China/Rohstoffe: China kürzt Leitzins, XPeng macht 330 Prozent Plus, Xiaomi attackiert Tesla
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China/Rohstoffe: China kürzt Leitzins, XPeng macht 330 Prozent Plus, Xiaomi attackiert Tesla

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Carlo Schmid

China kürzt Leitzins und stimuliert

China hat erstmals seit sieben Monaten die Leitzinsen gesenkt: Die Zentralbank reduzierte den einjährigen Leitzins auf 3.0 Prozent und den Fünfjahres-Leitzins auf 3.5 Prozent. Die Maßnahme kam am Dienstag, den 20. Mai, im Zuge eines umfassenden Konjunkturpakets, das auch niedrigere Einlagenzinsen und gelockerte Kreditvorgaben für Banken umfasst. Ziel ist es, die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln und das Wachstumsziel von rund fünf Prozent zu erreichen.

Im Hintergrund wirken mehrere Faktoren zusammen: Eine Entspannung im Handelskonflikt mit den USA schafft Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Gleichzeitig bleibt die Inflation niedrig, ein Hinweis auf schwache Binnennachfrage. Trotz der Zinssenkung warnen Ökonomen, dass dies allein nicht reicht, um das Wachstum anzuschieben. Zusätzliche Impulse müssten wohl vor allem aus der Finanzpolitik kommen, doch Peking hält sich hier zurück.

Starkes Börsendebüt für Tesla-Lieferant CATL

Der chinesische Batteriehersteller CATL ist am Dienstag fulminant an der Hongkonger Börse gestartet: Die Aktie legte zum Handelsbeginn um 12.5  Prozent zu und kletterte zwischenzeitlich sogar auf ein Plus von 18 Prozent. Mit einem Emissionserlös von rund vier Milliarden Euro markiert der Börsengang den bislang größten weltweit im Jahr 2025. CATL will das frische Kapital unter anderem in den Ausbau seines Werks im ungarischen Debrecen investieren.

CATL beliefert große Autobauer wie Tesla, BMW und Volkswagen mit Batterien für Elektroautos und gilt als Weltmarktführer in seinem Bereich. Der Börsengang in Hongkong ergänzt die bereits bestehende Notierung in Shenzhen und soll gezielt internationale Anleger ansprechen. Für den Finanzplatz Hongkong ist das Debüt auch ein Signal der Erholung nach schwachen Börsenjahren.

XPeng steigert Auslieferungen um 330 Prozent

Der chinesische E-Autohersteller XPeng hat im ersten Quartal 2025 beeindruckende 94 000 Fahrzeuge ausgeliefert. Ein Plus von 330 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz stieg um 141 Prozent auf rund 2.2 Milliarden US-Dollar. Auch an der Börse wurde das Wachstum honoriert: Die Aktie legte deutlich zu. Laut CEO Xiaopeng Xia hat sich zudem die Gewinnmarge das siebte Quartal in Folge verbessert.

XPeng profitiert von einer wachsenden Modellpalette und seiner langfristigen Wachstumsstrategie. Trotz saisonaler Schwankungen und operativer Verluste konnte das Unternehmen seine Marktposition bei den jungen E-Auto-Marken deutlich ausbauen. Auch die Prognose bleibt optimistisch: Für das zweite Quartal plant XPeng bis zu 108 000 Auslieferungen. Eine Marge beschreibt im Unternehmenskontext, wie viel Gewinn nach Abzug der Kosten übrig bleibt; steigende Margen deuten also auf wirtschaftliche Effizienz hin.

Xiaomi greift an: E-Auto und Chips gegen Tesla

Xiaomi hat angekündigt, am Donnerstag das neue E-SUV-Modell YU7 zu präsentieren. Ein Fahrzeug, das als direkter Herausforderer für Teslas Model Y gilt. Gleichzeitig investiert der chinesische Technologiekonzern umgerechnet 6.9 Milliarden Dollar in die Entwicklung eigener Chips. Neben dem Auto wird auch der hauseigene Xring-O1-Prozessor vorgestellt, der künftig in Xiaomi-Geräten wie dem neuen 15S Pro Smartphone zum Einsatz kommen soll.

Mit dem Schritt will Xiaomi unabhängiger von externen Chip-Zulieferern wie Qualcomm werden und seine Position im hart umkämpften Markt für smarte Technik und Elektroautos stärken. Das Unternehmen produziert erst seit Kurzem eigene Fahrzeuge, hat mit dem SU7-Sedan aber bereits das Model 3 von Tesla im chinesischen Markt überholt. Die Investition in eigene Chips gilt als strategischer Hebel, um langfristig ein technologisch integriertes Ökosystem zu schaffen, ähnlich wie es Apple und Huawei vormachen.

Ölpreis trotz Nahost-Spannungen unter Druck

Die Ölpreise sind am Mittwoch gefallen, obwohl ein möglicher israelischer Angriff auf iranische Atomanlagen im Raum steht. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) sank auf unter 62 Dollar pro Barrel, nachdem US-Daten zum zweiten Mal in Folge gestiegene Ölreserven und sinkende Benzinnachfrage zeigten. Auch Brent-Öl rutschte auf unter 65 Dollar. Damit überschatten wirtschaftliche Daten erneut geopolitische Risiken.

Obwohl Spannungen zwischen Israel und Iran sowie Unsicherheiten rund um Atomverhandlungen das verfügbare Rohöl auf dem Brennstoffmarkt verknappen könnten, rechnen Analysten aktuell eher mit einem Überangebot. Besonders der mögliche Wegfall von Sanktionen auf iranisches Öl könnte das Angebot weiter erhöhen. Vor etwa einer Woche gab der Iran bekannt, sein Atomprogramm einzustellen, wenn die USA ihr Embargo gegen das Land aufheben würden. Zuletzt schienen die Verhandlungen aber wieder zu stocken.

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Carlo Schmid

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