Chinas E-Auto-Riesen feiern Europa-Rekorde - aber BYD schwächelt
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Chinas E-Auto-Riesen feiern Europa-Rekorde - aber BYD schwächelt

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Chinesische Autohersteller bauen ihren Marktanteil in Europa weiter aus. Besonders bei Hybridfahrzeugen erzielten sie zuletzt Rekordwerte. EU-Zölle auf in China gefertigte Elektroautos treiben diesen Trend, weil viele Hersteller nun stärker auf günstigere Hybride setzen. Während BYD in Europa wächst und erstmals über 3000 Fahrzeuge in Deutschland zulassen konnte, schwächelt der Konzern im Heimatmarkt: Dort gingen die Verkäufe im September zurück und das Jahresziel musste gesenkt werden. Andere chinesische Hersteller wie Geely, Xpeng oder Xiaomi legen dagegen deutlich zu und erhöhen den Wettbewerbsdruck.

Rekordanteil bei Hybriden in Europa

Im August eroberten chinesische Marken 9.8 Prozent aller Hybrid-Neuzulassungen in Europa. Das bedeutet, dass fast jedes zehnte neue Hybridfahrzeug in der EU, Großbritannien und der Schweiz von einem chinesischen Hersteller kam. Auch bei reinen Elektroautos spielen die Chinesen inzwischen eine große Rolle: Ihr Anteil lag bei 9.6 Prozent. Damit sind chinesische Anbieter zu einem festen Bestandteil des europäischen Marktes geworden. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass sich chinesische Marken längst nicht mehr nur als Exoten in Nischen bewegen, sondern zunehmend im Volumengeschäft mitmischen.

Zölle als Katalysator: Warum Hybride boomen

Ein Grund für den Erfolg der Chinesen liegt in den neuen EU-Sonderzöllen auf Elektroautos aus China. Diese Importabgaben machen reine E-Autos für Hersteller und Käufer teurer. Deshalb weichen viele Anbieter auf Plug-in-Hybride aus, die günstiger sind und bei denen die Zölle weniger ins Gewicht fallen. Hinzu kommt, dass viele Kunden Hybride als pragmatische Lösung sehen: Man kann kurze Strecken elektrisch fahren, muss sich aber keine Sorgen über Ladesäulen auf längeren Strecken machen. Insgesamt zeigt sich: Während der gesamte Automarkt in Europa kaum wächst, verzeichnen Hybrid- und Elektroautos Zuwächse von über 25 Prozent.

BYD: Stark in Europa, Rückwärtsgang in China

BYD ist der größte Elektroautohersteller Chinas und versucht seit einiger Zeit, in Europa Fuß zu fassen. Hier zeigen sich Erfolge: Im September konnte BYD erstmals mehr als 3.000 Fahrzeuge in Deutschland zulassen. Das ist ein Meilenstein, weil Deutschland einer der wichtigsten Märkte in Europa ist. Damit erreichte BYD 6.9 Prozent Anteil bei Hybriden und 2.9 Prozent bei reinen Elektroautos.

Ganz anders sieht es im Heimatmarkt aus. Dort verkaufte BYD im September rund 396 000 Fahrzeuge, ein Rückgang um 5.5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist bemerkenswert, weil es der erste Absatzrückgang seit eineinhalb Jahren ist. Zudem musste BYD sein Jahresziel von 5.5 Millionen Fahrzeugen auf 4.6 Millionen nach unten korrigieren.

MG und Leapmotor: Zwei Wege nach Europa

Andere chinesische Hersteller nutzen die Situation in Europa ebenfalls geschickt. MG, eine Marke des Konzerns SAIC, setzt stärker auf Hybride und weniger auf reine E-Autos. Diese Strategie zahlt sich aus, denn während die Verkäufe von MG-Elektroautos im August um 16 Prozent zurückgingen, stieg die Nachfrage nach den Hybridmodellen. Leapmotor wiederum versucht mit sehr günstigen Elektroautos wie dem Kleinwagen T03 Kunden zu gewinnen. Allerdings sagen Experten, dass Leapmotor auf Dauer modernere Plattformen und Designs braucht, um im europäischen Wettbewerb mitzuhalten. Die Strategien zeigen, wie unterschiedlich die Hersteller versuchen, sich in Europa zu positionieren, mit günstigen Einstiegsmodellen, Hybrid-Fokus oder speziellen Nischenangeboten.

Modelloffensive: München als Schaufenster

Auf der IAA Mobility in München haben die chinesischen Marken deutlich gemacht, dass sie den europäischen Markt langfristig erobern wollen. Leapmotor präsentierte dort den B05, ein kompaktes Elektroauto, das direkt mit dem VW ID.3 konkurrieren soll. BYD zeigte den Seal 6 DM-i Touring, einen Hybrid-Kombi, der gezielt auf europäische Bedürfnisse zugeschnitten ist. Damit reagieren die Hersteller auf Vorbehalte vieler Käufer in Europa, die sich noch nicht ganz auf reine Elektroautos festlegen wollen. Hybride sollen hier eine Brücke bauen und Vertrauen schaffen, gleichzeitig bleiben sie im Preis oft günstiger als europäische Modelle.

Harter Wettbewerb in China verschärft BYD-Druck

Während BYD in Europa wächst, wird der Wettbewerb in China selbst immer härter. Rivalen wie Geely, Xpeng und Xiaomi konnten ihre Verkäufe zuletzt stark steigern. Geely setzte im September über 273 000 Fahrzeuge ab, ein Plus von 35 Prozent. Xpeng verdoppelte seine Verkäufe fast und erreichte mehr als 41 000 Einheiten. Leapmotor kam auf fast 67 000 Verkäufe. Diese Zahlen zeigen: BYD verliert Marktanteile an Wettbewerber, die entweder mit besonders günstigen Preisen oder mit innovativen Technologien punkten. Dazu kommt, dass die chinesische Regierung versucht, übermäßige Rabattschlachten einzudämmen, doch in der Praxis herrscht ein harter Preiskampf.

Ausblick: Lokale Produktion, Preiskampf, Regulierung

Viele chinesische Hersteller planen, in Europa eigene Fabriken aufzubauen. So wollen sie Importzölle umgehen und gleichzeitig schneller auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren. Kurzfristig bleibt der Fokus jedoch auf Hybriden, weil diese günstiger anzubieten sind und von Käufern gut angenommen werden. Entscheidend wird in den kommenden Jahren sein, ob chinesische Marken es schaffen, auch bei reinen Elektroautos in Europa preislich attraktiv zu bleiben. Ebenso wichtig ist, wie europäische Hersteller reagieren. Sie stehen unter Druck, weil sie in vielen Segmenten teurer sind und ihre Margen schrumpfen.

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