AMD-Quartalszahlen: KI stark, China macht Sorgen
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AMD-Quartalszahlen: KI stark, China macht Sorgen

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Carlo Schmid

AMD hat am Dienstag seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des aktuellen Geschäftsjahres vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Trotz anhaltender Herausforderungen durch geopolitische Unsicherheiten und neue Exportbeschränkungen für KI-Chips in Richtung China gelang es dem US-Chiphersteller, Umsatz und Gewinn kräftig zu steigern.


Besonders die starke Nachfrage nach Prozessoren und Grafikchips für Rechenzentren sowie der anhaltende Boom im Bereich Künstliche Intelligenz trieben die Ergebnisse nach oben.   AMDs Geschäftsführerin Lisa Su zeigte sich optimistisch, dass die dynamische Entwicklung rund um KI-Technologien die Belastungen durch die Exportkontrollen deutlich überwiegen wird. Anleger und Analysten reagierten überwiegend positiv auf den Bericht, auch wenn die Aktie nachbörslich etwas ins Stolpern geriet.

Umsatz und Gewinn: AMD überrascht

Im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres hat AMD einen Umsatz von rund 7.4 Milliarden US-Dollar erzielt. Das ist deutlich mehr, als Experten ursprünglich erwartet hatten: im Schnitt war der Markt nur von etwa 7.1 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Die Erwartungen kommen von Analysten, die für Banken und Investmentfirmen arbeiten und regelmäßig Prognosen für große Unternehmen abgeben. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres, als AMD einen Umsatz von rund 5.5 Milliarden US-Dollar erzielt hatte, ist der Umsatz im ersten Quartal 2025 um starke 36 Prozent gestiegen.

Dickes Plus bei Umsatz und Gewinn je Aktie, Vervielfachung beim Nettogewinn: Das erste Quartal lief für AMD wie geschmiert.

Der Nettogewinn im ersten Quartal lag bei 709 Millionen US-Dollar und war damit fast sechsmal höher als im Vorjahreszeitraum, als AMD nur 123 Millionen US-Dollar verdient hatte. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 96 US-Dollar-Cent. Bereinigt bedeutet in diesem Kontext, dass einmalige Sondereffekte, wie zum Beispiel Kosten für Übernahmen oder Rechtsstreitigkeiten, herausgerechnet werden, um ein klareres Bild vom laufenden Geschäft zu zeigen. Die Erwartungen lagen hier bei 94 Dollar-Cent.


Dieser enorme Sprung liegt an mehreren Faktoren: Im Vorjahr hatte AMD noch stark unter einer schwachen Nachfrage im PC- und Gaming-Bereich gelitten und musste hohe Investitionen stemmen, etwa für die Weiterentwicklung neuer Chip-Generationen. Zusätzlich belasteten hohe Lagerbestände und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld die Gewinnmarge. Im ersten Quartal des aktuellen profitiert AMD dann von einer deutlich besseren Nachfrage nach Server- und KI-Chips, höheren Verkaufspreisen und einer besseren Kosteneffizienz. Besonders das boomende Geschäft mit Künstlicher Intelligenz hat die Gewinnsituation spürbar verbessert.


Für das aktuell laufende zweite Quartal rechnet AMD mit einem Umsatz von etwa 7.4 Milliarden US-Dollar. Außerdem erwartet das Unternehmen eine Bruttomarge von rund 43 Prozent. Die Bruttomarge gibt an, wie viel vom Umsatz übrigbleibt, nachdem die direkten Produktionskosten (zum Beispiel für Materialien oder Fertigung) abgezogen wurden. Eine höhere Bruttomarge bedeutet also, dass ein Unternehmen in der Produktion effizienter arbeitet und mehr Gewinn aus seinen Einnahmen herausholen kann.  Im Vergleich dazu lag die Bruttomarge im ersten Quartal 2024 bei 47%. [Simeon Ko1] [Carlo Sch2]

Die Prognosen der Bruttomarge für Q2 2025 liegen also auch über dem, was Analysten im Durchschnitt erwartet hatten – ein gutes Zeichen für das Unternehmen.

KI treibt AMD-Wachstum

AMD hat im ersten Quartal besonders gut mit seinen Produkten für Rechenzentren verdient. Dazu gehören Server-Prozessoren, die in großen Computern stehen, sowie Grafikchips, die speziell für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz entwickelt wurden. In diesem Bereich stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 57 Prozent auf 3.7 Milliarden US-Dollar. Rechenzentren sind große Server-Anlagen, die Unternehmen nutzen, um Daten zu speichern, Webseiten zu betreiben oder rechenintensive Aufgaben wie KI-Modelle zu verarbeiten. AMD stellt leistungsstarke Chips für solche Zentren her.


Für die AMD-Aktie dürfte der Abwärts-Zickzack trotz der guten Quartalszahlen erstmal weitergehen. Wenn das Tief der blauen (II) erstmal erreicht ist, ...
Ein wichtiger Grund für das Wachstum ist der Boom bei Künstlicher Intelligenz. Immer mehr Unternehmen bauen neue KI-Modelle oder verbessern bestehende. Dafür braucht man sehr viel Rechenleistung. AMD liefert spezielle Chips, die entweder beim Training (also dem Lernen der KI) oder beim Einsatz (dem sogenannten Inference, wenn die KI angewendet wird) helfen. Laut AMD-Chefin Lisa Su werden AMD-Chips zum Beispiel von Entwicklern großer KI-Modelle wie OpenAI und DeepSeek genutzt.

Trumps China-Politik macht Sorgen

Trotz der hervorragenden Ergebnisse bleiben Herausforderungen bestehen. Wegen neuer Exportbeschränkungen für KI-Chips in Richtung China rechnet AMD im laufenden Quartal mit 700 Millionen US-Dollar Umsatzverlust. Insgesamt könnte sich der Einfluss dieser Restriktionen auf 1.5 Milliarden US-Dollar bis Ende des Geschäftsjahres belaufen. Der große Konkurrent Nvidia hatte bereits Ende April mitgeteilt, milliardenschwere Abschreibungen wegen der Exportbeschränkungen nach China zu planen.


AMD-Geschäftführerin Lisa Su zeigte sich dennoch zuversichtlich: Die dynamische Entwicklung im KI-Sektor biete genug Rückenwind, um die Belastungen durch Handelsbeschränkungen mehr als auszugleichen. In Teilen speist sich dieser Optimismus auch aus den Erfolgen im Geschäft mit Privatkunden. Im Bereich Client-Computing – das umfasst Prozessoren für klassische Endkundenprodukte wie Laptops und Desktop-PCs – konnte AMD im ersten Quartal eine starke Umsatzsteigerung von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.


... dann kann es für AMD wieder nachhaltig aufwärts gehen: In der nächsten Impulsstruktur sind für den Nvidia-Verfolger laut unserer Analyse neue Rekordstände drin.
Haupttreiber dieser Entwicklung war die hohe Nachfrage nach AMDs neuesten Prozessoren der Zen-5-Generation, die im Sommer 2024 auf den Markt gebracht wurden und sowohl in leistungsstarken Notebooks als auch in High-End-PCs eingesetzt werden. Die Gaming-Sparte, zu der unter anderem Chips für Spielkonsolen wie die PlayStation 5 und die Xbox Series X und S gehören, musste hingegen einen deutlichen Umsatzrückgang von 30 Prozent verkraften. Als Hauptgrund nennt AMD eine rückläufige Nachfrage im Konsolengeschäft, da sich die aktuelle Konsolengeneration mittlerweile in einer späten Phase ihres Lebenszyklus befindet.


Ebenfalls leicht rückläufig war das Geschäft im Embedded-Segment, dessen Produkte aus der Übernahme des Halbleiterunternehmens Xilinx im Jahr 2022 stammen. Dieses Geschäftsfeld umfasst spezialisierte Prozessorlösungen, die vor allem in Bereichen wie Automobiltechnik, Luft- und Raumfahrt, Industrieautomation und Telekommunikation eingesetzt werden. Hier verzeichnete AMD einen Umsatzrückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nunmehr auf 823 Millionen US-Dollar.

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Nach dem Tief von Anfang April, als der Kurs fast auf 75 US-Dollar zurückfiel, hat sich die AMD-Aktie deutlich erholt und lugte gestern kurz über die 105 Dollar. Vor Börsenöffnung am Donnerstag notiert das Papier wieder etwas tiefer und versucht, die runde 100-Dollar-Marke zu verteidigen. Deutlich höher hinaus sollte der aktuelle Anstieg aber ohnehin nicht führen, kurzfristig dürfte AMD das Tief von Anfang April noch einmal unterschreiten.


Auch über die nächsten Monate rechnen wir bei der AMD-Aktie mit anhaltendem Abgabedruck, damit sich der Kurs im Abwärts-Zickzack zum Tief der übergeordneten blauen Korrekturwelle (II) vorarbeiten kann. Ist diese Korrekturbewegung (für deren Ende unsere Abonnenten eine konkrete Zielzonen mit genauen Preiskoordinaten für etwaige Einstiege erhalten) abgeschlossen, kann der nächste lange Anstieg beginnen und die Aktie des Nvidia-Verfolgers auf neue Rekordstände tragen. Mehr zur AMD-Aktie und 32 weiteren Technologie-Titeln wie Amazon, Apple oder Meta in unserem Tech33-Analysepaket!

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