BMW-CEO nennt Verbrennerverbot "großen Fehler"
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BMW-CEO nennt Verbrennerverbot "großen Fehler"

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

BMW-Chef Oliver Zipse hält das von der EU geplante Aus für neue Verbrennerfahrzeuge ab 2035 für einen „großen Fehler“. In einem Interview mit Politico warnte er davor, dass ein fixes Enddatum wichtige Faktoren wie Emissionen aus der Energie- und Batterieproduktion ausblende. Stattdessen fordert er eine Regulierung, die den gesamten Lebenszyklus von Fahrzeugen betrachtet und nach 2035 klimafreundliche Kraftstoffe zulässt. Zudem pocht er darauf, dass auch Energie- und Kraftstoffkonzerne eigene Verpflichtungen übernehmen. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und starker Konkurrenz aus China erwartet BMW 2025 mehr als 2.5 Millionen verkaufte Fahrzeuge. Gleichzeitig will der Konzern mit einer neuen Elektro-Generation auf der IAA in München die Weichen für die Zukunft stellen.

Zipse kritisiert das EU-Verbot ab 2035

Oliver Zipse hat sich in einem Interview mit Politico klar gegen das von der Europäischen Union beschlossene Verbot neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 positioniert. Der BMW-Chef erklärte, es sei ein „großer Fehler“, ein fixes Datum für das Ende dieser Technologie festzuschreiben. Er argumentierte, dass eine solche Regulierung zu einseitig sei und nicht die gesamten CO₂-Emissionen berücksichtige, die bei Produktion, Betrieb und Entsorgung eines Fahrzeugs entstehen. Besonders bei Elektroautos würden durch die Batterieherstellung und die Herkunft des Stroms erhebliche Mengen an Treibhausgasen freigesetzt, die in der aktuellen EU-Strategie zu wenig Beachtung fänden.

Was die EU wirklich plant

Das beschlossene Gesetz sieht vor, dass ab 2035 in der EU nur noch Neuwagen zugelassen werden dürfen, die keine CO₂-Emissionen im Fahrbetrieb verursachen. Damit sind klassische Benziner und Diesel vom Markt ausgeschlossen, während reine Elektroautos oder Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen die Zukunft darstellen sollen. Für sogenannte E-Fuels, also synthetische Kraftstoffe, gibt es zwar eine Hintertür, doch ist deren Einsatz bislang nur in engen Nischen vorgesehen. Befürworter des Verbots sehen darin einen klaren Fahrplan zur Klimaneutralität, Kritiker hingegen warnen vor Jobverlusten, steigenden Kosten und einer Abhängigkeit von asiatischen Batterielieferanten. Außerdem steht das Argument im Raum, dass die Stromerzeugung für die E-Autos ähnlich viele Emissionen erzeugt, wie Verbrennungsmotoren.

Plädoyer für Technologieoffenheit

Zipse fordert eine Regulierung, die den gesamten Lebenszyklus von Fahrzeugen betrachtet, statt nur auf den Auspuff zu schauen. Er betont, dass die Autoindustrie allein die Klimaziele nicht erfüllen könne, wenn die Strom- und Kraftstoffproduktion nicht ebenfalls CO₂-ärmer werde. In diesem Zusammenhang nennt er explizit große Energiekonzerne wie Shell oder BP, die eigene Zielwerte für Emissionen erhalten sollten. Aus seiner Sicht müsse die Politik technologieoffen bleiben und auch nach 2035 alternative Kraftstoffe zulassen, um den Übergang zu einer klimafreundlichen Mobilität realistisch und sozialverträglich zu gestalten.

Absatzprognose trotz Gegenwind optimistisch

Trotz schwacher Konjunktur, höherer Zölle und wachsendem Wettbewerbsdruck – insbesondere aus China – zeigt sich BMW zuversichtlich. Zipse kündigte an, dass der Konzern im Jahr 2025 über 2.5 Millionen Fahrzeuge absetzen will. Schon bis August dieses Jahres lagen die Verkaufszahlen über dem Vorjahresniveau, mit Europa als wichtigstem Wachstumstreiber. Diese Prognose signalisiert, dass BMW trotz schwieriger Rahmenbedingungen an seiner Marktstellung festhält und weiter auf eine Mischung aus klassischen und elektrischen Antrieben setzt.

Neue Elektro-Generation im Rampenlicht

Ein weiterer zentraler Baustein der BMW-Strategie ist die Vorstellung der „Neuen Klasse“ von Elektrofahrzeugen, die auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München präsentiert werden soll. Mit dieser Modellreihe will der Konzern die Effizienz steigern, die Reichweite verbessern und gleichzeitig die Produktionskosten senken. Die Neue Klasse gilt als Schlüsselprojekt für die kommenden Jahre, da sie den Übergang in das Elektrozeitalter mit etablierten Markenstärken wie Design, Fahrdynamik und Premium-Anspruch verbinden soll.

Herausforderung China und globale Konkurrenz

Während BMW auf Elektro-Innovationen setzt und auf den längeren Verbleib von kraftstoffgetriebenen Autos hofft, wächst gleichzeitig der Druck aus Asien. Chinesische Hersteller wie BYD oder Nio drängen mit günstigen und technisch ausgereiften Modellen auf den europäischen Markt. Zugleich belasten geopolitische Spannungen und neue Handelszölle die Branche. Für BMW bedeutet das laut eigenen Aussagen, dass die Profitabilität der Zukunft nicht allein von Absatzmengen, sondern auch von der Fähigkeit abhängt, in einem härter umkämpften Markt technologische Differenzierung und Effizienzsteigerungen zu erreichen.

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Carlo Schmid

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