Neu im Hype-Paket: Dieser Medtech-Gigant lässt Herzen schneller schlagen
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Neu im Hype-Paket: Dieser Medtech-Gigant lässt Herzen schneller schlagen

Author

Arcan Askin

Wer an Medizintechnik denkt, denkt oft an große Geräte in Kliniken. Boston Scientific begann 1979 dagegen mit einem kleinen, biegsamen Schlauch: einem Katheter. Heute entwickelt der US-Konzern Technik für Eingriffe am Herzen, an Blutgefäßen und in weiteren medizinischen Fachgebieten häufig mit dem Ziel, Behandlungen präziser und für Patienten schonender zu machen.

Als neuer Titel im Hype-Paket bringt Boston Scientific Zukunftstechnologie in den Operationssaal. Die Story beruht auf wiederkehrenden medizinischen Eingriffen und neuen Verfahren in der Herzmedizin.

Das Wichtigste in Kürze

  • Boston Scientific verdient an Technik für schonendere Eingriffe.
  • FARAPULSE ist zum wichtigsten Wachstumstreiber in der Herzmedizin geworden.
  • Penumbra soll das Geschäft um Gefäß- und Schlaganfallmedizin ergänzen.

Der entscheidende Unterschied: Boston Scientific verkauft präzisere Eingriffe

Minimalinvasiv bedeutet vereinfacht: Ärzte führen feine Instrumente über Blutgefäße oder kleine Zugänge zum Behandlungsort. Boston Scientific liefert dafür Geräte, Katheter, Zubehör und weitere Materialien, die bei jedem Eingriff erneut gebraucht werden.

Das Geschäftsmodell verbindet Technik mit Verbrauchsmaterialien. Der Konzern gliedert sich in zwei Bereiche: Cardiovascular für Herz- und Gefäßmedizin sowie MedSurg für Endoskopie, Urologie und Neuromodulation.

Boston Scientific verkauft keine abstrakte Zukunftsvision. Es verkauft Werkzeuge für Eingriffe, die in Kliniken täglich stattfinden.

Warum das Herzgeschäft den Takt vorgibt

Im zweiten Quartal 2026 war Cardiovascular der größere und schneller wachsende Bereich – mit mehreren Technologien für den Ausbau in der Herzmedizin.



2025 erzielte Boston Scientific 20.1 Mrd. US-Dollar Umsatz und 3.7 Mrd. US-Dollar Free Cashflow. Im jüngsten Quartal stieg der bereinigte Gewinn je Aktie von 0.75 auf 0.86 US-Dollar.

FARAPULSE liefert – aber die nächste Technik muss folgen

Der aktuelle Wachstumstreiber heißt FARAPULSE. Das System behandelt bestimmte Herzrhythmusstörungen mit Pulsed-Field-Ablation, kurz PFA: gezielten elektrischen Impulsen statt der bei älteren Verfahren verbreiteten Hitze oder Kälte. Nach der Einführung 2024 wurde PFA laut Boston Scientific zum größten Umsatzbaustein der eigenen Elektrophysiologie-Sparte. Elektrophysiologie befasst sich mit den elektrischen Abläufen im Herzen.

Damit das Wachstum US-Dollar an einem einzigen Produkt hängt, bereitet der Konzern die nächste Stufe vor. Für 1.5 Mrd. USD erhielt Boston Scientific im zweiten Quartal rund 34 Prozent an MiRus und eine Option auf dessen TAVR-Geschäft. TAVR steht für einen kathetergestützten Aortenklappenersatz. Das MiRus-System befindet sich allerdings noch in der klinischen Prüfung und ist nicht zugelassen.

Die Aktie: starke Strecke, harter Rücksetzer

Boston Scientific ging 1992 zu 17 US-Dollar je Aktie an die New York Stock Exchange. Nach zwei späteren 2:1-Aktiensplits lag die Aktie, auf heutiger Basis betrachtet, Anfang 2012 bei 5.96 US-Dollar. Bis Anfang 2025 stieg sie auf 102.36 US-Dollar, das entspricht dem 17.2-Fachen. Vom Niveau Anfang 2020 bis Anfang 2025 legte sie 144.5 Prozent zu.



Zuletzt verlief die Kurve deutlich rauer: Am 3. September 2026 notierte BSX bei 46.95 US-Dollar. Das waren 57.1 Prozent weniger als das 52-Wochen-Hoch von 109.50 US-Dollar, zugleich aber 11.3 Prozent mehr als das 52-Wochen-Tief von 42.20 US-Dollar. Die Kursgeschichte zeigt damit: Auch ein wachsendes Medtech-Unternehmen kann stark schwanken, wenn Erwartungen an neue Produkte, Zukäufe oder die Finanzierung kippen.

Ein Rücksetzer von mehr als 50 Prozent macht eine Aktie nicht automatisch günstig. Er lenkt den Blick aber auf die entscheidende Frage: Ist der Markt hier zu pessimistisch geworden – oder hat sich die Unternehmensstory tatsächlich verschlechtert? Bei Boston Scientific steht einem Kurs von zuletzt 46.95 USD ein weiterhin profitables Kerngeschäft mit 20.1 Mrd. USD Jahresumsatz und 3.7 Mrd. USD Free Cashflow gegenüber. Sollte sich die Nachfrage nach FARAPULSE weiter bestätigen, die Penumbra-Übernahme gelingen und der Cybervorfall keine größeren Folgen haben, könnte die Korrektur rückblickend eine interessante Neubewertungschance markieren. Umgekehrt würden schwächere Wachstumszahlen, Integrationsprobleme oder Belastungen durch neue Schulden zeigen, dass der Abschlag berechtigt war.

Der Milliarden-Griff nach Penumbra

Boston Scientific will Penumbra für 374 USD je Aktie übernehmen. Der Deal bewertet den Spezialisten für die mechanische Entfernung von Blutgerinnseln mit 14.5 Mrd. US-Dollar. Damit würde Boston Scientific Gefäß- und Neurovaskulärmedizin ausbauen.



Der Kauf ist noch nicht abgeschlossen und soll vorbehaltlich der Bedingungen 2026 vollzogen werden. Rund elf Mrd. US-Dollar will Boston Scientific über vorhandene Mittel und neue Schulden finanzieren, den Rest über eigene Aktien. Daraus entstehen Chancen auf neue Wachstumsfelder, aber auch Integrations- und Finanzierungsrisiken.

Warum Boston Scientific jetzt unabdingbar ist im Hype-Paket

Boston Scientific kommt neu in unser Hype-Paket. Dahinter steht ein dynamisches Rotationsprinzip: Wir passen die Zusammensetzung des Aktienpakets laufend an Markt- und Chancenlage an. Titel können durch neue Werte ersetzt werden, wenn sich Wachstumsfelder verändern.

Das Unternehmen ergänzt das Paket um Medtech mit etabliertem Kerngeschäft und konkreten Wachstumstreibern. Wichtig bleibt die Akzeptanz neuer Technik bei Ärzten, Erstattungen, Zulassungen, Wettbewerb und die Integration großer Zukäufe. Ende August beeinträchtigte zudem ein Cybervorfall Auftragsbearbeitung und Versand; finanzielle Folgen waren zum 26. August noch offen.

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Arcan Askin

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