Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – Anleger in die Irre geführt? Apple muss wohl $490 Millionen zahlen
Mehr als fünf Jahre liegt die verhängnisvolle Telefonkonferenz zurück, die den Apple-Konzern nun möglicherweise knapp eine halbe Milliarde US-Dollar kosten könnte. Um was es genau geht? CEO Tim Cook hatte im November 2018 Ausblicke für das erwartete Geschäft in unterschiedlichen Regionen und Ländern gegeben. Damals prognostizierte der Nachfolger des Apple-Masterminds Steve Jobs, dass die Geschäfte für diverse Länder wie Brasilien, Russland, Indien und die Türkei wohl etwas abkühlen werden, er China jedoch nicht „in diese Kategorie“ einordne. Dort sei das Geschäft im vorangegangenen Quartal „sehr stark“ gewesen, weshalb man auch mit weiter positiven Entwicklungen rechne. Zwei Monate später korrigierte das Unternehmen dann aber seine Erlösziele für das damals just abgeschlossene (Weihnachts-)Quartal von einer Spanne zwischen $89 bis $93 Milliarden auf $84 Milliarden nach unten. In einer Nachricht an die Investoren räumte Cook ein, dass man die Entwicklungen vor allen Dingen in China falsch eingeschätzt habe. Viele Anleger fühlten sich in die Irre geführt und reichten eine Sammelklage ein. Diese will Apple nun – so geht es aus den jüngsten Gerichtsunterlagen hervor – mit einer Zahlung von $490 Millionen beilegen. Wenn Sie an den Kursverläufen der Apple-Aktie und somit an möglichen Handelsaktivitäten interessiert sind, haben Sie im Rahmen unseres Produktportfolios gleich zwei Optionen: Entweder buchen Sie das TECH33-Aktienpaket, in welchem sich der Anteilsschein des iPhone-Konzerns in einer illustren Runde absoluter Technologieschwergewichte wiederfindet – oder Sie entscheiden sich für das US-Titans-Aktienpaket, in welchem wir die 30 Unternehmen des Dow Jones Industrial Average um zwölf weitere Industriegiganten der Vereinigten Staaten erweitert haben.
Dienstag – Blackwell B200: Nvidia präsentiert den „leistungsstärksten Chip der Welt“
Zuletzt kam man beim Schreiben des Wochenrückblicks kaum am Börsen- respektive KI-Shootingstar Nvidia vorbei: Auch in den vergangenen Tagen zog der nordamerikanische Chip-Konzern wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich, ging doch im kalifornischen San José in dieser Woche die alljährliche GPU Technology Conference des Unternehmens über die Bühne. Das Highlight der Veranstaltung war ohne Frage die Präsentation eines neuen Chips, den CEO Jensen Huang nicht nur als den „leistungsstärksten […] der Welt“, sondern gar als Motor für eine „neue industrielle Revolution“ bezeichnete. Der Blackwell B200-Chip soll aber nicht nur deutlich schneller sein als seine Vorgänger, sondern auch um einiges energiesparender. Bislang war Nvidias H100-Chip das Maß aller Dinge, wenn es darum ging, KI-Anwendungen auf den Weg zu bringen. Dies dürfte sich mit dem Blackwell B200 nun ändern. Der KI-Experte Kinngai Chain sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass davon auszugehen sei, „dass Nvidia nicht nur weiterhin führen, sondern den Abstand zu seinen Konkurrenten im Bereich KI weiter vergrößern“ werde. Bereits jetzt soll dem Unternehmen in den weltweiten KI-Rechenzentren ein Marktanteil in Höhe von rund 80 Prozent zukommen. 80 Prozent? Darüber können Nvidia-Anleger nur schmunzeln – zumindest, wenn es um die Kursgewinne des Wertpapiers geht: Seit unserer letzten Long-Zielzone, die wir mit unseren TECH33-Kunden im Spätherbst 2023 teilten, ging es hier in der Spitze bereits mehr als 140 Prozent nach oben!
Mittwoch – $100 Milliarden-Invest: Intel baut Fertigungskapazitäten massiv aus
Verweilen wir doch noch einen weiteren Tag im KI-Sektor: Hier wurde der traditionsreiche Intel-Konzern in den vergangenen Jahren von der (aufstrebenden) Konkurrenz etwas abgehängt. Dieser Entwicklung möchte das nordamerikanische Unternehmen nun entgegenwirken – und baut dazu massiv seine Fertigungskapazitäten in den Vereinigten Staaten aus. Sage und schreibe $100 Milliarden will der von CEO Pat Gelsinger geführte Konzern in den kommenden fünf Jahren in den Neu- respektive Ausbau von Produktionsstätten in den USA investieren, hierbei sollen rund $19.5 Milliarden auf staatliche Subventionen und Kredite entfallen, weitere $25 Milliarden – so die Hoffnung respektive der Plan des Unternehmens – sollen im Zuge von Steuererleichterungen „eingespart“ werden. Die Subventionen wurden seitens der Biden-Regierung am Mittwoch bereits bestätigt. Diese brachte im Jahr 2022 den sogenannten Chips Act auf den Weg, um die in Teilen nach Asien abgewanderte Halbleiterindustrie wieder zurück in die Vereinigten Staaten zu holen. Im Zentrum der Ausweitung der Fertigungskapazitäten soll jedenfalls eine in Columbus in der Provinz Ohio geplante Mega-Fabrik stehen, Gelsinger will dort „die größte KI-Chipfabrik der Welt“ aus dem Boden stampfen. Darüber hinaus sollen Werke in den Bundesstaaten Oregon, Arizona und New Mexico einen frischen Anstrich bekommen. Übrigens: Auch in Deutschland, genauer gesagt in Magdeburg, plant Intel schon seit geraumer Zeit zwei riesige Chip-Fabriken – Kostenpunkt: rund 30€ Milliarden. Wie die fundamentalen Ausblicke mit der von uns antizipierten Entwicklung des Intel-Wertpapier einhergehen – oder eben nicht –, erfahren unsere Kunden in unseren täglichen Analysen im Rahmen des US-Titans-Aktienpaket.
Donnerstag – Deutsche Bahn: steigende Passagierzahlen – und dennoch Milliarden-Verlust
In den vergangenen Monaten machte die Deutsche Bahn, respektive deren Mitarbeiter, vor allen Dingen durch diverse Streiks und Streitereien auf sich aufmerksam. Am Donnerstag blickte die Öffentlichkeit nun aus einem anderen Grund auf die in Berlin ansässige Aktiengesellschaft – wirklich erfreulich waren die Neuigkeiten aber auch diesmal nicht: So gab Vorstandschef Richard Lutz bekannt, dass der Konzern 2023 einen Verlust in Höhe von 2.4€ Milliarden eingefahren hat, im letzten Jahr lag der Fehlbetrag noch bei „lediglich“ rund 200€ Millionen. Vor Zinsen und Steuern kam das Unternehmen auf einen Verlust von einer knappen Milliarde Euro, im Jahr 2022 stand hier noch ein positives Ergebnis in Höhe von 1.2€ Milliarden zu Buche. Auch beim Umsatz verzeichnete die DB ein dickes Minus, um ganze 13 Prozente sackte dieser im vergangenen Kalenderjahr auf 45.2€ Milliarden ab. Lutz begründete die schlechten Zahlen mit umfangreichen Investitionen in die marode Infrastruktur, man sei „2023 in Vorleistung gegangen“ und habe rund 7.6€ Milliarden aus Eigenmitteln in die Sanierung gepumpt. Geplant ist, dass der Bund, der 100 Prozent der Anteile am Unternehmen hält, diese Ausgaben in diesem Jahr ausgleicht, sodass hier (zumindest operativ) wieder ein positives Ergebnis erreicht werden kann. Was vor allen Dingen für die Bahnfahrer interessant – oder eben deprimierend – ist: Auch im vergangenen Jahr gelang es der DB nicht, die massive Unpünktlichkeit in den Griff zu bekommen. Und dennoch verzeichneten die Züge über das Jahr 2023 hinweg 5.8 Prozent mehr Passagiere, insgesamt waren es rund 1.8 Milliarden.
Freitag – China: Meituan-Konzern mit starken Quartalszahlen
In unserem China-Titans-Aktienpaket führen wir insgesamt 20 chinesische Schwergewichte. Während die einen, wie Alibaba, BYD, Xpeng, Xiaomi oder Tencent, den meisten unter Ihnen ein Begriff sein sollten, analysieren wir im Rahmen dieses Produktes auch die Wertpapiere solcher Unternehmen, die nicht auf den asiatischen (Aktien-)Markt spezialisierte Anleger möglicherweise gar nicht kennen. Einer dieser (in der westlichen Welt eher unbekannten) Giganten ist der Meituan-Konzern, der sich auf Online-Dienste für allgemeine Lieferungen, Lebensmittelbestellungen, Hotel- und Reisebuchungen sowie andere lokale Dienstleistungen spezialisiert hat. So bietet das Unternehmen eine breite Palette an On-Demand-Diensten und hat sich in den vergangenen Jahren mit einem Marktanteil von inzwischen 69 Prozent zu Chinas führender Lieferplattform aufgeschwungen. Just heute präsentierte Meituan die Zahlen des vierten Quartals 2023. Und die hatten es durchaus in sich: Um starke 22.6 Prozent konnte man den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in die Höhe schrauben, sodass dieser bei 73.7 Milliarden Yuan lag, was in etwa $10.2 Milliarden entspricht. Die Analysten hatten lediglich mit 72.46 Milliarden Yuan (etwa $10 Milliarden) gerechnet. Der Nettogewinn lag bei 2.2 Milliarden Yuan (rund $304 Millionen), im vierten Quartal 2022 stand hier unterm Strich noch ein Minus in Höhe von 1.8 Milliarden Yuan ($249 Millionen).
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!







