US-Newsflash: US-BIP schrumpft, Trump vs. Bezos, gutes Q1 für Spotify und Coca-Cola
#Global Markets

US-Newsflash: US-BIP schrumpft, Trump vs. Bezos, gutes Q1 für Spotify und Coca-Cola

Author

Carlo Schmid

BIP negativ: USA droht Rezession


Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2025 um 0.3 Prozent geschrumpft, das erste Quartalsminus seit drei Jahren. Gleichzeitig haben die wichtigsten Inflationskennzahlen angezogen: Die Kernrate der Verbraucherpreise (PCE) wurde für den Vormonat auf drei Prozent nach oben revidiert und lag diesmal mit 2.3 Prozent knapp über den erwarteten 2.2 Prozent. Während die Konjunktur also bremst, ziehen die Preise an. Das Stichwort, das in Finanzkreisen jetzt die Runde macht: Stagflation.

Was bedeutet das? Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die Wirtschaftsleistung eines Landes. Normalerweise wächst es – ein Rückgang ist ein Alarmsignal. Gleichzeitig messen die PCE-Preise, wie sich der Konsum verteuert. Dass die Inflation trotz Konjunkturflaute nicht zurückgeht, liegt unter anderem an massiven Importen vor Inkrafttreten neuer Zölle unter Präsident Trump. Die US-Notenbank steckt nun in der Zwickmühle: Soll sie gegen Inflation ankämpfen oder die lahmende Wirtschaft stützen?

Trump kürzt Auto-Zölle


Donald Trump hat nach massivem Druck der Autoindustrie erste Zölle wieder gelockert – und das ausgerechnet zum 100-Tage-Jubiläum seiner zweiten Amtszeit. Zeitgleich verbucht die Wall Street ein Rekordtief: Noch nie seit über 50 Jahren war der Start eines US-Präsidenten an der Börse so schwach. Die Märkte ächzen unter den hektischen Kurswechseln der Handelspolitik – und das Vertrauen bröckelt.


Trump hatte im März überraschend neue Zölle auf Autos und Autoteile verhängt, um die US-Produktion zu stärken. Die Folge: Chaos bei Unternehmen, steigende Preise, Abstürze an der Börse. Nun erlaubt er Erleichterungen für Firmen mit US-Werken – zumindest vorübergehend. Doch das Hin und Her sorgt für Unsicherheit: Anleger fliehen, der Dollar schwächelt, US-Staatsanleihen verlieren an Attraktivität.

Bezos vs. Trump bei Amazon


Donald Trump hat sich persönlich beim Onlinehandel-Giganten Amazon gemeldet, um geplante Zollhinweise auf der Website zu stoppen. Der Onlinehändler hatte intern darüber diskutiert, bei bestimmten Produkten sichtbar zu machen, wie stark sich Trumps neue Importzölle auf den Endpreis auswirken. Das Weiße Haus reagierte darauf mit scharfer Kritik und bezeichnete die Pläne als „feindlichen Akt“. Kurz darauf dementierte Amazon, solche Hinweise öffentlich geplant zu haben. Trump lobte daraufhin Jeff Bezos für dessen schnelle Reaktion.



Amazon hatte erwogen, bei besonders günstigen Produkten auf Preisaufschläge durch die neuen Zölle hinzuweisen. Hintergrund ist eine Zollerhöhung auf viele Importwaren, insbesondere aus China. Das Weiße Haus befürchtete laut Medienberichten, dass solche Hinweise die Maßnahmen der Regierung in schlechtes Licht rücken könnten. Öffentlich betonte Amazon, man habe nie konkrete Pläne für die Hauptplattform gegeben.

Coca-Cola steigert Gewinn


Coca-Cola hat im ersten Quartal 2025 die Erwartungen der Wall Street übertroffen und bleibt trotz globaler Handelskonflikte bei seiner Jahresprognose. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 73 US-Dollar-Cent, zwei Cent über den Erwartungen. Der Umsatz erreichte 11.2 Milliarden Dollar und damit mehr als die prognostizierten 11.1 Milliarden. Besonders stark lief das Geschäft in China, Indien und Brasilien, wo das Absatzvolumen um zwei Prozent zulegte. Coca-Cola hält an seiner Prognose für 2025 fest: ein organisches Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent und ein Gewinnplus von zwei bis drei Prozent.


Coca-Cola profitiert aktuell von seiner internationalen Präsenz. Auch wenn Trumps neue Zölle die Kosten erhöhen könnten, bleibt der Konzern gelassen, denn viele Produkte entstehen lokal. Während Konkurrent Pepsi seine Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr gesenkt hat, punktet Coke mit gefragten Marken wie Coke Zero Sugar (+14 Prozent Absatz) und einem wachsenden Geschäft im Wasser- und Saftsegment. Nur in den USA gab es Dämpfer, dort fiel der Konsum wegen schwächeren Konsums.

Spotify knackt Abo-Rekord


Spotify hat im ersten Quartal 2025 fünf Millionen neue Premium-Abos gewonnen und damit die Marke von 268 Millionen zahlenden Nutzern geknackt – so viele wie nie zuvor. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 42 Milliarden Euro, der Gewinn kletterte auf 225 Millionen Euro. Trotzdem warnt CEO Daniel Ek vor ökonomischer Ungewissheit: Werbeeinnahmen sind im Vergleich zum Vorquartal um satte 22 Prozent eingebrochen.



Spotify wächst weiter stark bei Bezahl-Abos, vor allem dank erfolgreicher Podcast- und Videostrategie. Gleichzeitig leidet das werbefinanzierte Modell unter wirtschaftlicher Unsicherheit, unter anderem durch Trumps neue Handelspolitik. Besonders empfindlich trifft das die Gratis-Nutzerbasis. Für das zweite Quartal erwartet Spotify weitere fünf Millionen neue Premium-User – aber rechnet weiterhin mit zurückhaltenden Werbekunden. Der Spagat zwischen Wachstum und Werbemarkt bleibt damit die große Herausforderung.


Das war der US-Newsflash für heute. Nächsten Mittwoch geht’s weiter!

Author

Carlo Schmid

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.