Zwei große Krypto-Börsen schließen: Sind Binance, Coinbase & Co. noch sicher?
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Zwei große Krypto-Börsen schließen: Sind Binance, Coinbase & Co. noch sicher?

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Simeon Koch

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Wie das Grillen zum deutschen Sommer gehört zu jedem Krypto-Winter die Pleite von mindestens einer namhaften Börse. 2014 war es die damals weltgrößte Bitcoin-Börse Mt. Gox aus Japan (mit 850 000 verlorenen BTC bis heute der nominell größte Krypto-Hack aller Zeiten), 2019 die führende kanadische Handelsplattform QuadrigaCX (deren Gründer auf mysteriöse Weise mit allen Wallet-Keys verschwand) und im Winter 2022 – die meisten werden sich noch lebhaft daran erinnern – kollabierte FTX mit vielen Milliarden verzockten Kundengeldern.

Auch der aktuelle Krypto-Winter kann seit dem Wochenende zwei prominente Börsenpleiten vorweisen: Am Wochenende gab BitMex, vor zwölf Jahren von Krypto-Sternchen Arthur Hayes mitgegründet, ihren Shutdown bekannt. Wenige Stunden später folgte die seit neun Jahren operierende Börse BitMart. Beide versicherten, dass ihre Schließungen (anders als bei FTX) geregelt und ohne Verluste von Kundengeldern ablaufen sollen. Nutzer klagten aber bereits über Verzögerungen bei Auszahlungen und verdächtige Liquidationen. Über allem hängt die bange Frage: Könnten weitere Börsen in die Knie gehen? Und wo sind Kryptos jetzt noch sicher?

Das Ende zweier Krypto-Pioniere: Warum BitMEX und BitMart schließen

BitMEX gehörte zu den wichtigsten Pionieren der Kryptobranche. Die Börse führte 2016 die heute weit verbreiteten Perpetual Futures ein – unbefristete Terminkontrakte, die den modernen Kryptoderivate-Handel entscheidend prägten. Der prominente Mitgründer Arthur Hayes machte BitMEX zeitweise zur größten Plattform für gehebelte Bitcoin-Wetten. 2022 hatten sich die Mitgründer Arthur Hayes, Benjamin Delo und Samuel Reed schuldig bekannt, gegen US-Vorschriften zur Geldwäscheprävention verstoßen zu haben. Sie wurden im vergangenen Jahr von US-Präsident Donald Trump begnadigt.


BitMEX und BitMart stellen den Betrieb ein. BitMEX gilt als großer Krypto-Trading-Pionier. Obwohl beide eine geregelte Abwicklung angekündigt haben, gibt es Störgeräusche.


BitMEX stellt nach elf Jahren den Betrieb zum 23. September 2026 ein. Als Grund nannte der Betreiber lediglich eine strategische Neuausrichtung. Nutzer sollen ihre Positionen schließen und Guthaben rechtzeitig abheben. Rund um die Ankündigung der eigenen Schließung geriet BitMEX erneut unter Druck: Der jüngste Vorwurf lautet auf mutmaßlichen Insiderhandel, unrechtmäßige Liquidationen und Veruntreuung von Kundengeldern. Geklagt hat Wochenende der Betreiber einer anderen Krypto-Plattform, der laut eigenen Angaben über 600 BTC an BitMEX verloren hat. Trotz der historischen Bedeutung dürfte die BitMEX-Schließung den Kryptomarkt kaum bewegen: Die Börse hielt zuletzt weniger als 0.01 Prozent Marktanteil.

Nur wenige Tage nach BitMEX kündigte auch BitMart nach neun Jahren das Ende seiner Handelsplattform an. Neue Registrierungen und Einzahlungen sind bereits gestoppt. Der Handel endet am 26. August 2026, die vollständige Schließung folgt am 31. Januar 2027. Als Gründe nannte das Unternehmen ein schwieriges Marktumfeld. Obwohl BitMEX und BitMart alle ihre Kunden geregelt auszahlen wollen, sorgten die Schließungen bereits für Millionenverluste – und zwar bei den börseneigenen Tokens BMEX (BitMex) und BMX (BitMart). Noch vor einer Woche hatten beide gemeinsam eine Marktkapitalisierung von gut 100 Millionen Dollar. Rund um die Schließung fielen BMEX um 95 und BMX um 84 Prozent.

Binance fliegt aus Europa: Welche Börsen sind jetzt noch sicher?

Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ und Gründer der weltweit größten Kryptobörse Binance, äußerte sich in zwei Beiträgen auf X zur Schließung von BitMEX. Er bezeichnete das Ende der Börse als traurig, lobte aber den geordneten Ablauf: „Zumindest scheint es eine geordnete Abwicklung zu sein, bei der Nutzer ihre Vermögenswerte abziehen können.“ Gleichzeitig würdigte er den prominenten Mitgründer und schrieb: „Respekt an Arthur Hayes.“ Zudem empfahl CZ Anlegern entweder die Selbstverwahrung ihrer Kryptowährungen oder die Nutzung großer, etablierter Handelsplattformen.


Im Juli endete die MiCA-Frist in der EU. Binance steht auf der Kippe, während Coinbase, Kraken, Bitpanda und Co. zugelassen sind. Selbstverwahrung schließt Börsenrisiken aus.


Für Anleger gilt: Große Börsen wie Coinbase oder Binance gelten derzeit als vergleichsweise sicher, wobei Binance sich infolge der MiCA-Regulierung voraussichtlich schrittweise aus dem europäischen Markt zurückziehen muss. Als regulierte Alternativen bieten sich unter anderem Coinbase, Bitpanda, Bitvavo oder Bybit an. Den besten Schutz vor einer Börseninsolvenz bietet jedoch die Selbstverwahrung auf einer Cold Wallet, etwa von Ledger oder Trezor. Allerdings tragen Nutzer dann die volle Verantwortung: Wer seine Zugangsdaten verliert, kann im schlimmsten Fall nicht mehr auf seine Kryptowährungen zugreifen. Einsteiger sollten sich zunächst gründlich mit den Chancen und Risiken der Selbstverwahrung vertraut machen.

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Der Kryptomarkt selbst ließ sich am Wochenende von den Turbulenzen rund um BitMEX und BitMart nicht beeindrucken. Heute Morgen klettert Bitcoin in Richtung 66 000 Dollar, Ethereum ringt seit Tagen mit der 2000-Dollar-Marke. Deutlich schwächer ging der US-Markt ins Wochenende: Der S&P 500 schloss am Freitag bei gut 7400 Punkten (Futures am Montagmorgen über 7500), der Nasdaq-100 knapp über 28 000 (vorbörslich zurück über 28 700 Punkte). Gestützt wird die leichte Erholung von einer Abkühlung im Ölmarkt: Nach dem rasanten Anstieg von unter 70 Dollar Anfang des Monats auf rund 95 am vergangenen Donnerstag fällt der WTI-Ölpreis nach erneuten Annäherungen zwischen den USA und dem Iran auf knapp 85 Dollar.


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