspools, in denen etwa ein Aktien-Token und ein Stablecoin liegen. Je mehr Kapital ein Pool hat, desto eher lassen sich größere Beträge handeln, ohne dass der Preis stark springt.

Base nennt Aerodrome ausdrücklich als Zugang zu tiefer Liquidität für die neuen Aktien-Token. Das macht Aerodrome weder zum alleinigen Anbieter noch zu einem Teil von Coinbase. Doch wenn Aktien auf Base mehr Käufer anziehen, braucht der Markt genau solche Pools.

Hier beginnt der eigentliche AERO-Flywheel. Aerodrome arbeitet mit einem ve(3,3)-Modell. Das klingt kompliziert, lässt sich aber in vier Schritten erklären:



Mehr Handel mit Aktien-Token auf Base bedeutet mehr Gebühren in den Aerodrome-Pools. Davon können Nutzer profitieren, die AERO sperren und über die Verteilung der Liquidität mitentscheiden. AERO ist kein Coinbase-Token und profitiert nicht automatisch von jedem neuen Aktien-Token. Entscheidend ist, ob die neuen Produkte tatsächlich auf Aerodrome gehandelt werden, denn nur dann entstehen dort dauerhaft Gebühren.

Die Kehrseite zeigt jedoch, dass AERO keine feste maximale Gesamtmenge hat. Neue Token kommen über wöchentliche Emissionen hinzu und können frei handelbare Bestände verwässern. Deshalb sperren viele Halter AERO für veAERO: Nur so erhalten sie Stimmrechte sowie Zugang zu poolbezogenen Gebühren und Incentives. Lock-Rate, Handelsvolumen und Gebühren lassen sich in Analyse-Dashboards verfolgen.

Fällt das Volumen, dreht das Flywheel: geringere Gebühren machen Locks weniger attraktiv, während neue Emissionen weiterlaufen. AERO hängt damit nicht nur an Coinbase, sondern an dauerhaft produktiver Liquidität.



Neben Coinbase hat Aero sein eigenes Großprojekt

Neben der Aktien-Expansion hat Aerodrome ein eigenes Großprojekt: Aero. Aerodrome und das Schwesterprotokoll Velodrome sollen zusammengeführt und auf Ethereum Mainnet sowie Circle Arc erweitert werden.

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Base soll dabei aber der Kernmarkt bleiben; Aero soll lediglich zusätzliche Netzwerke erschließen. Auf Ethereum wartet allerdings harte Konkurrenz durch etablierte DEXs wie Uniswap. Gelingt die Umsetzung, entstehen neue Märkte und Gebührenquellen. Bei Verzögerungen oder abwandernder Liquidität verliert die Expansionsstory an Kraft.

Perfektes Match – aber nur, wenn das Volumen bleibt

Coinbase liefert Aktien, Chainlink den Referenzpreis und Aerodrome die Handelsliquidität. So können Aktien auf Base handelbar, beleihbar und programmierbar werden. Mehr Volumen könnte die Gebührenbasis und damit die Attraktivität von veAERO stärken. Die Kursgrafik zeigt aber, wie schnell DeFi-Stories kippen können. Emissionen, schwaches Volumen und Ethereum-Konkurrenz bleiben Gegenkräfte. AERO profitiert somit nicht automatisch vom Coinbase-Start. Der positive Effekt entsteht nur, wenn daraus dauerhaft liquide Märkte und spürbare Gebühren werden.

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Arcan Askin

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