Cannabis in Deutschland wohl ab April legal – die Geburt eines Milliardenmarkts
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Cannabis in Deutschland wohl ab April legal – die Geburt eines Milliardenmarkts

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Simeon Koch

„Der Start in die Cannabis-Gesetzgebung wird gelingen“, ließ Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Mitte November des letzten Jahres verlauten. Da lag die Bundesregierung gerade bezüglich der Ausgestaltung einer Legalisierung des Rauschmittels über Kreuz. Eigentlich sollte das entsprechende Regelwerk mit dem Jahreswechsel in Kraft treten, dieses Ziel wurde allerdings verfehlt. Am Freitag vermeldete die Ampel-Koalition, sie habe ihre Unstimmigkeiten ausgeräumt. Wie im vergangenen Herbst angekündigt sei die Bahn nun frei für einen Start in die neue, entkriminalisierte Cannabis-Zeitrechnung mit Anfang April. Bundestag und Bundesrat sollen den Gesetzesentwurf in der vorletzten Februarwoche absegnen, auf dem deutschen Cannabis-Markt sorgt die Nachricht für Euphorie. Aber auch für internationale Produzenten ist die Legalisierung eine gute Nachricht – schließlich dürfte Deutschland damit Vorbildwirkung auf dem europäischen Kontinent erlangen. Die wichtigsten Player im Markt bringen sich jedenfalls in Stellung.

Milliardenpotenzial aus dem Nichts

Medizinisch eingesetztes Cannabis musste in Deutschland bis 2021 vollständig aus dem Ausland importiert werden. Entsprechend früh drängten international operierende Produzenten in den Heimatmarkt: Canopy Growth, mit knapp $450 Millionen Marktkapitalisierung eines der größeren Unternehmen der Branche, avancierte durch die Übernahme der deutschen Firma Spektrum Cannabis bereits 2016 zu einem der wichtigsten Lieferanten der entsprechenden Substanzen für pharmazeutische Zwecke in Deutschland. Als erstes Unternehmen erhielt Canopy Growth, zu 40 Prozent in der Hand des Alkoholgiganten Constellation Brands, der für sein Corona-Bier bekannt ist, hierzulande eine Einfuhrgenehmigung für medizinisches Cannabis aus Kanada. Mittlerweile gehören der Canopy-Growth-Gruppe eine ganze Reihe verschiedener Cannabisunternehmen mit einer breiten Produkt- und Markenpalette an. Deutsche Firmen wie SynBiotic kommen seit bald drei Jahren aber auch zum Zug: Seit Sommer 2021 dürfen Apotheken auch in Deutschland hergestelltes Cannabis bestellen und an deutsche Patienten weitergeben.

Ab April wird Cannabis in Deutschland auch zum privaten Konsum erhältlich sein. Die Vize-Fraktionschefs der Regierungsparteien teilten in einem Statement mit: „Die Regelungen sind ein echter Meilenstein für eine moderne Drogenpolitik“. Damit werde „die Prävention gestärkt und der Gesundheits-, Kinder- und Jugendschutz verbessert“. Zudem erhoffe man sich, mithilfe der Entkriminalisierung effektiv den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Experten gehen davon aus, dass die Zulassung von Cannabis außerhalb der pharmazeutischen Praxis zahlreiche Arbeitsplätze schaffen und immense Geldflüsse in legale Bahnen lenken wird, wovon die gesamte Wirtschaft profitieren dürfte. Das Büro der Vereinten Nationen taxierte das Volumen des weltweiten Drogenhandels schon vor fast einer Dekade auf rund $330 Milliarden pro Jahr, ein großer Teil davon entfällt auf Cannabis. Allein in Deutschland dürften es rund $2.5 Milliarden alle zwölf Monate sein – das ist doppelt so viel, wie hierzulande für Schokolade ausgegeben wird. Sozusagen aus dem Nichts entsteht durch die Legalisierung also plötzlich ein Milliardenmarkt, der branchenübergreifende Profitchancen birgt.

Cannabis-Unternehmen „stolz“ auf Präsenz im deutschen Markt

Der Cannabis-Bedarf in Deutschland dürfte sich laut Schätzungen des Düsseldorfer Ökonoms Justus Haucap auf rund 400 Tonnen pro Jahr belaufen, was einem Marktvolumen von 4€ Milliarden entspricht. Mit rund 40 Prozent macht Cannabis auch den größten Anteil des illegalen Drogenmarktes in der EU aus, rund 12€ Milliarden werden in der Europäischen Union jährlich für Haschisch, Marihuana und andere Cannabisprodukte ausgegeben. Der ebenfalls kanadische Konzern Tilray, mit über $1.5 Milliarden eines der Schwergewichte der internationalen Cannabis-Branche, will gemeinsam mit den knapp $200 Millionen schweren Landsmännern von Aurora Cannabis und dem Berliner Startup Demecan zwischen 2022 und 2026 mehr als zehn Tonnen medizinisches Cannabis in Deutschland produzieren. Den vielversprechenden neuen Markt in der Bundesrepublik will aber auch die kanadische Cronos Group, mit knapp $750 Millionen Unternehmenswert ebenfalls ein ernstzunehmender Wettbewerber, nicht ohne Weiteres der internationalen Konkurrenz überlassen.

Dazu kooperiert Cronos seit dem vergangenen Herbst mit der Cansativa Group, einem der führenden deutschen Unternehmen in Sachen medizinisches Cannabis. Zusammenarbeiten will man bei Import, Vermarktung und Vertrieb mehrerer Produkte, zunächst nur für den medizinischen Gebrauch. Mike Gorenstein, Vorsitzender und Geschäftsführer des führenden kanadischen Herstellers von getrockneten Cannabisblüten, zeigte sich im Namen der Cronos Group „stolz, qualitativ hochwertiges medizinisches Cannabis und vertrauenswürdige Produkte in diesen Markt zu bringen“. Nach der Legalisierung will Cronos, ebenso wie die namhafte Konkurrenz mit Aurora und Canopy Growth, noch weiter in den deutschen Markt vorstoßen und die schlagartig entstehende, dann wohl legale Nachfrage bedienen. Das dürfte auch den Aktien der Unternehmen gut tun, die sich zuletzt stärkerer Volatilität ausgesetzt sahen. Laut unserer Analyse stehen den meisten großen Cannabis-Titeln allerdings hochprofitable Zeiten bevor – und damit auch den Anlegern, die sie halten.

Laut der Bundesregierung bleibt der erste Entwurf zur Legalisierung auch nach den hitzigen Diskussionen der letzten Wochen aufrecht, demzufolge eine Obergrenze für den Erwerb und Besitz von THC-haltigem Cannabis von 50 Gramm pro Person und Monat gilt. SynBiotic, mit knapp 30€ Millionen Marktkapitalisierung einer der führenden deutschen Hanfverarbeiter, kommentierte dazu: „Die Herausnahme von Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz eröffnet ein breites Spektrum an Möglichkeiten.“ So erwarte man „neue Potenziale für Hanf-Lebensmittel, CBD-Produkte und eine vereinfachte Distribution von medizinischem Cannabis sowie einen völlig neuen, legalen Markt für den Eigenanbau“ – denn auch der soll ab dem 1. April erlaubt sein. Um an dem möglichen Boom im Cannabis-Markt zu partizipieren, bietet unser Analysepaket der global bedeutsamsten Cannabis-Aktien alle wichtigen Informationen zu Kursprognosen und lukrativen Einstiegsmöglichkeiten. In diesem Paket finden sich unter anderem auch die Aktien zu den oben genannten Unternehmen Canopy, SynBiotic, Tilray, Aurora und Cronos wieder. Übrigens: Wir hatten die potenzielle Legalisierung auch bereits im Rahmen unseres Sonderberichts zum Cannabissektor umfangreich beleuchtet. Dieser steht weiterhin allen unseren Kunden – völlig unabhängig vom gebuchten Markt – zur Verfügung. So wie natürlich auch alle anderen Sonderberichte.

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Simeon Koch

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