US-Präsident Donald Trump hat die Einführung neuer Zölle, die ursprünglich für diesen Mittwoch geplant waren, auf den 1. August verschoben. Diese Entscheidung gibt den EU-Staaten und anderen betroffenen Ländern vorerst eine Atempause. Trump unterzeichnete das entsprechende Dekret am Vortag. Die EU, die ebenfalls von der Frist betroffen gewesen wäre, setzt auf eine Grundsatzvereinbarung, um die Handelsbeziehungen mit den USA zu klären.
Die Details der zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA bleiben jedoch unklar. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat laut einem Sprecher mit Trump telefoniert, und man befinde sich am "Anfang der Schlussphase" der Verhandlungen. Konkrete Informationen zu den Inhalten des Gesprächs wurden nicht bekannt gegeben. Derweil hat Trump angekündigt, dass zwölf Staaten innerhalb eines Monats Zollbriefe erhalten werden, die auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social veröffentlicht werden sollen.
Drohungen gegen Japan und Südkorea
Japan und Südkorea gehören zu den Ländern, die bereits erste Zollbriefe erhalten haben. Trump droht beiden Ländern mit einem Importzoll von 25 Prozent auf alle Produkte, die in die USA eingeführt werden. Diese Zölle sollen ab dem 1. August in Kraft treten und gelten zusätzlich zu branchenspezifischen Zöllen. In den Briefen warnt Trump die beiden Länder davor, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, indem sie ihre eigenen Einfuhrzölle erhöhen. Sollte dies geschehen, werde die Trump-Regierung ihre Zölle ebenfalls weiter erhöhen.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, dass die in den Schreiben aufgeführten neuen Zölle in Kraft treten werden, sofern keine Vereinbarungen getroffen werden. Die betroffenen Länder verhandeln weiterhin mit den USA, und es gebe viele positive Entwicklungen in die richtige Richtung. US-Finanzminister Scott Bessent äußerte im Sender CNN die Erwartung, dass infolge der Briefe schnell viele Deals zustande kommen werden.
Trumps Zollpolitik und ihre Auswirkungen
Bereits im April hatte Trump einen Basiszoll von zehn Prozent auf fast alle Importe aus der EU eingeführt. Zusätzlich gelten Sonderzölle auf bestimmte Produkte wie Stahl, Aluminium und Autos. Mit dieser Zollpolitik verfolgt Trump das Ziel, die Produktion in den USA zu steigern. Die Ankündigung von weiteren Zollbriefen an zwölf bis 15 Länder bis Mittwoch sorgt für Unsicherheit. Es bleibt unklar, ob auch die EU zu diesen Ländern gehört, da die dreimonatige Verhandlungsfrist für Strafzölle gegen die EU am Mittwoch endet.
Trump plant, etwa 100 Briefe an kleinere Länder zu senden, mit denen die USA keinen großen Handel treiben.
Diese Länder sollen auf das Niveau vom 2. April zurückfallen, falls keine Vereinbarung getroffen wird. An diesem Tag hatte Trump sein weitreichendes Zollpaket angekündigt. Die betroffenen Länder stehen vor der Herausforderung, ihre Handelsbeziehungen mit den USA neu zu verhandeln, um die drohenden Zölle zu vermeiden. Auch die EU steht vor der Herausforderung, die Handelsbeziehungen zu den USA zu entspannen. Pläne für mögliche Gegenzölle sollen schon in Brüssels Schubladen liegen. Das vorrangige Ziel bleibt aber, sich mit Donald Trump zu einigen.




