BASF im ersten Quartal 2026: Umsatz über, EPS unter Erwartung
#Deutschland

BASF im ersten Quartal 2026: Umsatz über, EPS unter Erwartung

Author

Arcan Askin

Das Wichtigste in Kürze:

  • BASF-Umsatz erreichte 16.0 Milliarden Euro und übertraf Erwartungen.
  • BASF-EPS lag bei 1.06 Euro und verfehlte den Konsens.
  • Free Cash Flow betrug -1.4 Milliarden Euro im Quartal.

Q1 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz€16.0B€15.9B
EPS€1.06€1.09
Chemikalien€2.7B€2.6B
Materialien€3.2B€3.3B
Industrielösungen€2.1B€2.1B

BASF im ersten Quartal 2026: Umsatz über Erwartungen, EPS darunter

BASF hat im ersten Quartal 2026 beim Umsatz knapp besser abgeschnitten als erwartet, zugleich aber beim Gewinn je Aktie enttäuscht. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 3.0 Prozent auf 16.0 Milliarden Euro, lag damit aber über der Konsensschätzung von 15.9 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen um 120 Millionen Euro. Das Volumenplus von 4.3 Prozent in nahezu allen Segmenten konnte Preis- und Währungseffekte nur teilweise ausgleichen.

Das EPS stieg zwar um 16.6 Prozent auf 1.06 Euro, verfehlte aber die Erwartung von 1.09 Euro um 0.03 Euro. Das bereinigte EPS fiel dagegen um 16.1 Prozent auf 1.32 Euro, was auf schwächere operative Ergebnisqualität hinweist. Der Nettogewinn lag bei 927 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 5.6 Prozent auf 2.4 Milliarden Euro, während das berichtete EBITDA um 5.6 Prozent auf 2.2 Milliarden Euro zulegte.

BASF-Segmente: Oberflächentechnologien stützen das Quartal

Der wichtigste positive Impuls kam von Oberflächentechnologien. Der Segmentumsatz stieg um 9.9 Prozent auf 2.4 Milliarden Euro und lag damit über der Erwartung von 2.3 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sprang um 62.1 Prozent auf 275 Millionen Euro. Treiber waren höhere Edelmetallpreise, stärkere Beiträge aus dem Edelmetallhandel im ECMS-Geschäft sowie bessere Margen im Bereich Batteriematerialien.



Materialien zeigte ein gemischtes Bild: Der Umsatz fiel um 6.1 Prozent auf 3.2 Milliarden Euro und verfehlte die Erwartung von 3.3 Milliarden Euro. Dennoch stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um 8.9 Prozent auf 511 Millionen Euro, gestützt durch Monomers, höhere Volumina, bessere Deckungsbeiträge, niedrigere Herstellungskosten und Restrukturierungseffekte. Chemikalien erzielte 2.7 Milliarden Euro Umsatz gegenüber erwarteten 2.6 Milliarden Euro, blieb aber 4.1 Prozent unter Vorjahr.

Analyse für BASF

Für Anleger bleibt die Cashflow-Seite der zentrale Schwachpunkt. Der Free Cash Flow lag im ersten Quartal 2026 bei -1.4 Milliarden Euro, verbesserte sich aber im Jahresvergleich um 23.5 Prozent. Auch der operative Cashflow blieb mit -797 Millionen Euro negativ, lag jedoch 18.8 Prozent besser als im Vorjahr. Damit zeigt BASF zwar Fortschritte beim Working Capital, aber noch keine echte Cash-Generierung.

Die Bruttomarge betrug 25.9 Prozent, die operative Marge 7.9 Prozent und die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 14.7 Prozent. Das EBIT stieg um 8.8 Prozent auf 1.3 Milliarden Euro, während das EBIT vor Sondereinflüssen um 9.9 Prozent auf 1.4 Milliarden Euro sank. Sonderposten im EBIT beliefen sich auf -173 Millionen Euro. Die Abschreibungen lagen bei 925 Millionen Euro, Forschungsausgaben bei 438 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote von 43.4 Prozent und Nettoschulden von 20.5 Milliarden Euro wirken stabil, aber nicht komfortabel.

Elliot-Wellen-Analyse für BASF SE

Elliot-Wellen-Analyse Chart


Ausblick und Prognose

BASF gab keinen konkreten Ausblick für das nächste Quartal, bestätigte aber die Ziele für das Gesamtjahr 2026. Das Management erwartet weiterhin ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6.2 Milliarden Euro bis 7.0 Milliarden Euro, einen Free Cash Flow von 1.5 Milliarden Euro bis 2.3 Milliarden Euro sowie Kohlendioxid-Emissionen von 17.2 Millionen bis 18.2 Millionen metrischen Tonnen.

Die unveränderte Prognose sendet Stabilität, bleibt aber von erheblichen Risiken begleitet. BASF verwies auf Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten, mögliche Anstiege bei Öl- und Gaspreisen, Lieferkettenrisiken und anhaltenden Preisdruck durch globale Überkapazitäten, besonders im Chemiegeschäft. Für den Markt ist die Botschaft zweigeteilt: Die Umsatzüberraschung von 120 Millionen Euro und bessere Volumina sind positiv, doch die EPS-Verfehlung von 0.03 Euro und der negative Cashflow begrenzen kurzfristig das Aufwärtspotenzial.

📚 Leseempfehlung

Rocket Lab will grüne Zahlen: Geht die 250-Prozent-Rallye weiter?


BASF steht nach gemischten Quartalszahlen im Fokus – und ist Teil unseres Euro-Titans-Pakets, das die Schwergewichte des europäischen Aktienmarkts bündelt. Neben BASF finden Anleger dort auch Qualitätswerte wie ASML, SAP, Siemens, Allianz und LVMH – ideal, um Europas führende Branchenchampions strukturiert im Blick zu behalten. Zum Euro-Titans geht es HIER weiter.

BASF SE Fundamentaldaten - Jahresabschlüsse

    

Author

Arcan Askin

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.