MSCI will Krypto-Treasuries rauswerfen: Sind Bitcoin-Firmen gescheitert?
#Kryptowährungen

MSCI will Krypto-Treasuries rauswerfen: Sind Bitcoin-Firmen gescheitert?

Author

Simeon Koch
  • MSCI prüft Delisting: Unternehmen mit über 50 Prozent Krypto-Bilanz könnten aus Indizes ausgeschlossen werden.
  • Massiver Verkaufsdruck droht: Passiv nachbildende Fonds müssten Aktien automatisch verkaufen.
  • MicroStrategy verteidigt Strategie: Michael Saylor betont, dass sein Unternehmen mehr sei als ein BTC-Fonds
  • MSTR-Aktie unter Druck: Treasury-Sektor fiel ähnlich stark wie nach FTX, MicroStrategy-Aktie kurz vor Bodenbildung.

MSCI will Krypto-Treasuries rauswerfen: Sind Bitcoin-Firmen gescheitert?

Der weltberühmte Index-Anbieter MSCI will Krypto-Firmen aus seinen Fonds entfernen. Für MicroStrategy und Bitcoin-Miner hätte das fatale Folgen. Wie wahrscheinlich ist ein Rauswurf?

Der Index-Riese Morgan Stanley Capital International (MSCI) macht Druck auf Unternehmen mit Krypto-Treasuries. MSCI prüft derzeit, ob Firmen wie MicroStrategy aus wichtigen Aktienindizes wie MSCI World ausgeschlossen werden sollen, da ihre Bilanzen zu stark von Bitcoin und anderen digitalen Assets dominiert werden. Analysten warnen vor massiven Zwangsverkäufen, sollte es zu einem Delisting kommen. Trotz der Unsicherheit und der jüngsten heftigen Abverkäufe könnte die MicroStrategy-Aktie nach dem Tief der letzten Wochen kurz vor einer Bodenbildung stehen und den Beginn der nächsten impulsiven Rallye in Richtung neuer Allzeithochs markieren.

 

MSCI gegen Krypto-Treasuries

Der Indexanbieter MSCI hat eine Konsultation gestartet, um Unternehmen, deren digitale Assets mehr als 50 Prozent der Bilanzsumme ausmachen, aus seinen Kernindizes wie etwa den MSCI World oder den MSCI USA zu entfernen. Begründet wird dies damit, dass diese Firmen eher einem Investmentfonds ähneln und nicht den Anforderungen an operative Aktiengesellschaften genügen. Experten sehen hierin eine historische Weichenstellung, die den gesamten Markt für börsennotierte Bitcoin-Treasury-Unternehmen destabilisieren könnte.

Die Prüfung von MSCI betrifft nicht nur MicroStrategy. Rund 38 Unternehmen stehen auf der vorläufigen Liste, darunter auch die Mining-Unternehmen Riot Platforms und Marathon Digital. Analysten warnen vor einem erheblichen Verkaufsdruck, der nicht aus der Stimmung der Anleger resultiert, sondern aus mechanischen Vorgaben passiver Fonds. Laut JPMorgan könnte allein MicroStrategy bei einem Ausschluss aus MSCI-Indizes Abflüsse in Milliardenhöhe erleiden, was die Aktie zusätzlich belastet.

Ein Ausschluss aus den MSCI-Indizes hätte direkte und massive Auswirkungen, weil zahlreiche ETFs und passive Fonds die Zusammensetzung der Indizes 1:1 nachbilden müssen. MSCI-Indizes gelten als Benchmarks für Milliarden Dollar an Anlagekapital weltweit – der MSCI USA deckt rund 85 Prozent des US-Aktienmarkts ab, der MSCI World ist für viele internationale Fonds Referenzindex. Fällt ein Unternehmen aus diesen Indizes heraus, müssen Fonds seine Aktien mechanisch verkaufen, unabhängig von Fundamentaldaten.

Historischer Schock im Kryptomarkt

Die aktuelle Entwicklung fällt in eine Phase, die bereits von starken Kurseinbrüchen geprägt ist. Am 10. Oktober kam es zu einer der größten Liquidationswellen der Geschichte des Kryptomarkts: Knapp 20 Milliarden Dollar wurden innerhalb kürzester Zeit aus Derivaten liquidiert. Damit übertraf das Ereignis die Liquidationen des Corona-Crashs und des FTX-Kollapses. Die Kurse von Bitcoin, Ethereum und anderen Token sackten massiv ab, börsennotierte Krypto-Treasury-Unternehmen verloren bereits über die vergangenen Monate fast die Hälfte ihrer Marktkapitalisierung.

Bitcoin hat seit dem Liquidations-Schock vom 10. Oktober einen deutlichen und anhaltenden Abverkauf erlebt. Zugang zu allen Zielzonen und potenziellen Szenarien erhalten Sie hier! 

Die Kombination aus MSCI-Druck und volatilem Kryptomarkt führte zu einem tiefgreifenden Stress für MicroStrategy und den gesamten Treasury-Sektor. Die Unternehmen mussten Anpassungen an ihrer Kapitalstruktur diskutieren und teilweise auch neue Finanzinstrumente auf den Markt bringen. Michael Saylor, Chef von MicroStrategy, betonte wiederholt, dass sein Unternehmen „kein Fonds, kein Trust und keine Holdinggesellschaft“ sei, sondern ein operatives Unternehmen mit Softwaregeschäft und innovativer Treasury-Strategie.

MicroStrategy reagiert: Reicht das?

MicroStrategy versucht, den Markt zu beruhigen, indem das Unternehmen auf Kapitalmarktaktivitäten jenseits passiver Bitcoin-Käufe verweist. 2025 wurden demnach mehrere digitale Schuldtitel ausgegeben, die Milliarden an zusätzlichem Kapital einbrachten. Zudem wurde ein neues Instrument, Stretch, vorgestellt, das auf Bitcoin besicherte Kredite mit variabler Rendite bietet. Saylor unterstreicht, dass die Strategie seines Unternehmens langfristig angelegt ist und die Indexklassifizierung nicht das Wesen von MicroStrategy definiert.

Unser Wochenchart zeigt, dass der Kurs aktuell nur knapp über der Unterstützungslinie notiert. Ein Bruch darunter würde das Alternativszenario aktivieren. Abonnenten unseres HKCM-Tech33-Pakets erhalten die vollständige Analyse samt konkreter Einstiegs­zielzonen.

Die Marktreaktionen auf diese Maßnahmen waren gemischt. Während einige Anleger die strategische Diversifikation und die operative Basis honorieren, bleibt die Abhängigkeit von Bitcoin für die Bewertung der Aktie hoch. Analysten sehen, dass die Aktie zwar stark gefallen ist, aber nach dem jüngsten Tief erste Zeichen einer Stabilisierung zeigt. Damit bleibt das Unternehmen weiterhin stark vom Bitcoin-Kurs und der Marktstimmung im Kryptosektor abhängig.

 

Steht die MSTR-Aktie vor einer Bodenbildung?

Unsere technische Elliott-Wellen-Analyse zeigt, dass MicroStrategy zuletzt planmäßig weiteren Abwärtsdruck entwickelte und der Aktie ein Boden der türkisfarbenen Welle 2 bevorstehen könnte.  Die Aktie sollte ihren Boden über der wichtigen Unterstützung bei 153.49 Dollar bilden, um anschließend die übergeordnete Rallye der grünen Welle [3] fortzusetzen und in Richtung neuer Rekorde jenseits des Widerstands bei 543 Dollar auszubrechen. Unter der genannten Unterstützung wäre ein neues Tief wahrscheinlich.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Verzögerung im Aufwärtsimpuls wurde leicht erhöht, da die Aktie ihren Abverkauf zuletzt beschleunigte. Das Zusammenspiel von Bitcoin-Kurs, Indexzugehörigkeit und Kapitalmarktmaßnahmen von MicroStrategy wird entscheidend sein für die weitere Nachfrage-Entwicklung an der Börse. Anleger sollten auf die Stabilisierung oberhalb der kritischen Unterstützungen achten. Regelmäßige Analysen zu MicroStrategy und weiteren Top-Technologie-Aktien sowie konkrete Zielzonen für lukrative Ein- und Aussteige erhalten Sie im Tech33-Paket.

Wann entscheidet MSCI über MicroStrategys Schicksal?

Die endgültige Entscheidung von MSCI soll am 15. Januar 2026 bekannt gegeben werden. Sollte es zu einem Ausschluss kommen, droht neben der Aktie auch der gesamte Sektor von Krypto-Treasury-Unternehmen unter Druck zu geraten. Andere Indexanbieter könnten der Regelung folgen, was zusätzliche Abflüsse aus passiven Fonds auslösen würde. Analysten betrachten dies als Testlauf für die Integration von Krypto-Strategien in regulierte Finanzmärkte.

Die Entwicklung der MicroStrategy-Aktie und des Treasury-Sektors könnte die Wahrnehmung von Bitcoin in regulierten Märkten nachhaltig beeinflussen. Ein Delisting würde nicht nur den Aktienkurs belasten, sondern auch die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin-Adaption an der Wallstreet infrage stellen. Gescheitert sind Bitcoin- und Krypto-Treasury-Firmen im Allgemeinen deshalb noch nicht. Bis zur Entscheidung am 15. Januar dürfte die Unsicherheit aber auf dem Sektor lasten.

FAQ:

Was macht die Firma MicroStrategy?

MicroStrategy ist ein börsennotiertes Unternehmen, das sowohl Softwareprodukte als auch eine spezielle Treasury-Strategie betreibt, bei der Bitcoin als produktives Kapital eingesetzt wird. Neben dem klassischen Softwaregeschäft gibt das Unternehmen digitale Schuldtitel aus und entwickelt Finanzinstrumente wie das Bitcoin-besicherte Produkt Stretch. CEO Michael Saylor betont, dass MicroStrategy kein Fonds oder Trust ist, sondern ein operatives Unternehmen mit innovativen Kapitalmarktaktivitäten.

Soll man MicroStrategy kaufen?

Die Aktie von MicroStrategy ist zuletzt deutlich gefallen, der schwache Bitcoin-Markt und mögliche Indexausschlüsse (z. B. durch MSCI) verunsichern die Börse. Anleger sollten sich der hohen Kursschwankungen und der Abhängigkeit von passiven Fonds bewusst sein. Laut unserer Analyse könnte MicroStrategy kurz vor einer Bodenbildung stehen. Entscheidungen zum Kauf sollten nur nach eigener Analyse und Risikobewertung getroffen werden. Laut unserer

Ist MicroStrategy eine gute Aktie?

MicroStrategy kombiniert ein operatives Softwaregeschäft mit einer sehr krypto-lastigen Bilanz. Dies bietet Chancen, aber auch hohe Risiken, insbesondere bei regulatorischen Änderungen oder starken Bitcoin-Korrekturen. Auch künftig dürfte das Wertpapier volatil bleiben, eine ausgedehnte Rallye könnte laut unserer Analyse aber bevorstehen. Diese These würde durch einen deutlich weiteren Abverkauf als erwartet invalidiert.

Author

Simeon Koch

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.