Wochenrückblick: Trumps Zoll-Theater, Boeings Rekordjahr und JPMorgans Warnung
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Wochenrückblick: Trumps Zoll-Theater, Boeings Rekordjahr und JPMorgans Warnung

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Simeon Koch

Montag: Trump verhängt China-Zölle – und rudert zurück

Anfang der Woche hatte US-Präsident Donald Trump den Handelsstreit mit China noch deutlich verschärft und zusätzliche Zölle von 100 Prozent auf chinesische Importe ab dem 1. November angekündigt. Anlass waren Pekings Pläne, den Export seltener Erden stärker zu kontrollieren. Trump bezeichnete das Verhalten Chinas als „außerordentlich aggressiv“ und warnte vor den Folgen für die USA. Experten werteten die Zolldrohung als Auftakt zu neuen Verhandlungen über seltene Erden und weitere Zugeständnisse Chinas.


Am Freitag zeigte sich Trump dann deutlich versöhnlicher: Die neuen Zölle seien „nicht nachhaltig“, aber durch Chinas Maßnahmen erzwungen, erklärte er in einem Interview mit Fox News. Zugleich betonte er, dass die USA China „helfen und nicht schaden“ wollten und bestätigte das geplante Treffen mit Präsident Xi Jinping in Südkorea. Analysten sehen in Trumps Kurswechsel ein Signal, dass die Spannungen zwar hoch bleiben, die Parteien aber auf Deeskalation setzen.

Dienstag: Jamie Dimon warnt nach Pleiten vor „Abschwung“

JPMorgan-CEO Jamie Dimon sieht in den jüngsten Insolvenzen auf dem US-Automarkt erste Warnzeichen für zu lockere Kreditvergabestandards in den vergangenen zehn bis vierzehn Jahren. Er bezog sich dabei auf den Zusammenbruch des Autozulieferers First Brands und des Autokreditgebers Tricolor Holdings. „Das sind frühe Anzeichen dafür, dass es möglicherweise Übertreibungen gibt. Wenn wir einen Abschwung erleben, werden noch mehr Kreditprobleme sichtbar“, sagte Dimon.

Die Pleiten zeigen, welche Risiken Banken wie JPMorgan, Jefferies oder Fifth Third eingehen, wenn sie Firmenkredite vergeben. JPMorgan selbst verbuchte im Quartal zwar Verluste durch Tricolor in Höhe von 170 Millionen US-Dollar, konnte First Brands aber ausgleichen. „Es ist nicht unser stolzester Moment“, kommentierte Dimon und betonte die Notwendigkeit, jede Kreditentscheidung kritisch zu prüfen. Die Kreditkennzahlen seien derzeit stabil, und man beobachte den Arbeitsmarkt genau, um mögliche Auswirkungen auf Konsumentenkredite frühzeitig zu erkennen.

Mittwoch: Boeing steuert auf bestes Jahr seit 2018 zu

Boeing hat im September 55 Flugzeuge an Kunden ausgeliefert, darunter vierzig 737 Max, und liegt damit auf Kurs für das beste Jahr seit 2018. Zu den Abnehmern gehören Ryanair, Southwest Airlines, United Airlines, China Southern und die Leasingfirma AerCap. Insgesamt lieferte Boeing in den ersten neun Monaten 2025 bereits 440 Flugzeuge aus, nach 568 im gleichen Zeitraum 2018 vor den beiden tödlichen 737-Max-Abstürzen.


Boeing plant, die Produktion der 737 Max bis Ende des Jahres auf zweiundvierzig Maschinen pro Monat zu steigern, derzeit liegt das Limit bei achtunddreißig pro Monat, festgelegt von der FAA nach einem Zwischenfall mit einem Türstecker im Januar 2024. CEO Kelly Ortberg erklärte: „Wir müssen das endgültige Produktionsniveau stabilisieren. Danach planen wir, auf zweiundvierzig pro Monat zu erhöhen.“ Im September gingen außerdem netto achtundvierzig Bestellungen für neue Flugzeuge ein, darunter 64 787 Dreamliner.

Donnerstag: Travelers steigert Quartalsgewinn deutlich

Der US-Versicherungskonzern Travelers hat im dritten Quartal 2025 ein starkes Ergebnis erzielt. Der bereinigte Gewinn stieg um 53 Prozent auf 1.87 Milliarden US-Dollar und 8.14 US-Dollar je Aktie. Der Nettogewinn erreichte 1.89 Milliarden US-Dollar. Ein wichtiger Grund war, dass der Konzern deutlich weniger Verluste durch Naturkatastrophen verbuchte – sie halbierten sich im Vergleich zum Vorjahr auf 402 Millionen US-Dollar. Auch die sogenannte Combined Ratio, ein Maß für die Rentabilität des Versicherungsgeschäfts, verbesserte sich auf 87.3 Prozent. Werte unter hundert Prozent bedeuten, dass ein Versicherer mehr einnimmt als er für Schäden und Kosten ausgibt.

Das Kerngeschäft, also das klassische Versicherungsgeschäft (Underwriting), entwickelte sich besonders positiv: Der Gewinn in diesem Bereich verdoppelte sich auf 1.4 Milliarden US-Dollar. Auch die Erträge aus Geldanlagen stiegen um 15 Prozent auf 850 Millionen US-Dollar. Besonders erfolgreich war die Sparte für Privatversicherungen, deren Gewinn sich auf 807 Millionen US-Dollar erhöhte. „Wir haben ein weiteres Quartal mit hervorragenden Ergebnissen erzielt“, lobte CEO Alan Schnitzer.

 

Freitag: American Express erzielt Rekordergebnis

American Express hat im dritten Quartal ein Rekordergebnis erzielt. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 18.4 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn pro Aktie auf 4.14 US-Dollar zunahm – ein Plus von neunzehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettogewinn erreichte 2.9 Milliarden US-Dollar nach 2.5 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das starke Ergebnis ist vor allem auf steigende Ausgaben der Karteninhaber, höhere Zinseinnahmen und wachsende Kartengebühren zurückzuführen.



Auf Basis der positiven Geschäftsentwicklung hob das Unternehmen seine Jahresprognose an und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum zwischen neun und zehn Prozent. „Das Ausgabenwachstum unserer Karteninhaber beschleunigte sich und unsere Kreditkennzahlen blieben die besten ihrer Klasse“, sagte CEO Stephen Squeri. Besonders gut liefen die neu aufgelegten Platinum-Karten, deren Nachfrage die Erwartungen übertraf. Mit neuen digitalen Angeboten und Partnerschaften will American Express seine Marktführerschaft weiter ausbauen.

Das war unser Wochenrückblick. Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!

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Simeon Koch

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