China startet erstes KI-Rechenzentrum unter Wasser
Vor der Küste der chinesischen Insel Hainan ist das weltweit erste kommerzielle Unterwasser-Rechenzentrum offiziell in Betrieb gegangen. Die Anlage liegt rund 35 Meter tief im Meer und beherbergt Server, die digitale Dienste wie Reise-Apps und KI-Anwendungen steuern. Das Projekt wird von der Firma Shenzhen HiCloud Data Centre Technology betrieben und nutzt Meerwasser zur natürlichen Kühlung. Dadurch sinkt der Energieverbrauch um bis zu 60 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Rechenzentren.
China hat laut eigenen Aussagen mit dem Start dieses Rechenzentrums einen neuen Schritt in Richtung blauer Wirtschaft gemacht, also Technologien, die das Meer nachhaltig nutzen sollen. Das Projekt ist Teil eines größeren Plans, Hainan zur Technologiezone auszubauen und ausländische Investoren anzulocken. Zehn Unternehmen haben bereits Verträge über die Nutzung der Unterwasser-Server abgeschlossen. Das Konzept basiert auf einem früheren Microsoft-Versuch, der 2018 vor Schottland getestet wurde, aber inzwischen eingestellt wurde.
KI-Chip-Kampf: China beschränkt Seltenerd-Exporte weiter
China hat seine Exportkontrollen für Seltene Erden verschärft und gezielt Nutzer aus der Rüstungs- und Halbleiterindustrie ins Visier genommen. Laut dem Handelsministerium in Peking gelten die neuen Beschränkungen ab sofort. Unternehmen, die chinesisches Material oder Equipment nutzen, müssen künftig Lizenzen beantragen, Ausfuhrgenehmigungen für militärische Zwecke sollen gar nicht mehr erteilt werden. Die Maßnahmen kommen kurz vor einem Treffen zwischen Xi Jinping und Donald Trump in Südkorea.
China produziert über 90 Prozent der weltweit verarbeiteten Seltenen Erden, Metalle, die für Elektroautos, Flugzeugturbinen und KI-Chips unentbehrlich sind. Experten sehen in den neuen Kontrollen ein geopolitisches Druckmittel gegenüber den USA, die zuletzt ihrerseits strengere Exportverbote für Chiptechnik gegen China gefordert hatten. Die neuen Regeln gelten auch für Forschung an KI mit potenzieller militärischer Nutzung und verschärfen damit den globalen Technologiekonflikt.
Drohnen für Hamas und Huthi: USA bestrafen chinesische Firmen
Die USA haben 15 chinesische Unternehmen auf ihre sogenannte Entity List gesetzt, weil sie beim Kauf amerikanischer Elektronikbauteile geholfen haben, die in bewaffneten Drohnen von iranisch unterstützten Gruppen wie der Hamas und den Huthi-Rebellen eingesetzt wurden. Laut dem US-Handelsministerium wurden die Komponenten nach israelischen Angaben in Drohnen gefunden, die beim Angriff auf Israel im Oktober 2023 verwendet wurden. Auf der Liste stehen auch Tochterfirmen des US-Konzerns Arrow Electronics in China und Hongkong.
Das Handelsministerium ergänzte, dass die betroffenen Firmen wegen Aktivitäten aufgelistet wurden, die als sicherheitsgefährdend für die Vereinigten Staaten gelten. Unternehmen auf dieser Liste benötigen spezielle Exportlizenzen, die nach Angaben der US-Behörden in der Regel nicht genehmigt werden. Insgesamt wurden 29 Einträge hinzugefügt, darunter auch Firmen aus der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Deutsche Kartellbehörde attackiert Billigmode-Riesen Temu
Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen Temu eingeleitet, um zu prüfen, ob die Plattform bewusst Preisvorgaben gegenüber Händlern macht. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bereits im Frühjahr Beschwerde eingereicht mit dem Vorwurf, Temu entziehe seinen Verkaufspartnern die Hoheit über ihre Preise. Die Ermittlungen richten sich gegen die Whaleco Technology Limited mit Sitz in Dublin, die Temu in Deutschland betreibt.
Im Hintergrund geht es um Wettbewerb und Verbraucherschutz: Wenn eine Plattform Händler zwingt, bestimmte Preise festzulegen, spricht man von unzulässigem Eingriff in die Preisgestaltung, das kann gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. Zudem steht Temu bereits unter Beobachtung der EU, weil kritisiert wird, dass auf der Plattform teils Produkte angeboten werden, die EU-Sicherheits- oder Umweltstandards verletzen könnten. Falls der Verdacht bestätigt wird, drohen Temu empfindliche Sanktionen und Einschränkungen und der Druck auf chinesische Billigmarktplätze wie Temu wird größer, ihre Geschäftspraktiken klarer und fairer zu machen.
Gaza-Plan und Überschuss: Ölpreis fällt
Die Ölpreise haben am Donnerstag leicht nachgegeben, nachdem eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten geweckt hat. Brent-Öl notierte laut Reuters bei rund 66 Dollar pro Barrel. Gleichzeitig warnt Citigroup laut Bloomberg vor einem wachsenden Überangebot am Markt, da OPEC+ die Förderung weiter ausweitet. Analysten erwarten, dass die weltweite Ölproduktion die Nachfrage übersteigt, ein Trend, der die Preise zusätzlich unter Druck setzen könnte.
In den vergangenen Wochen hat der Ölmarkt eine spürbare Kehrtwende erlebt. Während geopolitische Risiken bisher für hohe Preise sorgten, hat der nun mögliche Gaza-Plan die Nervosität vieler Investoren gemildert. Fachleute sprechen von einem bärischen Markt, also einer Phase mit fallenden Preisen. Gründe sind steigende Fördermengen, eine abflauende Nachfrage und die Aussicht auf mehr iranisches Öl, sollte sich die politische Lage weiter entspannen.
Das war es schon wieder mit den wichtigsten News aus China und aus der Welt der Rohstoffe. Den nächsten China/Rohstoffe Newsflash gibt es wie gewohnt nächste Woche Donnerstag. Wir wünschen allen eine gute Restwoche.







