Streckenrekord – Prototyp von Xiaomi knackt Bestzeit auf dem Nürburgring
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Streckenrekord – Prototyp von Xiaomi knackt Bestzeit auf dem Nürburgring

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Manuel Gottschalk

Der chinesische Elektrohersteller Xiaomi ist in Deutschland vor allem wegen seiner günstigen Mobiltelefone und Tabletts bekannt. Irgendwann sollen auf den deutschen Straßen aber auch E-Autos von Xiaomi über den Asphalt rollen. Das Erste von insgesamt vier geplanten Modellen ist auf dem heimischen Markt in China seit April 2024 erhältlich und heißt SU7. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Verkaufsstart wurden 90 000 Vorbestellungen eingereicht. Die Einstiegsversion ist für 215 900 Yuan zu haben, was umgerechnet in etwa 27 600€ entspricht. Neben einer Pro-Version gibt es noch den SU7 Max, für etwas mehr als 38 000€, was der Preisklasse des Tesla Model 3 entspricht. Hierfür bekommen die Kunden ein Fahrzeug, das unter drei Sekunden von 0-100km/h beschleunigen kann und die 200km/h erreicht, bevor die Stoppuhr elf Sekunden anzeigt.

Die Chinesen gehen in die Offensive

Mit stolzgeschwellter Brust kamen die Chinesen am Montag in die Eifel, um in der Grünen Hölle, wie die Mutter aller Rennstrecken auch genannt wird, ihren Xiaomi SU7 Ultra zu präsentieren. Dieser Prototyp beeindruckt mit einer Leistung von 1549 PS und konnte mit 6 Minuten und 46.874 Sekunden die 20.8 Kilometer lange Nordschleife umfahren und damit den Rundenrekord für Elektroautos knacken. Die alte Bestzeit stellte der elektrische Supersportler Rimac Nevara auf, ein vollelektrischer Supersportwagen des kroatischen Automobilherstellers Rimac Automobili. Das Gefährt mit den markanten Flügeltüren, brauchte dafür aber etwas mehr als 07:05 Minuten. Knapp dahinter folgt der Porsche Taycan Turbo GT (der erste Viertürer und somit direkte Gegner des SU7), mit 07:07 Minuten und der Tesla Model S Plaid Track Pack mit 07:25.

Tesla und Porsche im Visier

Langfristig will Xiaomi mit dem SU7 nicht nur auf der Rennstrecke an Teslas Model S und Porsches Taycan vorbeiziehen, sondern auch bei den Verkaufszahlen. Wenn es dem Elektronik-Giganten gelingt, bei seinen Fahrzeugen ein ebenso gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zustande zu bekommen, wie bei seinen Smartphones, dürften die Sorgenfalten auf den Stirnen der europäischen Autobauer noch tiefer werden als ohnehin schon. Zumal Xiaomi eine weitreichende Technologieexpertise mitbringt und ab 2025 in ihrer EV Factory nahe Peking 300 000 Fahrzeuge vom Band rollen lassen will. Im Bereich der Hard- und Software ist das Unternehmen von jeher gut aufgestellt und kann die notwendige Technik intern konzipieren, entwickeln und schließlich umsetzen, was in Sachen Effizienz ein Vorteil ist.

Mit dem Zukauf von DeepMotion, einer Firma, die sich auf KI gesteuertes Fahren spezialisiert hat, konnte Xiaomi einen weiteren wichtigen Baustein setzen und sich bestens für die Zukunft positionieren. Der Chef des Hauses und Xiaomi-Gründer Lei Jun macht damit deutlich, wie ambitioniert seine Ziele sind. Das spiegelt sich auch in dem Aktienkurs des Unternehmens wider, der in den letzten zwei Jahren eine Rendite von über 200% erreichen konnte. Über 110% allein seit Februar dieses Jahres. Für die deutschen und anderen europäischen Autobauern ist es dringender denn je, aus der Krise herauszukommen und keine weitere Zeit verstreichen zu lassen. Verlorenen Entwicklungsvorsprung einzuholen, kostet der Erfahrung nach doppelt so viel Kraft – von den ungünstigen Rahmenbedingungen wie hohe Energie- und Lohnkosten, Bürokratie und mangelnde Fachkräfte einmal ganz abgesehen, die es vor allem deutschen Herstellern schwer macht.

Übrigens: Die Xiaomi-Aktie analysieren wir auch in unserem China-Titans-Paket, neben anderen chinesischen EV-Herstellern. Zusätzlich bieten wir auch Analysen von Tesla im Rahmen unseres Tech33-Pakets an, sowie von Porsche, in unserem DAX40-Paket .

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Manuel Gottschalk

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