Das Wichtigste in Kürze:
- BMW verfehlt mit 31 259 Milliarden Euro Umsatz die Prognose.
- Das EPS übertrifft mit 2.05 Euro die Erwartung.
- Die BMW-Auslieferungen in China gehen um 30.2 Prozent zurück.
| Q2 2026 Quartalsergebnisse | Ist-Wert | Schätzung |
|---|---|---|
| Umsatz | €31.259B | €32.0B |
| EPS | €2.05 | €1.73 |
| Automobilsegment | €27.162B | €27.7B |
| Motorradsegment | €929M | €955M |
| Finanzdienstleistungssegment | €10.151B | €9.8B |
BMW-Ergebnis im zweiten Quartal 2026: Umsatz unter Erwartung
BMW hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 31 259 Milliarden Euro erzielt und damit die Analystenschätzung von 32.0 Milliarden Euro um 741 Millionen Euro verfehlt. Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die Erlöse um 7.9 Prozent. Schwächere Fahrzeugauslieferungen, der Rückgang in China und Belastungen durch US-Zölle prägten das Quartal.
Beim Gewinn je Aktie schnitt BMW dagegen besser ab: Das EPS von 2.05 Euro übertraf die Erwartung von 1.73 Euro um 0.32 Euro beziehungsweise 18.5 Prozent. Im Jahresvergleich ging das EPS dennoch um 28.1 Prozent zurück. Der Nettogewinn fiel um 34.9 Prozent auf 1200 Milliarden Euro.
Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 8.0 Prozent auf 62 266 Milliarden Euro. Das EPS gab um 24.1 Prozent auf 4.73 Euro nach, während der Halbjahresüberschuss um 28.5 Prozent auf 2872 Milliarden Euro zurückging.
BMW-Segmente: Finanzdienstleistungen federn Schwäche im Automobilgeschäft ab
Das Automobilsegment blieb der zentrale Belastungsfaktor. Der Umsatz sank um 7.7 Prozent auf 27 162 Milliarden Euro und verfehlte die Markterwartung von 27.7 Milliarden Euro. Der Segment-EBIT sank um 60.7 Prozent, die EBIT-Marge verringerte sich auf 2.3 Prozent. Dagegen steigerten die Finanzdienstleistungen ihren Umsatz um 1.7 Prozent auf 10 151 Milliarden Euro und übertrafen die erwarteten 9.8 Milliarden Euro. Der EBIT legte um 9.5 Prozent auf 647 Millionen Euro zu und lag ebenfalls über den Markterwartungen.
BMW lieferte insgesamt 590 947 Fahrzeuge aus, 4.9 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf die Marke BMW entfielen 508 663 Fahrzeuge, ein Rückgang um 7.7 Prozent. MINI wuchs um 17.1 Prozent auf 81 032 Fahrzeuge, Rolls-Royce verzeichnete einen Rückgang um 11.5 Prozent auf 1252 Fahrzeuge. Die Auslieferungen vollelektrischer Modelle stiegen um 5.2 Prozent auf 116 807 Fahrzeuge. Ihr Anteil erhöhte sich von 17.9 auf 19.8 Prozent.
Europa wuchs um 7.6 Prozent auf 260 445 Fahrzeuge, die USA um 11.9 Prozent auf 110 573 Fahrzeuge. In China gingen die Auslieferungen dagegen um 30.2 Prozent auf 117 927 Fahrzeuge zurück. Das Motorradsegment setzte 929 Millionen Euro um, 3.3 Prozent weniger als im Vorjahr und unter den erwarteten 955 Millionen Euro. Sonstige Gesellschaften und Eliminierungen beliefen sich auf minus 6983 Milliarden Euro gegenüber erwarteten minus 6.5 Milliarden Euro. Ein Vorjahresvergleich wurde nicht angegeben.
Analyse für BMW
Die Ergebnisqualität hat sich deutlich verschlechtert. Der konzernweite EBIT sank um 38.7 Prozent auf 1631 Milliarden Euro, die operative Marge lag bei 5.2 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern fiel um 35.1 Prozent auf 1697 Milliarden Euro. Die Vorsteuermarge verringerte sich von 7.7 auf 5.4 Prozent. Eine Bruttomarge gab BMW nicht an.
Auch die Cashflow-Entwicklung weist auf Risiken hin. Der freie Cashflow sank um 73.4 Prozent auf 513 Millionen Euro. Angaben zum operativen Cashflow sowie zu dessen Veränderung gegenüber dem Vorjahr machte BMW nicht, was die Beurteilung der Mittelzuflüsse erschwert.
Positiv entwickelte sich das Motorradgeschäft: Trotz eines Umsatzrückgangs um 3.3 Prozent stieg dessen EBIT um 3.7 Prozent, während sich die Marge von 14.2 auf 15.2 Prozent verbesserte. Für Anleger überwiegen dennoch die Risiken aus China, Zöllen und der niedrigen Automobilmarge. Das EPS oberhalb des Konsenses kompensiert den rückläufigen Nettogewinn und die schwache Cash-Conversion nur teilweise.
Elliot-Wellen-Analyse für Bayerische Motoren Werke AG
Ausblick und Prognose
BMW rechnet für 2026 nun mit einem deutlichen Rückgang des Konzernergebnisses vor Steuern gegenüber den 10 236 Milliarden Euro aus dem Jahr 2025. Auch die Automobilauslieferungen sollen leicht unter dem Vorjahreswert von 2 463 681 Fahrzeugen liegen. Besonders vorsichtig fällt die Prognose für die EBIT-Marge des Automobilsegments aus, die zwischen einem und drei Prozent erreichen soll. Die erwartete Zollbelastung entspricht rund 1.25 Prozentpunkten der Marge.
Für die Kapitalrendite des Automobilsegments erwartet BMW zwischen einem und fünf Prozent. Im Motorradsegment stellt das Unternehmen eine EBIT-Marge von vier bis sechs Prozent und einen Return on Capital Employed von zehn bis 14 Prozent in Aussicht. Die Motorradauslieferungen sollen auf Vorjahresniveau bleiben.
Im Finanzdienstleistungssegment prognostiziert BMW eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 16 Prozent. Der gesenkte Ausblick signalisiert dem Markt, dass die Belastungen durch China, Zölle und den Modellmix länger anhalten könnten. Finanzdienstleistungen, MINI und Elektrofahrzeuge bleiben die wichtigsten Stützen.
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