Albtraum-Quartal für Tesla: Auslieferungen, Umsatz und Gewinn crashen
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Albtraum-Quartal für Tesla: Auslieferungen, Umsatz und Gewinn crashen

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Simeon Koch

Dass Tesla erstmal nicht zu alter Stärke zurückfindet, hatte die Wallstreet schon erwartet. Im zweiten Quartal des Vorjahres lag der Umsatz des ehemaligen E-Auto-Shootingstars noch bei 25.5 Milliarden Dollar gelegen. Für die abgelaufenen drei Monate prognostizierten Experten nur noch 22.7 Milliarden.

Grund für den Pessimismus ist weiterhin Elon Musks kontroverse politische Rolle, die nicht nur Tesla-Kunden vergrault, sondern auch die monatelange Schlammschlacht mit US-Präsident Donald Trump sowie interne Gerüchte nach sich zog, der Tesla-Vorstand wolle Musk absetzen. Das  Durcheinander schadet dem Geschäft – und schlägt sich erneut in den Quartalszahlen nieder. Umsatz und Gewinn sind deutlich gefallen, die Auslieferungen neuer Modelle stocken gefährlich.

Für Tesla wird es ungemütlich – auch vor der eigenen Haustür

Elon Musk hatte schon mal mehr Fans in den Vereinigten Staaten. Mit kontroversen Projekten seiner halboffiziellen Behörde für Regierungseffizienz (DOGE) – etwa Massen-Entlassungen in Behörden oder die Sabotage der US-Entwicklungshilfe USAID – verschreckte der Multimilliardär ausgerechnet links und ökologisch eingestellte junge Menschen, die früher mal zu den wichtigsten Tesla-Käufergruppen zählten. Musks politische Kapriolen sind aber nicht das einzige Problem, das auf Teslas Bilanz lastet. Immer spürbarer wird die harte Konkurrenz aus China, Branchegrößen wie BYD, Nio oder Xpeng zwacken Tesla mit ihren weitaus günstigeren Modellen immer mehr Marktanteile ab.


Die Tesla-Aktie ist nach dem Test des Widerstands bei rund 373 Dollar wieder im Sinkflug. Mittelfristig dürfte es zurück unter 200 Dollar gehen.
Aber auch vor der eigenen Haustür wird es für Tesla zusehends ungemütlich. Schon Anfang Juli hatte Tesla mitgeteilt, die Auslieferungen neuer Modelle seien im Jahresvergleich um alarmierende 14 Prozent auf nunmehr 384 000 Stück gefallen. So mies hat sich die Bilanz in Teslas Siegeszug der letzten Jahre selten entwickelt. Verantwortlich für die gefährlich stockenden Verkäufe machte das Unternehmen vor allem Schwierigkeiten in globalen Lieferketten wegen Donald Trumps aggressiver Zollpolitik. „Wegen dieser abrupten Veränderungen haben wir in diesem Quartal nur sehr begrenzte Vorräte an Fahrzeugen in den Vereinigten Staaten“, klagte Teslas Finanzchef Vaibhav Taneja.

„Wir könnten ein paar harte Quartale haben“

Für Probleme sorgt auch Trumps One Big Beautiful Bill, gegen die Elon Musk auf seiner Social-Media-Plattform X vor der denkbar knappen Abstimmung im US-Parlament wochenlang Stimmung gemacht hatte. Das neue Steuerregularium, das mit der Beautiful Bill verabschiedet wurde, streicht wichtige steuerliche Begünstigungen für Käufer von Elektro-Fahrzeugen. Dass die Tesla-Nachfrage dadurch weiter leiden könne, scheint aktuell aber gar nicht die primäre Befürchtung zu sein. Vielmehr sorgt man sich intern um termingerechte Fertigung angesichts hartnäckiger Lieferketten-Probleme.


Umsatz und Nettogewinn fallen deutlich, die Produktion lahmt und die Auslieferungen enttäuschen: Tesla hat ein hartes Quartal hinter sich, Elon Musk erwartet weitere Schwierigkeiten.
„Wir sind möglicherweise nicht in der Lage, die Auslieferung von Bestellungen zu garantieren, die in der zweiten Augusthälfte und darüber hinaus aufgegeben werden“, gab Finanzchef Taneja zu bedenken. Teslas Geschäftsführer Elon Musk bemühte sich ebenfalls, die Erwartungen seiner Aktionäre möglichst behutsam zu dämpfen: „Wir könnten wohl ein paar harte Quartale haben“, sagte Musk am Rande der Präsentation von Teslas jüngsten Quartalszahlen und fügte an: „Ich sage nicht, dass es so sein wird, aber es ist möglich.“

Etwas schönfärberisch ist diese Einschätzung in jedem Fall, schließlich steckt Tesla schon mitten im Schlamassel: Der Umsatz fiel 25 Milliarden im Vorjahr auf 22.5 Milliarden und lag damit sogar unter den zurückhaltenden Prognosen der Wallstreet. Die Einnahmen aus Autoverkäufen sanken von 19.9 Milliarden im Vorjahresquartal auf nunmehr 16.7 Milliarden und auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0.40 Dollar unter den erwarteten 0.43 und satte 23 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Ähnlich empfindlich wurde der Nettogewinn getroffen: Nach 1.4 Milliarden im Zeitraum zwischen April und Juni 2024 verdiente Tesla im abgelaufenen zweiten Quartal nur noch 1.17 Milliarden – fast 16 Prozent weniger.

Wie geht’s weiter mit der Tesla-Aktie?

Seit Jahresbeginn befindet sich die Tesla-Aktie trotz zwischenzeitlich kurzer Anstiege im Sinkflug. Am Mittwoch schloss das Papier bei einem Minus von 18 Prozent im Vergleich zum Jahresstart, was Tesla zum schwächsten Glied der großen Tech-Gilde um Microsoft, Meta, Nvidia und Co. macht. Zwar will der Konzern gegenüber den Billig-Anbietern aus China wieder Marktanteile zurückgewinnen und gab an, schon seit Juni an einem günstigeren Modell zu arbeiten, das „in der zweiten Jahreshälfte mit großem Volumen“ produziert wird – große Euphorie kommt an der Börse bisher aber nicht auf. Und auch Musks große Robotaxi-Versprechen liegen schon länger nicht mehr im Zeitplan. Tesla droht, von Alphabets Robo-Tochter Waymo abgehängt zu werden.


Nach der anstehenden Korrektur kann es für Tesla auf neue Rekordstände gehen. Sogar vierstellige Kurswerte dürften dann drin sein.
Entsprechend impulslos dümpelt die Tesla-Aktie gerade durch den Chart. Nach dem heftigen Abverkauf vom Dezember-Top bei gut 488 Dollar bis zum April-Tief, bei dem der Kurs die Unterstützung bei 215 Dollar gleich doppelt testete, ging es zwar um deutliche 70 Prozent aufwärts. Seitdem aber wird das Wertpapier wieder sukzessive abverkauft. Mittelfristig rechnen wir mit anhaltender Kursschwäche und weiteren Rücksetzern, die deutlich unter die 215-Dollar-Marke führen können. Ist die übergeordnete magentafarbene Korrekturwelle (5) dort unten abgeschlossen, so kann der nächste lange Aufwärtsimpuls starten. Längerfristig rechnen wir mit neuen Allzeithochs – wenn alles nach Plan verläuft sind dann sogar vierstellige Kurswerte drin.

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Simeon Koch

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