Die wichtigsten Punkte
Deutschland ist im neuen Global Innovation Index (GII) der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) vom 9. auf den 11. Platz gefallen. Damit gehört es erstmals nicht mehr zu den zehn innovativsten Ländern der Welt. China rückt vor und verdrängt Deutschland. Laut WIPO liegen die Schwächen Deutschlands bei Digitalisierung, Start-ups und Bildung. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) warnt zusätzlich, dass Deutschland seine Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte umsetzen müsse.
Deutschland rutscht ab – China steigt auf
Im aktuellen Ranking liegt Deutschland nur noch auf Rang 11. China schaffte es dagegen erstmals in die Top 10. Angeführt wird die Liste laut WIPO weiterhin von der Schweiz, gefolgt von Schweden und den USA. Ebenfalls weit vorne liegen Südkorea, Singapur und die Niederlande.
Was ist der Global Innovation Index?
Der Global Innovation Index ist eine Studie, die jedes Jahr von der WIPO, einer UN-Organisation, veröffentlicht wird. Die WIPO bewertet rund 140 Länder anhand von etwa 80 Kriterien, darunter Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Investitionen von Risikokapital, Zahl der Patentanmeldungen und die Innovationskraft von Exporten.
WIPO: Weltweiter Innovationsmotor stottert
Die WIPO warnt, dass der weltweite Innovationsmotor derzeit nicht auf Hochtouren läuft. Das Wachstum der weltweiten Forschungsausgaben ist 2024 auf 2.9 Prozent gefallen, nach 4.4 Prozent im Vorjahr. Für 2025 erwartet die Organisation nur noch 2.3 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich laut WIPO, dass Risikokapital fast ausschließlich in den USA in den Bereich Künstliche Intelligenz fließt. Andere Länder wie Deutschland profitieren davon kaum.
WIPO: Stärken bei Industrie und Patenten
Die WIPO hebt hervor, dass Deutschland weiterhin über klare Stärken verfügt. Beim verarbeitenden Gewerbe liegt Deutschland weltweit auf Rang 5, bei der Komplexität von Produktion und Exporten ebenfalls auf Rang 5. In der Logistik belegt Deutschland Platz 3. Auch bei Patenten bleibt Deutschland in der Spitzengruppe, ist aber auf Rang 7 zurückgefallen. Besonders die Autoindustrie und große Konzerne investieren weiterhin stark in Forschung und Entwicklung.
WIPO: Schwächen bei Digitalisierung, Start-ups und Bildung
Deutlich schlechter schneidet Deutschland laut WIPO in digitalen und unternehmerischen Bereichen ab:
Bei der Entwicklung von mobilen Apps nur Rang 48.
Bei der Gründungskultur (Entrepreneurship) nur Rang 41.
Bei Risikokapital bewegt sich Deutschland zwischen Platz 30 und 40.
Bei den Bildungsausgaben reicht es nur für Rang 56.
Diese Werte zeigen laut WIPO, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern Rückstände hat, die sich negativ auf die Innovationskraft auswirken.
DPMA: „Anlass zur Sorge“
Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA), die Bundesbehörde für Patente, Marken und Designs, bewertet den Rückgang ebenfalls kritisch. Präsidentin Eva Schewior sagte, der Platzverlust sei ein „Anlass zur Sorge“. Sie fordert, dass Forschungsergebnisse schneller in geschützte Innovationen und marktfähige Geschäftsmodelle umgesetzt werden müssen. Besonders mit Blick auf die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft dürfe Deutschland keine Zeit verlieren.




