Wochenrückblick 31.07. – 04.08.
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Wochenrückblick 31.07. – 04.08.

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Florian Winter
Montag – Nach Militärputsch: Wahl in Myanmar verschoben

Im südostasiatischen Land Myanmar hat die durch einen Putsch im Jahr 2021 an die Macht gekommene Militärregierung den Ausnahmezustand um weitere sechs Monate verlängert und in diesem Zuge verkündet, die eigentlich für diesen August zugesicherten Wahlen nochmals zu verschieben: „Um eine freie und faire Wahl abzuhalten und ohne Angst wählen zu können, sind weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig“. Zuvor hatte das Militär der ehemaligen Regierungschefin, der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, vorgeworfen, bei der letzten Wahl im Jahr 2020 betrogen zu haben. Der 78-Jährigen drohen nun bis zu 27 Jahre Haft.

Dienstag – Finanzstabilität am Bosporus? 

Um die inländische Finanzstabilität zu stärken, schränkt die türkische Bankenaufsichtsbehörde die Nutzung von Kreditkarten für Auslandsreisen ab sofort stark ein. Demnach wird es den Bürgern des Zwei-Kontinenten-Staats zukünftig nicht mehr möglich sein, bei Buchungen von Flügen und Unterkünften im Ausland auf Ratenzahlungen zurückzugreifen. Reiseveranstalter befürchten nun einen empfindlichen Rückgang der Buchungen von Auslandsreisen. Die Aktienkurse der ansässigen Fluggesellschaften sackten im Zuge des Beschlusses etwas ab, am Dienstag verlor das Wertpapier von Turkish Airlines rund 1.3 Prozent, für die Pegasus-Airline ging es gar 2.3 Prozent in den Süden. Die Vereinigung der türkischen Reiseveranstalter kritisiert, dass die Regierung hiermit lediglich erreichen möchte, „dass die Bürger nicht ins Ausland gehen und ausländische Währungen ausgeben“. Die türkische Lira hat seit Ende 2021 die Hälfte seines Wertes im Vergleich zum US-Dollar verloren.

Mittwoch – Hollywood-Streik: Einigung in Sicht? 

In den USA legt ein Streik von Schauspielern und Drehbuchautoren seit Mitte Juli beinah die gesamte Filmindustrie lahm. Jetzt keimt aber Hoffnung hinsichtlich einer baldigen Einigung, wurde doch am Mittwoch bekanntgegeben, dass es wohl am heutigen Freitag zu einem Treffen zwischen den Streikenden und den nordamerikanischen Filmstudios kommen soll. Sowohl Drehbuchautoren als auch Darsteller fordern unter anderem eine Überarbeitung der bestehenden Vergütungsregelungen. Der Streik kostet Hollywood respektive die dort ansässige Unterhaltungsindustrie und somit die gesamte kalifornische Wirtschaft täglich mehrere Millionen US-Dollar.

Donnerstag – Apple, Amazon: die Zahlen der Tech-Giganten 

In der Woche der Quartalszahlen legten zahlreiche Großkonzerne der USA ihre jüngste Performance offen. Nachdem am Mittwoch neben weiteren Unternehmen PayPal, Shopify und Qualcomm ihre Bücher öffneten – lesen Sie hier mehr dazu – zogen am Donnerstag unter anderem Apple und Amazon nach. Apple bewegte sich beim Umsatz im Rahmen des Erwarteten, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging dieser leicht auf $81.8 Milliarden zurück. Beim Gewinn konnte der iPhone-Konzern die Erwartungen übertreffen und statt von den Analysten prognostizierten $1.19 ganze $1.26 je Aktie einfahren. Herausragende Zahlen präsentierte derweil Amazon: Der Einzelhandelsgigant steigerte seinen Umsatz um elf Prozent auf $134.4 Milliarden, erwartet wurden hier „lediglich“ $132 Milliarden. Der Gewinn legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 133 Prozent (!) zu, letztlich standen hier $7.7 Milliarden zu Buche (Prognose: $5 Milliarden).

Freitag – Deutsche Industrie: größtes Auftragsplus seit 2020

Wie heute bekannt wurde, verzeichnete die deutsche Industrie, entgegen der durchaus schlechten Prognosen, im Juni bei den Aufträgen im Vergleich zum vorangegangenen Monat ein Plus in Höhe von sieben Prozent. Somit stieg diese Kennzahl so stark an, wie seit rund drei Jahren nicht mehr. Großen Anteil daran hatten unter anderem Großaufträge, die die Luft- und Raumfahrtbranche an Land zog. Interessant hierbei: Die von Reuters befragten Ökonomen hatten mit einem Rückgang in Höhe von zwei Prozent gerechnet. Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer geht jedoch nicht davon aus, dass die jüngsten Anstiege von Nachhaltigkeit geprägt sind: „Der Trend bei den Orders weist immer noch nach unten“. Deshalb erwarte er, „dass die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte schrumpfen wird“.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Ich hoffe, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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