In der Kalenderwoche 37, vom 7. bis 14. September 2026, stehen wichtige Daten zu Wachstum und Inflation auf der Agenda. Neben dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) werden Preisdaten aus China, Deutschland und den USA sowie Arbeits- und Konsumindikatoren veröffentlicht.
Dienstag: Japans Wirtschaftswachstum im Blick
Den Auftakt macht Japan mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich. Das BIP misst den Wert aller innerhalb eines Landes produzierten Güter und Dienstleistungen und ist ein zentraler Indikator für die Wirtschaftsleistung. Nach 0.30 Prozent im Vorquartal wird ein Wachstum von 0.40 Prozent erwartet. Eine höhere Quartalsrate zeigt eine stärkere wirtschaftliche Aktivität gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum an; eine niedrigere Rate ein schwächeres Tempo.
Mittwoch: Chinas Verbraucherpreise
Am Mittwoch veröffentlicht China den Verbraucherpreisindex (VPI) auf Jahresbasis. Der VPI misst die Preisentwicklung eines für private Haushalte typischen Waren- und Dienstleistungskorbs gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Die Prognose liegt bei 0.90 Prozent nach 0.50 Prozent. Eine höhere Jahresrate bedeutet einen stärkeren Preisauftrieb, während eine niedrigere Rate auf eine nachlassende Inflation hindeutet.
Donnerstag: EZB-Zinsentscheid und Preisindikatoren
Der Donnerstag ist der zentrale Tag für Europa. Zunächst wird der deutsche Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) veröffentlicht. Der HVPI wird nach europaweit einheitlichen Standards ermittelt und ermöglicht den Vergleich der Inflation zwischen den Mitgliedstaaten. Erwartet wird eine unveränderte Jahresrate von 2.90 Prozent.
Am Nachmittag folgt die Zinsentscheidung der EZB. Laut Kalenderprognose soll der Hauptrefinanzierungssatz von 2.40 auf 2.65 Prozent steigen. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken regulär bei der EZB mit Liquidität versorgen. Auch der Zinssatz der Einlagefazilität, zu dem Banken überschüssige Mittel kurzfristig bei der EZB hinterlegen, soll von 2.25 auf 2.50 Prozent angehoben werden. Höhere Leitzinsen erhöhen grundsätzlich die Finanzierungskosten, niedrigere Sätze verbilligen Kredite. Der geldpolitische Begleittext und die Pressekonferenz der EZB liefern den Rahmen für die Entscheidung.
Aus den USA folgt der Erzeugerpreisindex ohne Energie und Nahrungsmittel auf Jahresbasis. Er misst Preisveränderungen auf Herstellerebene, wobei besonders volatile Komponenten ausgeklammert werden. Der vorherige Wert lag bei 4.20 Prozent. Steigende Erzeugerpreise können auf höheren Kostendruck entlang der Lieferkette hinweisen.
Freitag: US-Inflation und Verbraucherstimmung
Am Freitag stehen mehrere US-Inflationsdaten an. Der VPI auf Jahresbasis soll unverändert bei 3.40 Prozent liegen. Für die Monatsrate wird ein Anstieg von 0.10 auf 0.40 Prozent erwartet. Die monatliche Rate vergleicht das Preisniveau mit dem unmittelbaren Vormonat und reagiert daher schneller auf aktuelle Preisbewegungen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Kernrate des VPI. Sie lässt Energie und Nahrungsmittel wegen ihrer häufig starken Preisschwankungen außen vor und dient zur Einordnung des grundlegenden Inflationsdrucks. Die Monatsrate soll bei 0.20 Prozent bleiben, während die Jahresrate von 2.50 auf 2.40 Prozent zurückgehen soll.
Zum Wochenschluss folgt der Michigan Verbraucher-Stimmungsindex. Er basiert auf Haushaltsbefragungen zu persönlicher Finanzlage und wirtschaftlichen Erwartungen. Der Vorwert beträgt 51.70 Punkte. Höhere Werte zeigen eine zuversichtlichere Verbraucherstimmung, niedrigere Werte eine zurückhaltendere Einschätzung an.







