Fed warnt: US-Wirtschaft leidet unter Zöllen
Der Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, Alberto Musalem, hat vor negativen Folgen der US-Zölle auf die US-Wirtschaft gewarnt. In einer Rede in Minneapolis erklärte er am Dienstag, dass die Handelspolitik das Wirtschaftswachstum belaste und den Arbeitsmarkt schwäche. Trotz einer vorübergehenden Deeskalation im Zollstreit mit China erwartet Musalem weitere Belastungen, auch für die Inflation. Die Geldpolitik sei aber bereit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.
Die US-Notenbank belässt die Zinsen vorerst unverändert, da sie zwei mögliche Szenarien für die Inflation sieht: temporäre oder anhaltende Preissteigerungen durch Zölle. Sollte Letzteres eintreten, müsse die Fed laut Musalem die Preisstabilität priorisieren, also weiter gegen die Inflation vorgehen. Die Fed will also nicht vorschnell handeln, sondern im Zweifel lieber länger auf einem restriktiven Kurs bleiben, um zu verhindern, dass sich die Inflation festsetzt. Das bedeutet: Die Geldpolitik soll vorerst restruktiv bleiben.
Zollpause: Handel zwischen USA und China wächst
Der Handel zwischen China und den USA ist nach einer befristeten Zollpause rasant angestiegen. In der Woche ab dem 12. Mai – als beide Länder eine 90-tägige Senkung der Zölle vereinbarten – haben sich die Buchungen auf Frachtschiffe in die USA mehr als verdoppelt. Auch die Nachfrage für Containertransporte und Luftfracht zogen deutlich an, während chinesische Fabriken rund um die Uhr produzieren, um die gestiegene Nachfrage rechtzeitig zu bedienen.
Der Anstieg ist ein klassischer Vorzieheffekt: Unternehmen wollen möglichst viele Waren verschiffen, bevor die Zölle wieder steigen. Solche Front-Loadings sorgen oft für kurzfristige Lieferengpässe und Preisschwankungen. Analysten und Experten warnen daher vor Turbulenzen in den Lieferketten, falls es zu einem erneuten Zollschock kommt, insbesondere mit Blick auf Trumps Handelspolitik.
Elon Musk: Tesla kauft Nvidia- und AMD-Chips
Elon Musk hat angekündigt, dass Tesla und seine KI-Firma xAI weiterhin massiv Chips von Nvidia und AMD einkaufen werden. In einem CNBC-Interview erklärte er, dass xAI bereits 200 000 Grafikprozessoren (GPUs) im Colossus-Rechenzentrum bei Memphis installiert hat, eine Million sollen folgen. Colossus ist eines der weltweit größten KI-Trainingszentren und dient zur Entwicklung leistungsstarker Modelle für Anwendungen wie Sprach- und Bilderkennung.
Auch Teslas Supercomputer Dojo im Rechenzentrum Buffalo wird mit GPUs betrieben, um dort riesige Datenmengen aus dem Straßenverkehr zu verarbeiten – etwa für den Tesla-Autopiloten und den humanoiden Roboter Optimus. Musk sieht in der Verfügbarkeit von Chips derzeit das größte Hindernis für den KI-Fortschritt – bald jedoch werde es der Strom sein. Kritiker werfen xAI bereits vor, in Memphis umweltschädliche Turbinen einzusetzen, die Stickoxide ausstoßen und womöglich gegen Umweltvorgaben verstoßen.
Apple holt Fortnite zurück in den AppStore
Apple hat am Dienstag das beliebte Videospiel Fortnite wieder in den US-AppStore aufgenommen, fünf Jahre nach dem Rauswurf. Die Rückkehr erfolgte kurz nachdem ein Richter Apple zur Klärung der Verzögerung aufgefordert hatte. Hintergrund war ein jahrelanger Streit mit Entwickler Epic Games, der begann, als Epic versuchte, Apples bis zu 30 Prozent hohe App-Store-Gebühren durch eigene Zahlungswege zu umgehen.
Die Entscheidung folgt einem kürzlich gefällten Gerichtsurteil, das Apple dazu zwingt, fremden Apps alternative Bezahlmethoden zu erlauben. Fortnite musste dafür Apples Prüfprozess erneut durchlaufen. Der Fall steht sinnbildlich für den Kampf um die Machtverhältnisse im App-Ökosystem, zwischen Plattformbetreibern wie Apple und Entwicklern, die mehr Kontrolle über ihre Einnahmen fordern. Apple legt aktuell Berufung gegen das Urteil ein, es bleibt also spannend.
Alphabets Waymo verdoppelt Robotaxi-Service
Waymo, die Robotaxi-Tochter von Google-Mutterkonzern Alphabet, hat nach eigenen Angaben die Marke von zehn Millionen Fahrten erreicht und damit die Zahl der Trips in nur fünf Monaten verdoppelt. Das autonome Fahrdienst-Angebot ist in Städten wie San Francisco, Los Angeles, Austin und Phoenix aktiv und zählt mittlerweile über 250 000 bezahlte Fahrten pro Woche.
Trotz dieser Wachstumszahlen schreibt Waymo noch keine Gewinne. Die Firma setzt auf besonders sichere Fahrstrategien mit Laser-Sensoren, während Konkurrent Tesla auf Kameras setzt. Die Expansion in den Großraum San Jose wurde gerade genehmigt – ein Schritt, der zeigt, dass Robotaxis zunehmend fester Bestandteil im Alltag vieler Menschen werden. Waymos ambitioniertes Ziel: den Dienst profitabel machen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit eingehen zu müssen.
Das war's schon mit dem US- und Technologie-Newsflash. Der nächste kommt, wie gewohnt, am kommenden Mittwoch.







