In der Kalenderwoche 30 (20. bis 27. Juli 2026) richtet sich die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf Europa. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt ihre Zinsentscheidung bekannt. Zum Wochenabschluss folgt dann eine Flut an Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, der Eurozone und den USA.
Montag und Dienstag: Kanadische Inflation und EZB-Kreditumfrage
Die Woche beginnt am Montag mit Inflationsdaten aus Kanada. Veröffentlicht wird der Verbraucherpreisindex (VPI) für das Jahr. Dieser Index misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs von Konsumgütern und Dienstleistungen und ist der wichtigste Indikator für die Inflation. Für die Jahresrate wird ein Rückgang von 3.20 Prozent auf 2.90 Prozent erwartet. Zeitgleich wird der BoC Kern-Verbraucherpreisindex (Jahr) gemeldet, der volatile Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel ausschließt und als präziseres Maß für den zugrunde liegenden Inflationstrend gilt. Der vorherige Wert lag hier bei 2.20 Prozent.
Am Dienstag steht in Europa die EZB Bankkredit Umfrage auf der Agenda. Sie liefert wichtige Erkenntnisse über die Kreditvergabebedingungen der Banken und die Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten. Ein restriktiveres Kreditumfeld kann das Wirtschaftswachstum dämpfen.
Donnerstag: EZB-Zinsentscheidung
Der Mittwoch bleibt ohne marktbewegende Termine. Am Donnerstag folgt dann der Höhepunkt der Woche für Europa: Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt ihre Zinsentscheidung bekannt. Es wird erwartet, dass der Hauptrefinanzierungsgeschäfte-Zinssatz unverändert bei 2.40 Prozent bleibt. Auch der Zinssatz für die Einlagefazilität soll bei 2.25 Prozent belassen werden. Der Leitzins ist das zentrale Instrument der Geldpolitik, mit dem Notenbanken die Kreditkosten steuern. Begleitet wird die Entscheidung vom Begleittext zur Geldpolitik und der anschließenden Pressekonferenz der EZB, auf der Investoren nach Hinweisen auf zukünftige Zinsschritte suchen werden.
Freitag: Flut an Einkaufsmanagerindizes
Der Freitag ist geprägt von der Veröffentlichung zahlreicher Einkaufsmanagerindizes (EMI). Diese Indizes basieren auf Umfragen unter Einkaufsmanagern und gelten als verlässliche Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin, ein Wert darunter auf Schrumpfung.
Den Auftakt macht Deutschland mit den HCOB Einkaufsmanagerindizes. Für das verarbeitende Gewerbe wird ein leichter Rückgang von 50.30 auf 50.10 erwartet. Der Gesamtindex lag zuletzt bei 49.50. Für den Dienstleistungssektor wird ein leichter Anstieg von 48.60 auf 48.80 prognostiziert, was jedoch weiterhin auf eine Schrumpfung hindeutet.
Kurz darauf folgen die entsprechenden Daten für die gesamte Eurozone. Hier wird für den EMI des verarbeitenden Gewerbes ein minimaler Rückgang von 51.40 auf 51.30 erwartet. Der HCOB Composite EMI notierte zuletzt bei 50.00. Für den EMI für Dienstleistungen soll ein Anstieg von 49.40 auf 49.80 verzeichnet werden.
Am Nachmittag rücken dann die USA in den Fokus. Veröffentlicht werden die S&P Global Einkaufsmanagerindizes. Der vorherige Wert für das verarbeitende Gewerbe lag bei 53.90, was auf ein solides Wachstum hindeutet. Der EMI für Dienstleistungen notierte zuletzt bei 51.20 und signalisierte damit ebenfalls eine Expansion in diesem Sektor.






