Sell in May and pink Lambo later?
#Finanzbildung

Sell in May and pink Lambo later?

Author

Patrick May

Stellen Sie sich vor, die Börsenwelt wäre eine große Familienfeier und jeder Opa, jede Tante und jeder zweite Cousin hat einen Rat für Sie: „Sell in May and go away“, flüstert eine Stimme beim Vorbeigehen, als ob Sie sich für einen langen Sommerurlaub rüsten sollten. Gleich darauf hören Sie „The trend is your friend“ von jemandem, der offenbar glaubt, dass man Markttrends wie alte College-Freunde behandeln sollte. Dann kommt „Buy low, sell high“ aus der Ecke, so offensichtlich und doch so schwer fassbar wie das letzte Stück Kuchen bei einem Familientreffen. Und schließlich mahnt eine weise Stimme: „Don’t put all your eggs in one basket“, als ob Ihr finanzielles Wohlergehen von Ihrer Fähigkeit abhängt, bei einem Oster-Eiersuchen zu punkten.

Diese Sammlung an Börsenweisheiten mag auf den ersten Blick charmant und vielleicht etwas nostalgisch wirken, doch sie bildet das Fundament vieler Anlagestrategien und regt uns dazu an, durch die Finanzmärkte mit einer Mischung aus Skepsis, Humor und strategischem Denken zu navigieren. Wenn der Frühling nun in den Sommer übergeht, ist es allem voran eine Börsenweisheit, welche einem zu dieser Zeit über den Zaun geworfen wird: „Sell in May and go away, but remember to come back in September“. Diese Regel schlägt vor, Aktien im Mai zu verkaufen und erst im Herbst wieder in den Aktienmarkt einzusteigen. Sie basiert auf der Annahme, dass die Aktienmärkte in den Sommermonaten schlechtere Renditen erzielen als im Rest des Jahres. Doch hält diese Weisheit einer modernen Überprüfung stand?

Ursprung und historische Muster

Jene Börsenweisheit hat ihre Wurzeln im England des 18. Jahrhunderts, ursprünglich bezog sie sich auf den Zeitraum um das St. Leger Stakes Pferderennen. Die Idee dahinter war, dass viele Geschäftsleute und Adlige die Stadt verließen, um dem Sommer in London zu entfliehen und erst nach dem Rennen wieder mit ihren Geschäften begannen. Historische Daten seit 1950 zeigen zudem, dass der Aktienmarkt von November bis April tendenziell bessere Renditen liefert als von Mai bis Oktober, was diese Praxis scheinbar stützt. Mit der Globalisierung und den technologischen Entwicklungen haben sich jedoch die Finanzmärkte dramatisch verändert. Die Märkte sind nun ständig aktiv, mit Handelsteilnehmern aus allen Zeitzonen, was die Vorhersehbarkeit saisonaler Muster verschwimmen lässt. In jüngerer Zeit haben Daten aus Jahren wie 2020 und 2021 gezeigt, dass die Märkte auch in den traditionell schwächeren Monaten robuste Renditen liefern können, was Fragen zur Zuverlässigkeit der „Sell in May-Regel” aufwirft.

Alternative Anlagestrategien

Angesichts der fraglichen Zuverlässigkeit der Weisheit sollte man also alternative Anlagestrategien in Betracht ziehen, die auf mehr als nur saisonalen Mustern basieren. Eine solche Strategie ist beispielsweise das ganzjährige Dollar-Cost Averaging, bei dem regelmäßig ein festgelegter Betrag in ein bestimmtes Wertpapier investiert wird. Diese Methode ermöglicht es Anlegern, systematisch und vor allem diszipliniert Vermögen aufzubauen, unabhängig von dessen Preis. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie übrigens in unserer Rubrik Finanzbildung. Zum Artikel gelangen Sie hier.

Eine weitere Überlegung ist die Implementierung der technischen Analyse, welche den Markt basierend auf realen Bewegungen bewertet – was eine flexiblere und potenziell profitablere Herangehensweise als die starre Befolgung saisonaler Weisheiten darstellt. Wir als HKCM definieren Einstiegsbereiche und Zielzonen, um Ihnen die Handelsentscheidungen dabei zu erleichtern. Insgesamt bieten wir Ihnen Analysen zu über 190 Märkten an. Zu unseren Paketen gelangen Sie hier.

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Patrick May

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