Bitcoin-Rallye nach Uptober-Flop? Was das Bullmarket Support Band über den Zyklus verrät
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Bitcoin-Rallye nach Uptober-Flop? Was das Bullmarket Support Band über den Zyklus verrät

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Simeon Koch

Es war klar, dass eine deutlichere Korrektur kommen musste. Zu euphorisch war der Kryptomarkt nach dem stärksten September in der Geschichte des Bitcoin, zu groß waren die Erwartungen an den ominösen Uptober, den Altcoin-Influencer in allen Ecken des Internets mit markigen Worten und aufgerissenen Mündern heraufbeschworen. Nur kurz konnte der Bitcoin Ende September über die wichtige $65 000-Marke springen und damit seit Monaten das erste technisch valide höhere Hoch setzen. Der hartnäckige Abwärtstrend schien langsam zu bröckeln, prompt wurden millionenschwere neue Long-Positionen aufgebaut – und in den ersten Oktobertagen genauso schnell wieder liquidiert. Einmal mehr demonstriert der Markt: Wer die technischen Zeichen nicht richtig deutet und vorschnell der Euphorie verfällt, verliert hier eine Menge Geld. Frühere Zyklen aber zeigten auch: Wer zu lange an bärischen Prognosen festhält und misstrauisch bleibt, verpasst die größten Bullenmarkt-Rallyes. Den richtigen Mittelweg zu finden, ist alles andere als leicht, aber mit der richtigen Einstellung auch keine Herkulesaufgabe. Aktuell schlägt wieder einer der prominentesten Rallye-Indikatoren für Bitcoin an.

Bitcoin zeigt trotz Uptober-Knick Stärke

Die vergangene Nacht war ein wahrer Krimi für den Bitcoin. Schon vor diesem Wochenende war klar: Es braucht einen ausreichend starken Wochenschluss, um in bullischen Bahnen zu bleiben und nicht den nächsten heftigen Rücksetzer zu erleiden. Als wichtige Hürde sahen viele Analysten dabei das sogenannte Bullmarket Support Band, eine Art gleitende Unterstützungs- oder Widerstandslinie, die Auskunft über die Zyklusphase im Kryptomarkt gibt. Das Bullmarket Support Band besteht aus zwei Indikatoren, nämlich dem 20-wöchigen einfachen gleitenden Durchschnitt (20W SMA) und seinem 21-wöchigen exponentiellen Gegenstück (21W EMA). Beim 20-wöchigen einfachen gleitenden Durchschnitt (engl.: Simple Moving Average; kurz: SMA) wird für jeden Punkt der Linie jeweils der Mittelwert der Bitcoin-Preisperformance in den letzten 20 Wochen ermittelt. Ist der Bitcoin in den letzten 20Wochen stark angestiegen, dreht auch der 20W SMA etwas nachgelagert nach oben. Während der Konsolidierungsphase der vergangenen Monate sank auch dieser 20W SMA langsam ab und bewegte sich zuletzt ebenfalls seitwärts.

Im Bullrun fungiert das Bullmarket Support Band als Unterstützung. Kann sich der Bitcoin bald wieder nachhaltig vom Support Band abstoßen?

Noch ein bisschen wichtiger als der 20W SMA ist für das Bullmarket Support Band aber der 21W EMA, also der 21-wöchige exponentielle gleitende Durchschnitt des Bitcoin-Preises. Um Sie hier nicht mit mathematischen Schikanen zu quälen, sei dazu nur so viel gesagt: Ein exponentieller gleitender Durchschnitt (engl.: Exponential Moving Average; kurz: EMA) ist eine Methode, um den Durchschnitt von Werten zu berechnen, wobei die neuesten Datenpunkte mehr Gewicht bekommen als ältere. Dadurch reagiert der EMA schneller auf aktuelle Veränderungen im Vergleich zu einem einfachen gleitenden Durchschnitt, bei dem alle Datenpunkte gleich gewichtet sind. Das Bullmarket Support Band funktioniert nun folgendermaßen: Steigt der langsamere 20W SMA (im Bild rot) über den schneller reagierenden 21W EMA (im Bild grün), so bedeutet das eine Verlangsamung des Aufwärtstrends im Bitcoin und eine mögliche bärische Wende. Bei starken Anstiegen dreht die grüne Linie schneller nach oben als die rote und bleibt so lange oben, wie der Aufwärtstrend anhält.

Ist das der Ausbruch, auf den wir warten?

Während der gesamten Bitcoin-Rallye im Frühjahr hielt sich die grüne Linie, also der 21W EMA, oberhalb des rot gefärbten 20W SMA. Die klare Botschaft: Bitcoin befindet sich in einem stabilen Aufwärtstrend. Das Bullmarket Support Band hat aber eine noch viel wichtigere Funktion – und daher auch seinen Namen. In vergangenen Zyklen hat sich nämlich gezeigt, dass der Bitcoin während seiner Bullenmärkte in der Regel oberhalb des Bandes bleibt, das zwischen den beiden gleitenden Durchschnitten, also der grünen und roten Linie, liegt (im Bild gelb hinterlegt). Während der bisherigen Bitcoin-Bärenmärkte fungierte das Bullmarket Support Band als langfristiger, gleitender Widerstand nach oben, in Bullenmärkten – wie der Name schon sagt – als Support, also Unterstützung. Dass der Bitcoin unter das Band fällt, ist in nachhaltigen Aufwärts-Bewegungen dennoch nicht ungewöhnlich. Auch in den letzten Wochen kämpfte der Bitcoin mit diesem Indikator und wiederholte damit ein Muster der zweiten Jahreshälfte 2023.

Nach der bärischen Kreuzung des Support-Bandes im Mai 2023 fiel der Bitcoin erst darunter und brach nach einem Fake-Out wieder aus zu seiner Jahresend-Rallye.

Auch damals fiel der Bitcoin nach einem mehrmonatigen Anstieg unter das Bullmarket Support Band und versuchte mehrere Wochen lang vergeblich, wieder darüber auszubrechen. Ein sehr ähnliches Muster sahen wir in den letzten Monaten: Sowohl im vergangenen als auch im aktuellen Jahr überstieg die langsamere rote Linie ihre schnellere grüne Kollegin Mitte Mai (im Bild durch gelbe Kreise markiert). Die eindeutige Botschaft: Der Aufwärtstrend der letzten Monate kommt ins Stocken. Daraufhin gelang es dem Bitcoin in beiden Fällen, noch ein paar Wochen lang über dem Bullmarket Support Band zu bleiben, bevor er darunter brach. Anschließend versuchte der Kurs bis in den Herbst hinein vergeblich, sich nachhaltig darüber zu schwingen. Im Oktober 2023 gelang der finale Durchbruch zur nächsten Rallye erst nach einem ziemlich auffälligen Muster: Ende September 2023 gelang dem Bitcoin ein Wochenschluss oberhalb des Support-Bandes. Die darauffolgende Kerze stieg leicht an, fiel dann zurück und schloss mit einem sehr kurzen Körper oberhalb des roten 20W SMA, bevor der Bitcoin in der nächsten Woche wieder zurück unter das Band fiel: ein Fake-Ausbruch.

Erst Fake-Ausbruch, dann auf neue Allzeithochs?

Etwas sehr Ähnliches ist im vergangenen Juli passiert, die Formation gleicht der Vorbereitung des BTC-Ausbruchs im Herbst 2023 aufs Haar: Auch im Juli dieses Jahres kam der Bitcoin mit einer kräftigen Kerze zurück über das Bullenmarkt-Band, hielt sich dann in einer auffällig kurzen Wochenkerze darüber und fiel schon in der nächsten Woche wieder deutlich unter das Band zurück. Dieser neuerliche Fake-Ausbruch konnte zwar nicht unmittelbar für die nächste lange Rallye nach oben genutzt werden, die Preis-Performance des Bitcoin sendet dennoch klar bullische Signale, die erneut dem Ausbruch im Herbst 2023 ähneln: Nach dem Fake-Ausbruch im September 2023 brauchte der Bitcoin einen weiteren Wochenschluss oberhalb des Bullmarket Support Bands und eine Folgekerze darüber, um seinen nächsten starken Anstieg einzuleiten. Aktuell formt sich eine ähnliche Struktur: Nach dem Fake-Ausbruch im Juli 2024 brauchte der Bitcoin zwar deutlich länger, um wieder nachhaltig über das Bullenmarkt-Band zu kommen, nach dem Wochenschluss darüber am 23. September aber sahen wir nun schon zwei Kerzen, die das Band von oben her rückgetestet haben.

2023 dauerte es von der bäirschen Kreuzung im Support Band bis zum Ausbruch rund 160 Tage. Aktuell sind seit der ersten Kreuzung fast 150 Tage vergangen.

Um seine nächste Rallye einzuläuten, muss der Bitcoin diesem Indikator zufolge das Bullmarket Support Band nachhaltig zurückerobern – und dabei sieht es aktuell ziemlich gut aus. Zwischenzeitliche Abverkäufe sogar unter die beiden Durchschnittslinien sind dabei nicht ausgeschlossen, am bedeutsamsten für diese technische Perspektive ist der Schluss der Wochenkerze. Gelingt es dem Bitcoin auch diese Woche, das bullische Unterstützungsband zu halten, könnte eine ähnlich impulsive Aufwärtsbewegung wie im letzten Winterquartal folgen. Im Vorjahr dauerte es von der bärischen Kreuzung des Bullmarket Support Bands bis zur erneuten bullischen Kreuzung und damit der Fortsetzung der Rallye rund 160 Tage. Seit der bärischen Kreuzung im Mai dieses Jahres sind bisher fast 150 Tage vergangen. Wiederholt sich dieses Muster also? Und, wenn ja, auch in dieser zeitlichen Abfolge? Dafür sprechen einige Fundamental-Daten, etwa die abnehmend US-Dollar-Stärke oder die Entwicklung der letzten Bitcoin-Zyklen nach dem jeweiligen Halving. Sicher ist ein baldiger Ausbruch zwar nicht. Die Muster der Vergangenheit sollte man aber nicht unterschätzen. Oder, wie der berühmte amerikanische Schriftsteller Mark Twain einst sagte: Geschichte wiederholt sich nicht – aber sie reimt sich oft.

In den letzten Zyklen erwies sich das Bullmarket Support Band als wichtiger Signalgeber für nachhaltige Richtungswechsel im Markt. Als Indikator, der auf Durchschnittswerten vergangener Kurse beruht, eignet es sich zwar für die aktuelle Einschätzung der Zyklusphase und die Lokalisierung wichtiger Unterstützungs- und Widerstandsbereiche. Konkrete Preisprognosen ermöglicht es jedoch nicht. Explizite Zielzonen für kurz- und langfristige Preisbewegungen erhalten die Abonnenten unserer Analysepakete auf Basis der Elliott-Wellen-Methode, die einen deutlicheren und zuverlässigeren Blick in die Zukunft erlaubt. Neben den Krypto-Marktführern Bitcoin und Ethereum sind auch die spannendsten Altcoins Teil unserer Produktpalette.

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