China attackiert Nvidia: Aktie fällt nach harten Vorwürfen
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China attackiert Nvidia: Aktie fällt nach harten Vorwürfen

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Chinas Wettbewerbsbehörde SAMR wirft Nvidia nach einer Vorprüfung Verstöße gegen das chinesische Anti-Monopol-Gesetz vor – ein Schritt, der inmitten neuer Handelsgespräche zwischen den USA und China in Madrid erfolgt. Im Zentrum stehen laut Reuters frühere Auflagen rund um die Übernahme von Mellanox sowie die Verknüpfung von Nvidias GPUs mit Mellanox-Netzwerktechnik. Nvidias China-Geschäft ist bereits von Exportkontrollen, dem ungeklärten Umgang mit einer möglichen 15-Prozent-Umsatzbeteiligung der USA beim H20-Chip und Sicherheitsbedenken Pekings belastet; die Aktie fiel zunächst um bis zu 2 Prozent und erholte sich später. Nvidia erklärte, man halte sich an geltendes Recht und kooperiere mit Behörden. Analysten werten Pekings Schritt als Druckmittel im Handelskonflikt, nicht als generelles Bestreben, Nvidia aus China zu drängen.

Der Vorwurf aus Peking

Die State Administration for Market Regulation (SAMR) teilte mit, Nvidia habe gegen Chinas Anti-Monopol-Gesetz verstoßen. Details nannte die Behörde nicht; sie sprach von einer vorläufigen Bewertung und setzte die Ermittlungen fort. Verstöße können in China mit Geldbußen zwischen 1 Prozent und 10 Prozent des Vorjahresumsatzes geahndet werden.

Der Schritt erfolgt, während USA und China in Madrid über Handelsthemen – einschließlich Chips – verhandeln. In den vergangenen Monaten hatten sich beide Seiten mit Zöllen und Maßnahmen überzogen; Washington setzte zuletzt weitere chinesische Firmen auf eine schwarze Liste. Nach Einschätzung des Analysehauses Plenum verschafft die Ankündigung China Verhandlungsspielraum. US-Finanzminister Scott Bessent nannte das Timing „unglücklich“.

Nvidias Stellungnahme und Marktreaktion

Nvidia erklärte, man halte die Gesetze ein und werde weiter mit allen zuständigen Behörden kooperieren, die die Auswirkungen von Exportkontrollen auf den Wettbewerb prüfen. An der Börse fiel die Aktie zunächst um bis zu 2 Prozent, machte die Verluste später aber wett und notierte am US-Nachmittag zeitweise unverändert.

China hatte die Übernahme von Mellanox vor fünf Jahren genehmigt – verbunden mit der Auflage, den chinesischen Markt weiter mit High-End-GPU-Chips zu bedienen. Spätere US-Exportkontrollen setzten den Verkauf der fortgeschrittensten Chips nach China jedoch aus. Analysten betonen, dass Mellanox-Netzwerkprodukte – neben der CUDA-Plattform – eine zentrale Rolle in Nvidias Rechenzentrums-Angebot spielen.

Was Experten erwarten

Ray Wang (Futurum Group) sieht die Gefahr, dass China Nvidias Networking-Verkäufe einschränkt; dieses Geschäft wachse mit der Rechenzentrums-Nachfrage und sei Milliarden wert. Omdia-Chefanalyst Lian Jye Su hält auch Auflagen für möglich, nach denen Nvidia Chips ohne Mellanox-Technik verkaufen müsste. Zugleich verweist Plenums Zhengyuan Bo darauf, dass der größere Faktor für Nvidias Perspektiven Chinas Bestreben sei, heimische Alternativen zu Nvidias Top-AI-Chips aufzubauen – nicht allein ein SAMR-Beschluss.

Belastungsfaktoren im China-Geschäft

Reuters hatte berichtet, dass Peking große Tech-Konzerne wie Tencent und ByteDance vom Kauf von Nvidia-Chips abzuhalten versucht. Zudem fragte die Regierung zuletzt nach möglichen „Backdoor“-Risiken beim speziell für China entwickelten H20-Chip. Zwar genehmigten die USA Exportlizenzen, die einen Verkauf des H20 gegen eine 15-prozentige Umsatzbeteiligung erlauben würden; wegen offener Umsetzungsregeln hat Nvidia bislang jedoch keine H20-Lieferungen nach China geschickt.

Einordnung: Kein Aus für Nvidia in China – aber mehr Unsicherheit

Die Vorwürfe erhöhen die Planungsunsicherheit für Nvidias China-Geschäft, das im Vorjahr 13 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Zugleich betonen Beobachter, dies sei kein Signal, Nvidia aus dem Land drängen zu wollen, sondern Teil eines größeren politischen Druckaufbaus im Handelsstreit. Für Investoren bleibt entscheidend, ob regulatorische Auflagen Networking-Pakete treffen und wie sich Chinas Importpolitik sowie der Aufbau lokaler Alternativen entwickeln.

Ausblick

SAMR will die Ermittlungen fortsetzen. In den parallel laufenden Handelsgesprächen dürfte die Chipfrage eine zentrale Rolle spielen. Für Nvidia bleibt der Zugang zum chinesischen Markt strategisch wichtig – und zugleich abhängig von politischen Entscheidungen auf beiden Seiten des Pazifiks.

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Carlo Schmid

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