China verbietet KI-Chips von Nvidia: Aktie fällt deutlich
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China verbietet KI-Chips von Nvidia: Aktie fällt deutlich

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Chinas Internetaufsicht hat nach übereinstimmenden Medienberichten großen Tech-Konzernen wie ByteDance und Alibaba untersagt, den Nvidia-Chip RTX Pro 6000D zu kaufen; bereits laufende Tests und Bestellungen sollen gestoppt werden. Hintergrund ist der Technologiekonflikt zwischen den USA und China; Nvidia-Chef Jensen Huang reagierte „enttäuscht“ und verwies auf „größere Agenden“ beider Regierungen. An der Börse gab die Nvidia-Aktie im US-Handel um rund drei Prozent nach.

Was China verbietet

Laut Berichten hat die Cyberspace Administration of China (CAC), eine zentrale Internet- und Datenaufsichtsbehörde, Unternehmen angewiesen, den Kauf des RTX Pro 6000D einzustellen. Dieser Chip ist eine abgewandelte Version von Nvidias leistungsstarker Blackwell-Technologie, die extra für China entwickelt wurde, weil die USA besonders schnelle KI-Chips für den Export gesperrt haben. Mehrere chinesische Konzerne hatten bereits damit begonnen, den Chip zu testen oder in größerem Umfang zu bestellen. Diese Aktivitäten sollen nun beendet werden. Das Verbot trifft die Unternehmen mitten in einem Wettrennen um die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, bei dem Rechenleistung eine entscheidende Rolle spielt.

Welche Unternehmen betroffen sind

Besonders im Fokus stehen große chinesische Technologieplattformen wie Alibaba und ByteDance, die beide enorme Rechenzentren betreiben und für ihre KI-Projekte auf leistungsfähige Chips angewiesen sind. Gerade Firmen wie ByteDance, die mit TikTok weltweit aktiv sind, brauchen Chips, um ihre Systeme ständig weiterzuentwickeln. Der betroffene RTX Pro 6000D war eine Art Kompromissprodukt: leistungsfähig genug für viele Anwendungen, aber so angepasst, dass er die Exportbeschränkungen der USA erfüllt. Nun wird aber auch dieser Zugang gekappt, aber dieses Mal von China selbst.

Nvidias Reaktion

Nvidia-Chef Jensen Huang äußerte sich am Rande eines Auftritts in London zu den Berichten. Er sagte, er sei „enttäuscht“, dass chinesische Firmen den speziell für sie angepassten Chip nun nicht mehr einsetzen dürfen. Huang machte aber auch deutlich, dass es für Unternehmen wie Nvidia unmöglich sei, gegen politische Vorgaben zu arbeiten. Er sprach von „größeren Agenden“ zwischen den USA und China, die weit über einzelne Geschäftsentscheidungen hinausgehen.

Einordnung in den Tech-Konflikt

Das Verbot reiht sich in eine Serie von Maßnahmen im Technologiestreit zwischen den USA und China ein. Washington hat bereits mehrfach den Export modernster Chips eingeschränkt, weil die Regierung verhindern will, dass China mit diesen Bausteinen seine Militär- und KI-Fähigkeiten ausbaut. Im Gegenzug setzt Peking nun eigene Beschränkungen und geht gleichzeitig gegen internationale Firmen vor. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Nvidia in China auch wegen möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht untersucht wird. Damit zeigt sich, dass es in diesem Konflikt nicht nur um einzelne Chips geht, sondern um die Frage, wer künftig die Standards in der Künstlichen Intelligenz setzt. Für Unternehmen wie Nvidia bedeutet das einen Balanceakt: Sie wollen den wichtigen chinesischen Markt nicht verlieren, sind aber auch an die US-Vorgaben gebunden.

Auswirkungen auf die Börse

Die Nachricht wirkte sich direkt auf den Aktienkurs von Nvidia aus. An der Wall Street verlor die Aktie rund drei Prozent. Anleger fürchten, dass weitere Einschränkungen das Geschäft in China belasten könnten. China gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten für Nvidia, da dort viele große Unternehmen massiv in Künstliche Intelligenz investieren. Wenn dieser Markt blockiert wird, könnte das auf längere Sicht Milliardenumsätze kosten. Schon in den vergangenen Monaten gab es Hinweise, dass die Nachfrage nach den speziell für China entwickelten Varianten nicht so hoch ausfiel wie erhofft. Das Verbot verstärkt nun die Unsicherheit für Investoren und könnte den Kursverlauf in den kommenden Wochen beeinflussen.

Offene Fragen und Ausblick

Noch ist unklar, wie verbindlich das Verbot tatsächlich ist und ob es dauerhaft bestehen bleibt. Offizielle Stellungnahmen der chinesischen Behörden liegen nicht vor, und auch die betroffenen Unternehmen wie Alibaba oder ByteDance haben bisher keine Kommentare abgegeben. Sollte sich die Meldung bestätigen, wäre es ein schwerer Schlag für Nvidia und ein weiteres Zeichen dafür, dass der Tech-Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt weiter eskaliert. Wie Washington auf diesen Schritt reagiert, bleibt abzuwarten.

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Carlo Schmid

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