Adidas mit Rekordumsatz – doch der Gewinn enttäuscht
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Adidas mit Rekordumsatz – doch der Gewinn enttäuscht

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Arcan Askin

Das Wichtigste in Kürze:

  • Adidas steigert den Umsatz im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 6743 Milliarden Euro.
  • Das EPS verfehlt mit 2.10 Euro den Konsens um 0.30 Euro.
  • Die Bruttomarge steigt um 0.8 Prozentpunkte auf 52.5 Prozent.

Q2 2026 QuartalsergebnisseIst-WertSchätzung
Umsatz€6.743B€6.63B
EPS€2.10€2.40



Adidas im zweiten Quartal 2026: Rekordumsatz übertrifft Erwartungen

Adidas hat im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 6743 Milliarden Euro erzielt. Damit übertraf der Sportartikelhersteller die Analystenerwartung von 6.63 Milliarden Euro um 113 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Erlöse um 13 Prozent, währungsbereinigt sogar um 14 Prozent.

Beim Ergebnis blieb Adidas dagegen hinter dem Konsens zurück. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich im Jahresvergleich zwar um drei Prozent auf 2.10 Euro, verfehlte die erwarteten 2.40 Euro jedoch um 0.30 Euro. Der operative Gewinn legte um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro zu, der Nettogewinn um sechs Prozent auf 398 Millionen Euro. Der Nettofinanzaufwand sank von 58 Millionen Euro auf 44 Millionen Euro, während die Steuerquote 25.0 Prozent betrug.

Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um zehn Prozent auf 13 335 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 14 Prozent. Der operative Gewinn stieg um elf Prozent auf 1279 Milliarden Euro, der Nettogewinn um neun Prozent auf 882 Millionen Euro. Das Halbjahres-EPS erreichte 4.81 Euro nach 4.47 Euro.

Leistungssport und Bekleidung treiben Adidas an

Der Leistungssport war mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 39 Prozent der wichtigste Wachstumstreiber. Eine außergewöhnlich hohe Fußballnachfrage im Umfeld der Weltmeisterschaft, rund 30 Prozent Wachstum im Running-Geschäft sowie Zuwächse bei Training und Motorsport sorgten für Dynamik. Bekleidung wuchs um 35 Prozent und ließ Schuhe mit lediglich einem Prozent deutlich hinter sich. Accessoires legten um 20 Prozent zu, während Lifestyle nur zwei Prozent erreichte. Absolute Segmentumsätze und Analystenschätzungen wurden nicht ausgewiesen. Ein direkter Soll-Ist-Vergleich ist deshalb nicht möglich.



Das Direktkundengeschäft von Adidas expandierte um 25 Prozent, getragen von 27 Prozent Wachstum im E-Commerce und 23 Prozent im eigenen Einzelhandel. Der Großhandel legte um sechs Prozent zu. Regional führte Lateinamerika mit 28 Prozent, gefolgt von Japan und Südkorea mit 18 Prozent, Nordamerika mit 17 Prozent, Großchina mit 15 Prozent und den Schwellenländern mit zwölf Prozent. Europa blieb wegen vorsichtiger Großhandelsbestellungen und Rabatten auf Lifestyle-Schuhe mit sechs Prozent zurück.

Einordnung und Analyse der Adidas-Zahlen

Die Ergebnisqualität fällt gemischt aus. Die höhere Vollpreisquote im Direktkundengeschäft hob die Bruttomarge um 0.8 Prozentpunkte auf 52.5 Prozent. Gleichzeitig sank die operative Marge um 0.7 Prozentpunkte auf 8.5 Prozent, weil die operativen Aufwendungen um 17 Prozent auf 2983 Milliarden Euro beziehungsweise 44.2 Prozent des Umsatzes stiegen. Marketing- und Verkaufsstellenkosten erhöhten sich um 30 Prozent auf 924 Millionen Euro oder 13.7 Prozent der Erlöse. Allein die WM-bezogenen Marketingausgaben nahmen um 212 Millionen Euro zu. Die Verwaltungskosten stiegen um zwölf Prozent auf 2059 Milliarden Euro beziehungsweise 30.5 Prozent des Umsatzes.

Free Cashflow und operativer Cashflow wurden für das Quartal nicht berichtet. Auch Vorjahresvergleiche liegen nicht vor. Das erschwert die Beurteilung der Cash-Conversion. Die Vorräte stiegen um 13 Prozent auf 5969 Milliarden Euro, das operative Working Capital um 18 Prozent auf 6661 Milliarden Euro beziehungsweise durchschnittlich 24.0 Prozent des Umsatzes. Positiv sind liquide Mittel von 1159 Milliarden Euro, ein Plus von 51 Prozent. Die bereinigte Nettoverschuldung erhöhte sich jedoch um drei Prozent auf 5193 Milliarden Euro, bei einem Verschuldungsgrad von 1.6. Zusätzlich zahlte Adidas 491 Millionen Euro Dividende und investierte 525 Millionen Euro in Aktienrückkäufe.

Elliot-Wellen-Analyse für adidas AG

Elliot-Wellen-Analyse Chart


Ausblick und Prognose

Nach dem umsatzstarken Quartal hob Adidas die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum 2026 auf neun bis zehn Prozent an. Die Zielmarke für den operativen Gewinn blieb dagegen bei rund 2.3 Milliarden Euro. Das signalisiert, dass das Management zwar von anhaltend hoher Nachfrage ausgeht, kurzfristig aber keine entsprechend starke Margenausweitung erwartet.

Im Fokus steht damit die Frage, ob Fußball, Running und das Direktkundengeschäft ihre Dynamik halten können, während die erhöhten Marketingausgaben auslaufen. Im ersten Halbjahr erreichte Adidas eine Bruttomarge von 51.8 Prozent und eine operative Marge von 9.6 Prozent. Diese Werte bilden eine solide Basis, doch steigende Lagerbestände und das überproportionale Working-Capital-Wachstum bleiben Risiken.

Eine konkrete Analystenschätzung für Umsatz und operativen Gewinn des Gesamtjahres wurde nicht mitgeliefert. Nach der Verfehlung der EPS-Erwartung dürften am Markt vor allem Fortschritte bei der Kostenkontrolle, beim Cashflow und bei der operativen Marge im Fokus stehen, damit die höhere Umsatzprognose auch in überproportionales Gewinnwachstum mündet.

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adidas AG Fundamentaldaten - Jahresabschlüsse

    

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