Das Wichtigste in Kürze:
- Donald Trump reist erstmals seit 2020 wieder persönlich zum Weltwirtschaftsforum nach Davos.
- Die USA entsenden mit über 300 Personen ihre bislang größte Delegation.
- Zentrale Staatschefs wie Xi Jinping und Narendra Modi bleiben dem Treffen fern.
Trumps Rückkehr macht Davos zum politischen Brennpunkt
Donald Trump reist 2026 persönlich nach Davos und rückt das Weltwirtschaftsforum stärker denn je ins Zentrum globaler Machtpolitik. Erstmals seit seinem Auftritt im Jahr 2020 erscheint der US-Präsident wieder vor Ort und bringt laut Veranstaltern die größte US-Delegation in der Geschichte des Forums mit. Mehr als 300 Regierungsvertreter und Mitarbeiter begleiten ihn in die Schweizer Alpen.
Insgesamt rechnen die Organisatoren mit knapp 3000 Teilnehmern, darunter rund 400 Politiker, 850 Vorstandsvorsitzende und 100 Vertreter der Tech-Branche. Trumps Besuch gilt als bewusst gesetztes Signal. Beobachter erwarten, dass er seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen offensiv präsentiert und geopolitische Positionen unmissverständlich vertritt. Bereits sein virtueller Auftritt im Vorjahr hatte in Davos für erhebliche Unruhe gesorgt.
Wer fehlt, sagt viel über die globale Lage
Auffällig ist nicht nur, wer nach Davos kommt, sondern auch, wer fernbleibt. Weder Chinas Präsident Xi Jinping noch Indiens Premierminister Narendra Modi stehen auf der offiziellen Teilnehmerliste. Auch Brasiliens Präsident Lula da Silva bleibt dem Treffen fern. Zudem entsendet die dänische Regierung keine Vertreter, vor dem Hintergrund des eskalierenden Streits um Grönland.
Trump hatte zuletzt mit neuen Zöllen gegen europäische Staaten gedroht, sollten diese seine Forderungen zur Annexion der Insel nicht unterstützen. Gleichzeitig ist die Wirtschaft stark vertreten. Rund 1700 Top-Manager haben ihre Teilnahme zugesagt, darunter 850 CEOs.
Erwartet werden unter anderem Nvidia-Chef Jensen Huang, Amazon-CEO Andy Jassy, Palantir-CEO Alex Karp sowie Meta-Spitzenmanagerin Dina Powell McCormick. Die hohe Dichte an Unternehmenslenkern unterstreicht die wachsende Bedeutung wirtschaftlicher Interessen in Davos.
Merz zwischen Deeskalation und Machtinteressen
Für Bundeskanzler Friedrich Merz wird Davos zu einer diplomatischen Bewährungsprobe. Der Streit um Grönland und die angedrohten US-Zölle gelten als inoffizielle Hauptthemen am Rande des Forums. Merz setzt auf vertrauliche Gespräche und verfolgt eine bewusst zurückhaltende Strategie, um den Gesprächsfaden zu Trump nicht abreißen zu lassen. Zugleich will er die USA im Ukraine-Krieg als zentralen Unterstützer an Bord halten.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Davos erwartet und dürfte den direkten Austausch mit Trump suchen. Für Investoren rückt damit weniger die offizielle Agenda in den Fokus als die Frage, ob hinter verschlossenen Türen Signale für Entspannung oder neue Eskalationen gesetzt werden. Davos 2026 wird so zum Seismografen politischer Risiken mit direkter Marktrelevanz.
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FAQ
Wer finanziert den WEF?
Der Weltwirtschaftsforum finanziert sich vor allem über etwa 1000 Mitglieds- und Partnerbeiträge großer Unternehmen. Ergänzend kommen Teilnahmegebühren für Veranstaltungen, Einnahmen aus Studienprojekten sowie Kooperationen mit internationalen Organisationen hinzu. Staatliche Direktfinanzierung spielt keine zentrale Rolle.
Wer steht hinter dem WEF?
Träger des WEF ist eine unabhängige Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Geleitet wird sie vom Präsidenten und CEO Børge Brende. Strategische Entscheidungen trifft ein Stiftungsrat, dem Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angehören.





