Zoll-Krise in der Pharmabranche: Merck gibt Trump Rabatt
#Global Markets

Zoll-Krise in der Pharmabranche: Merck gibt Trump Rabatt

Author

Arcan Askin

Die wichtigsten Punkte

Der deutsche Pharmakonzern Merck kapituliert als erstes deutsches Unternehmen vor Donald Trumps Zoll-Drohungen und gewährt massive Preisrabatte von 84 Prozent auf Fruchtbarkeitsmedikamente. Das "historische" Abkommen befreit Merck von drohenden 100 Prozent Zöllen, zwingt den Darmstädter Konzern aber zu Investitionen in US-Produktion. Während Trump seinen Feldzug gegen die Pharmaindustrie fortsetzt und Novo Nordisk mit drastischen Preissenkungen bei Ozempic unter Druck setzt, zeigt die Kapitulation von Merck die Erpressbarkeit europäischer Konzerne. Der Deal offenbart Trumps Macht über globale Lieferketten und die Hilflosigkeit der deutschen Wirtschaft gegen amerikanische Handelspolitik.

Kapitulation im Weißen Haus

Merck beugt sich dem Druck aus Washington und wird seine Fruchtbarkeitsmedikamente über Trumps neue Staatsplattform "TrumpRX" zu Schleuderpreisen verkaufen. Die Medikamente Gonal-F, Ovidrel und Cetrotide sollen ab Januar 2026 mit einem kombinierten Rabatt von 84 Prozent auf die Listenpreise angeboten werden. Trump inszenierte die Verkündung im Oval Office als "historischen Sieg für amerikanische Frauen und Familien". Für Merck bedeutet das Abkommen eine dramatische Gewinneinbuße bei gleichzeitig steigenden Investitionsverpflichtungen in den USA. Der Deal zeigt exemplarisch, wie Trump europäische Konzerne mit Zolldrohungen zu Zugeständnissen zwingt.

Erpressung mit System

Die Vereinbarung ist das Ergebnis einer monatelangen Drohkampagne. Ende September hatte Trump 17 Pharmaunternehmen mit 100 Prozent Zöllen auf Markenarzneien gedroht, falls sie nicht freiwillig die Preise senken. Merck folgt damit Pfizer und Astra-Zeneca, die bereits ähnliche Deals eingingen. Im Gegenzug erhält der Konzern Zollbefreiungen für pharmazeutische Produkte seiner US-Tochter EMD Serono. Die Bedingung: Merck muss in biopharmazeutische Produktion und Forschung in den USA investieren. Diese Koppelung von Handelspolitik und Industrieansiedlung zeigt Trumps protektionistische Strategie in Reinform.

USA als Geisel der deutschen Wirtschaft

Für Merck steht viel auf dem Spiel. Der US-Markt generiert 1.8 Milliarden Euro Umsatz - etwa 25 Prozent des Konzernumsatzes. Mit 14 000 Mitarbeitern beschäftigt Merck in den USA mehr Menschen als am Stammsitz in Darmstadt. Der IVF-Bereich erwirtschaftete 2024 allein 1.5 Milliarden Euro, das Blockbuster-Medikament Gonal-F brachte 973 Millionen Dollar ein. Diese Abhängigkeit macht Merck erpressbar. Jedes achte amerikanische Paar kämpft mit unerfülltem Kinderwunsch, IVF-Behandlungen kosten bis zu 25 000 Dollar pro Zyklus. Trump nutzt diese Notlage als politisches Druckmittel gegen europäische Konzerne.

Die Merck-Aktie befindet sich derzeit im Aufschwung der türkisfarbenen Welle A. Unsere Analysen beleuchten die potenziellen Szenarien und definieren dabei Einstiegsbereiche und Zielzonen, um Ihnen die Handelsentscheidungen zu erleichtern. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Nächstes Opfer: Novo Nordisk im Visier

Trump macht bereits das nächste Opfer aus. Der dänische Konzern Novo Nordisk soll sein Diabetesmedikament Ozempic von 1000 auf 150 Dollar pro Monat senken - ein Zehntel des bisherigen Preises. Anders als bei Merck existiert jedoch noch keine Vereinbarung, was Trump nicht davon abhält, die Preissenkung öffentlich zu verkünden. Die Märkte reagierten panisch: Novo Nordisk verlor sieben Prozent an Wert, der Rivale Eli Lilly büßte 4.7 Prozent ein. Die Novo-Aktie ist bereits 45 Prozent seit Jahresbeginn gefallen. Trumps Ankündigungspolitik zeigt Wirkung und zerstört Milliardenwerte an den Börsen.

Deutsche Hilflosigkeit gegen amerikanische Macht

Die Merck-Kapitulation offenbart die strukturelle Schwäche europäischer Konzerne gegenüber amerikanischer Handelspolitik. Trotz EU-Binnenmarkt und vermeintlicher Stärke können deutsche Unternehmen Trumps Erpressung nichts entgegensetzen. Die Abhängigkeit vom US-Markt macht sie zu Geiseln amerikanischer Politik. Mercks Aktienkurs reagierte mit einem Prozent Minus verhalten auf das Abkommen - ein Zeichen dafür, dass Investoren weitere Zugeständnisse befürchten. Auf Jahressicht steht ein Minus von über 20 Prozent zu Buche.

FAQ

Was macht die Firma Merck?

Merck ist ein deutscher Pharma- und Technologiekonzern mit Hauptsitz in Darmstadt. Das 1668 gegründete Unternehmen ist der älteste Pharmakonzern der Welt und in drei Geschäftsbereichen tätig: Biopharma, Life Science und Electronics. Merck ist Weltmarktführer bei Fruchtbarkeitsmedikamenten und erwirtschaftete 2024 einen Gesamtumsatz von über 20 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt weltweit etwa 60 000 Mitarbeiter.

Was ist bei Merck los?

Merck steht unter massivem Druck von US-Präsident Trump, der mit 100 Prozent Zöllen auf Pharmaimporte gedroht hat. Der Konzern musste ein Preisabkommen eingehen und seine IVF-Medikamente mit 84 Prozent Rabatt über Trumps Staatsplattform verkaufen. Gleichzeitig muss Merck in US-Produktion investieren. Die Aktie verlor 20 Prozent seit Jahresbeginn aufgrund der politischen Unsicherheit.

Ist die Merck-Aktie im DAX?

Ja, Merck ist seit 1988 im DAX gelistet und gehört zu den 40 größten deutschen Aktiengesellschaften. Das Unternehmen ist einer der traditionsreichsten DAX-Konzerne und hat eine Marktkapitalisierung von etwa 80 Milliarden Euro. Die Aktie gilt als defensiver Pharmatitel mit stabilen Dividendenzahlungen.

Ist die Merck-Aktie derzeit ein guter Kauf?

Die Bewertung der Merck-Aktie hängt von verschiedenen Faktoren ab, die in unseren detaillierten Analysen beleuchtet werden. Investoren sollten die politischen Risiken durch Trumps Handelspolitik, die Abhängigkeit vom US-Markt und die Wachstumsaussichten im IVF-Bereich berücksichtigen. Für eine fundierte Einschätzung verweisen wir auf unsere aktuellen Analysen, die Einstiegsbereiche definieren.

Author

Arcan Askin

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.