China und Zukunft enttäuschen: Nike-Aktie fällt auf Zehnjahres-Tief!
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China und Zukunft enttäuschen: Nike-Aktie fällt auf Zehnjahres-Tief!

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Simeon Koch

Ausgerechnet im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im eigenen Land läuft es für den US-amerikanischen Sportartikel-Riesen Nike alles andere als rund. Die Margen sind dünn, der Umsatz stagniert und mangelnde Qualität schwächt das Marken-Image. Für das kommende Quartal erwartet Nike weitere Schrumpfung, die sich auch an der Börse auf brutale Weise fortsetzt: Seit dem Allzeithoch im Jahr 2021 bei rund 180 US-Dollar ist die Nike-Aktie rund 75 Prozent abgestürzt und fiel nach den enttäuschenden Earnings auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren.

Schwacher Umsatz, schrumpfender Gewinn: Nike tief in der Krise

So schlecht stand es um die Nike-Aktie nicht einmal beim Corona-Tief im Frühjahr 2020. Mitte der Woche rutschte das Wertpapier des großen Adidas-Konkurrenten in Richtung 40 US-Dollar ab, der Corona-Crash hatte die Aktie nur auf 60 Dollar gedrückt. Nike befindet sich nicht nur an der Börse in einem ebenso harten wie kontinuierlichen Abwärtstrend. Auch das Kerngeschäft leidet zusehends. Anleger entziehen dem kriselnden Sportartikel-Giganten das Vertrauen. Und das hat gute Gründe.


Umsatz stagniert, Gewinn rückläufig: Nike hat ein schwaches Quartal hinter sich gebracht und warnt vor weiteren Rückgängen.


Im zurückliegenden Quartal lag der Umsatz von Nike bei rund 11.3 Milliarden Dollar, ein Plus von mageren 0.1 Prozent. Der Gewinn je Aktie fiel um deutliche 19 US-Dollar-Cent auf 0.35 Dollar, also um mehr als ein Drittel. Auch der Nettogewinn schrumpfte um satte 35 Prozent auf nunmehr 520 Millionen Dollar. Und die schlechten Nachrichten reißen erstmal nicht ab: Für die nächsten drei Monate rechnet Nike mit weiteren Umsatzeinbußen von zwei bis vier Prozent, der Markt war zuvor nur von knapp zwei Prozent Minus ausgegangen.

Zwar schlug Nike beim Gewinn je Aktie und beim Umsatz die (schon niedrig angesetzten) Erwartungen der Analysten; über die Enttäuschung der gekürzten Prognose konnte das aber nicht hinwegtäuschen. Hinter den ernüchternden Zahlen steckten gleich mehrere belastende Faktoren für Nike: Das Marken-Image litt zuletzt unter mangelhafter Qualität, die Trump-Zölle schlugen sich in der Bilanz nieder. Vor allem der wichtige Markt in China schwächelt.

Converse und China liefern Horror-Zahlen

In den zurückliegenden drei Monaten ging der Nike-Umsatz in China um elf Prozent zurück. Am stärksten litt der Bereich Sportausrüstung mit einem Minus von 27 Prozent, gefolgt von Schuhen. Und die Lage bleibt düster: Im kommenden Quartal sollen die China-Erlöse nochmals um 20 Prozent fallen, was laut Nike „die bereits im letzten Quartal hervorgehobenen rückläufigen Verkaufszahlen sowie die beschleunigten Maßnahmen zur Marktbereinigung“ widerspiegle.


Enttäuschend lief es vor allem bei Converse und in China. Der Nike-Geschäftsführer spricht von einem "umfassenden Neustart".


Während der Umsatz im Direktkundengeschäft um vier Prozent auf 4.5 Milliarden Dollar fiel, wuchs der Großhandel um fünf Prozent auf 6.5 Milliarden Dollar – knapp oberhalb der Schätzungen von drei Prozent Wachstum auf 6.4 Milliarden. Negativ schlug vor allem die bekannte Schuh- und Lifestyle-Linie Converse ins Kontor: Ganze 35 Prozent ging der Umsatz zurück und liegt nun bei 264 Millionen. Analysten hatten bereits mit einem deutlichen 26-Prozent-Rückgang auf 300 Millionen Dollar gerechnet, wurden aber nochmal unterboten.

Converse sei „in einem frühen Stadium eines globalen Neustarts“, sagte Nike-Geschäftsführer Elliott Hill, der seit 2024 im Amt ist, und fügte an: „In diesem Quartal haben wir große Anstrengungen unternommen, um die Gesundheit und Qualität unseres Kerngeschäfts zu steigern.“ Die Geschwindigkeit dieses Fortschritts variiere über das Marken- und Produktportfolio hinweg, aber „die Bereiche, die wir priorisiert haben, tragen bereits das Momentum. Die Arbeit ist nicht getan, aber die Richtung ist klar.“

„Unser Fokus liegt darauf, was wir kontrollieren können“

Trotz der teils tiefroten Zahlen konnte Nike die Erwartungen der Wallstreet weitgehend übertreffen. -Beim Gesamtumsatz lag man mit 11.28 Milliarden Dollar hauchzart über den erwarteten 11.24 Milliarden. Der Gewinn je Aktie schnitt mit den erwähnten 0.35 Dollar klar besser ab als die prognostizierten 0.28 Dollar. Und auch das Geschäft im Heimatmarkt Nordamerika zog leicht an.


Nicht alles ist schlecht bei Nike. Das Direktkundengeschäft ging zwar zurück, aber Großhandel und der heimische US-Markt wuschen.


Bei Investoren überwiegt wegen der schwachen Aussichten aktuell dennoch ein schales Gefühl, das Finanzchef Matthew Friend bei der Earnings-Präsentation auszuräumen versuchte. So erlebe man nun „das letzte Quartal, wo höhere Zölle ein spürbarer Gegenwind in der Profitabilität“ seien. Ein Selbstläufer werde die nähere Zukunft deshalb aber nicht: „Die Krise im Mittleren Osten und höhere Ölpreise können sowohl unsere Kosten als auch das Kundenverhalten beeinflussen“, schloss Friend.

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Simeon Koch

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