Disneys Streaming-Auferstehung: Geht die DIS-Aktie jetzt den Netflix-Weg?
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Disneys Streaming-Auferstehung: Geht die DIS-Aktie jetzt den Netflix-Weg?

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Arcan Askin

Das Wichtigste in Kürze:

  • Disneys Entertainment-Streaming-Sparte erzielte 582 Millionen US-Dollar Gewinn
  • Die operative Marge im Streaming durchbrach die 10-Prozent-Marke
  • Die Experiences-Sparte verzeichnete einen Rekordumsatz von 9.5 Milliarden US-Dollar.

Vom "Spending for Growth" zum "Printing for Profit"

Die Walt Disney Company befindet sich an einem historischen Wendepunkt. Jahrelang war das Streaming-Geschäft ein gigantischer Geldverbrenner – noch vor wenigen Jahren verlor die Sparte fast eine Milliarde US-Dollar pro Quartal. Doch die jüngsten Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2026 beweisen: Disney hat die Kurve gekriegt. Die Wall Street hat genau auf diesen Moment gewartet.



Der operative Gewinn im Entertainment-Streaming (Disney+ und Hulu) schoss um 88 Prozent auf 582 Millionen US-Dollar nach oben. Noch beeindruckender ist die operative Marge, die mit 10.6 Prozent erstmals die wichtige zweistellige Schwelle durchbrach (im Vorjahr lag sie noch bei fünf Prozent). Das Unternehmen bestätigte zudem, dass es auf Kurs ist, diese Zehn-Prozent-Marge für das gesamte Geschäftsjahr 2026 zu halten. Damit wandelt sich Disney von einer reinen, kostenintensiven Wachstumsstory (Growth-at-All-Costs) zu einem echten Profitabilitäts-Play.

Parks boomen, Management kauft eigene Aktien

Während das Streaming-Geschäft die Schlagzeilen dominiert, liefert Disneys traditioneller Cash-Cow-Bereich weiterhin verlässlich ab. Die Experiences-Sparte, die Themenparks, Kreuzfahrten und Konsumgüter umfasst, verzeichnete im März-Quartal einen Rekordumsatz von 9.5 Milliarden US-Dollar (ein Plus von sieben Prozent) und einen operativen Gewinn von 2.6 Milliarden US-Dollar (plus fünf Prozent).

Besonders erfreulich: Die Ausgaben pro Gast (Guest Spending) stiegen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf einen Rekordwert von 40.62 US-Dollar. Zwar gab es eine leichte Schwäche bei den internationalen Besucherzahlen, doch die Inlandsnachfrage bleibt robust.



Das Management rund um CEO Bob Iger und den neuen Disney-Chef Josh D'Amaro ist von der aktuellen Bewertung der Aktie offenbar so überzeugt, dass es ein massives Aktienrückkaufprogramm angekündigt hat. Bis zum Ende des Geschäftsjahres im September 2026 sollen eigene Aktien im Wert von mindestens 8 Milliarden US-Dollar zurückgekauft werden. Ein solches Signal werten Investoren traditionell als starken Vertrauensbeweis in die zukünftige Cashflow-Generierung.

Analysten sehen massives Upside

Die Kombination aus Streaming-Profitabilität und starken Park-Zahlen hat die Analysten auf den Plan gerufen. Die Experten von Raymond James stuften die Disney-Aktie kürzlich von Market Perform auf Outperform hoch und riefen ein Kursziel von 115 US-Dollar aus. Ihre Argumentation: Der Markt fokussiere sich zu stark auf kurzfristigen Gegenwind bei den Parks (wie makroökonomische Unsicherheiten) und übersehe dabei die massive Gewinnhebelwirkung (Operating Leverage) im Streaming-Bereich. Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 prognostizieren Analysten nun ein zweistelliges Wachstum beim Gewinn pro Aktie (EPS). Auch Disney selbst stellte für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes EPS-Wachstum von rund 12 Prozent in Aussicht.

Disney vs. Netflix: Der Abstand schrumpft – aber bleibt

Um Disneys Fortschritte richtig einzuordnen, lohnt ein Blick auf den unangefochtenen Marktführer im Streaming: Netflix. Der Vergleich ist ernüchternd und ermutigend zugleich. Netflix erzielte im ersten Quartal 2026 eine operative Marge von 32.3 Prozent bei einem Umsatz von 12.25 Milliarden US-Dollar – und das bei einem reinen Streaming-Modell ohne Parks oder Kinos. Disney liegt mit seinen 106 Prozent noch weit dahinter.

Doch die Richtung stimmt. Während Netflix bereits seit Jahren profitabel wirtschaftet und sein Margenniveau nun nur noch schrittweise ausbauen kann, steckt Disney mitten in einem Beschleunigungsmoment: Die Marge hat sich innerhalb eines Jahres von fünf auf 10.6 Prozent mehr als verdoppelt.


Disney vs. Netflix


Auch bei der Bewertung zeigt sich ein klarer Unterschied: Netflix wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 31 gehandelt, Disney hingegen mit nur etwa 15. Wer auf die Aufholjagd setzt, findet in Disney das günstigere Ticket – mit dem Risiko, dass der Abstand zu Netflix strukturell bestehen bleibt, weil Disney mit seinen Parks und Filmstudios ein komplexeres und kapitalintensiveres Geschäftsmodell betreibt.

Ausblick: Kann Disney das Tempo halten?

Die entscheidende Frage für Anleger lautet nun: Ist diese 10.6-prozentige Streaming-Marge nachhaltig und kann sie weiter expandieren? Die Vorzeichen stehen gut. Disney profitiert von Preiserhöhungen, die im Herbst 2025 durchgesetzt wurden, und einer effizienteren Kostenstruktur (unter anderem durch die Entlassung von 1000 Mitarbeitern).

Zudem rollt eine gewaltige Content-Welle an: Mit kommenden Blockbustern wie The Mandalorian & Grogu, Toy Story 5 und Moana stärkt Disney sein wichtigstes Asset – das geistige Eigentum (IP) . Diese Franchises befeuern nicht nur die Kinos, sondern fließen nahtlos in das Streaming-Angebot und die Themenparks ein. Ein perfektes Beispiel ist Zootopia 2, das nach 1.9 Milliarden US-Dollar an den Kinokassen nun auch auf Disney+ Rekorde bricht.

Trotz der harten Konkurrenz durch Netflix und Amazon zeigt Disney, dass sein integriertes Ökosystem aus Content, Streaming und Parks eine unschlagbare Monetarisierungsmaschine sein kann. Wenn das Unternehmen die Streaming-Margen stabil hält und die Parks weiterhin Rekorde brechen, könnte die aktuelle Bewertung der Aktie tatsächlich ein historisch attraktiver Einstiegspunkt sein.

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Arcan Askin

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