Heute Abend beginnt die diesjährige Auflage des Weltwirtschaftsforums (engl.: World Economic Forum; kurz WEF) im Schweizer Kurort Davos. Erneut wird die Konferenz hochrangiger wirtschaftlicher und politischer Persönlichkeiten aus aller Welt von kontroversen Debatten begleitet. Im Zentrum stehen diesmal nicht nur Friedensgespräche für flagrante Konfliktherde, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahrzehnte rund um Inflation, global wachsende Schulden und Herausforderungen durch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz. Sprechen sollen neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, dem nordamerikanischen Außenminister Antony Blinken und dem chinesischen Premierminister Li Qiang auch Vertreter der großen nordamerikanischen Tech-Unternehmen.
Salesforce, Microsoft und Palantir zeigen sich
Unter dem Motto „Vertrauen wieder herstellen“ kündigten die WEF-Verantwortlichen schon im Vorfeld an, Perspektiven für die makroökonomische Entwicklung weltweit aufzeigen zu wollen. Schließlich sei „der einzige Weg nach vorn“ laut Forumspräsident Børge Brende „zusammenkommen und Lösungen finden“. Im Zentrum stehen laut den Veranstaltern neben Diskussionen um die wirtschaftliche Weiterentwicklung mithilfe Künstlicher Intelligenz auch global steigende Lebenshaltungskosten, Zinsentscheidungen der Zentralbanken und Umweltfragen. Stark vertreten ist dieses Jahr die nordamerikanische Tech-Branche. Auf der Gästeliste stehen nicht nur OpenAI-CEO Sam Altman, sondern auch Marc Benioff, Geschäftsführer des Unternehmenssoftware-Spezialisten Salesforce, Microsoft-Chef Satay Nadella und Alex Karp, Mitgründer und CEO der Datenanalysefirma Palantir. Vorbeischauen soll auch Microsoft-Gründer Bill Gates.
Wie in den vergangenen Jahren wurde vonseiten diverser aktivistischer Organisationen Kritik an der Zusammenkunft des WEF in Davos laut. So veröffentlichte die Nichtregierungsorganisation (NGO) Oxfam kurz vor Beginn des Forums einen Bericht über die globale Vermögensverteilung, der auf zunehmende Konzentration des Reichtums hinweist. Demnach besäßen die fünf weltweit reichsten Männer mittlerweile rund $870 Milliarden und damit ein Vermögen, das sich seit 2020 mehr als verdoppelt habe. Bei sieben der zehn weltweit größten Unternehmen fungiere außerdem ein Milliardär als Geschäftsführer oder zumindest als größter Anteilseigner, während fünf Milliarden Menschen in den letzten drei Jahren faktisch ärmer geworden wären, unterstreicht Oxfam. Gleichzeitig fordert die NGO Regierungen auf, Monopole zu zerschlagen, Gewinne stärker zu besteuern und alternative Besitzmodelle wie Mitarbeiterbeteiligungen an Firmen zu begünstigen.
Wie viele Jobs macht KI überflüssig?
Der WEF vertritt nach eigener Aussage Unternehmensmodelle, in denen es nicht nur um Gewinnmaximierung gehe, sondern um die Erfüllung „menschlicher und gesellschaftlicher Wünsche als Teil eines umfassenden sozialen Systems“. Oxfam hält dagegen und beruft sich dabei auf Quellen wie die Weltbank und Recherchen des Forbes-Magazins. Die inflationsbereinigte Vermögenszunahme bei den reichsten fünf Männern der Welt sei getrieben von steigenden Anteilspreisen an den Firmen der betreffenden Milliardäre, etwa bei Elon Musk durch Tesla, bei Jeff Bezos durch Amazon oder bei Larry Ellison, dem Mitbegründer von Oracle. Auch der bekannte Investor Warren Buffett findet sich in dieser illustren Runde wieder. Während sich auch die Vertreter von Wirtschaft und Politik in Davos auf die Fahne schreiben, über ökonomische Ungleichheit und Innovationen wie Künstliche Intelligenz zu diskutieren, warnte der Internationale Währungsfonds (engl.: International Monetary Fund; kurz: IMF), dass KI in den nächsten Jahren für gravierende Wohlstandsunterschiede sorgen werde.
Laut einer Analyse und damit einhergehenden Prognose des IMF sollen nahezu 40 Prozent aller Jobs künftig in ihren Anforderungen und Entwicklungen von Künstlicher Intelligenz betroffen sein. In Industrienationen mit fortgeschrittener Digitalisierung betreffe dies gar 60 Prozent aller Professionen, in Entwicklungsländern nur 26 Prozent. Die Hälfte dieser Jobs werde durch KI erleichtert, vermutet der Währungsfonds, in den anderen Fällen werde die menschliche Arbeitskraft weitgehend ersetzt. Dass wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern häufig die technologische Infrastruktur für die Nutzung von KI fehle, werde „das Risiko steigern, dass die Technologie langfristig die Ungleichheit unter den Nationen verstärke“, warnte IMF-Direktorin Kristalina Georgieva in einer Stellungnahme. Auch von den politischen Entscheidern in Davos forderte Georgieva, die ebenfalls am WEF teilnehmen wird, „zu verhindern, dass die Technologie soziale Spannungen weiter anheizt“.
„Revolution“ KI und die Zukunft
Mit Blick auf technologische Entwicklungen wird in Davos aber nicht nur der Auftritt von Sam Altman mit Spannung erwartet. Arvid Krishna, Geschäftsführer von IBM, wird an einem Panel über das Thema „Künstliche Intelligenz als Dampfmaschine der vierten Industriellen Revolution“ diskutieren, auch die Pharmabranche ist stark vertreten, etwa mit Novartis und dem Leverkusener Konzern Bayer. Für Anleger und Marktbeobachter ist das grenzüberschreitende Networking in Davos durchaus interessant, deuten Entscheidungen des WEF doch häufig wirtschaftliche Stoßrichtungen kurz- und längerfristig voraus. Die Aktien der spannendsten teilnehmenden Unternehmen analysieren wir in verschiedensten Paketen, etwa den Pharmariesen Bayer im DAX40-Paket, die Tech-Giganten Tesla, Microsoft, Salesforce und Palantir in unseren TECH33-Aktien oder auch Warren Buffetts Berkshire Hathaway in unseren beliebten US Titans – jeweils als Teil eines breit gestreuten und hochkarätigen Spektrums wachstumskräftiger Wertpapiere.




