Wochenrückblick 30.10.2023 – 03.11.2023
#Global Markets

Wochenrückblick 30.10.2023 – 03.11.2023

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Louisa Hellmann

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.

Montag – Konkurrenz


Bis zum Ende des Jahrzehnts will die deutsche Raumfahrtindustrie einen Konkurrenten zum Musk’schen „Starlink“-Satellitensystem etablieren. Laut der Chefin des Münchener Start-ups Unio, Katrin Bacic, ist eine Satellitenkonstellation geplant, „die weltweit eine schnelle nahtlose Datenverbindung für die Industrie anbietet“ – Kostenpunkt: rund 2€ Milliarden. Zu den Investoren des vor einem Jahr gegründeten Start-ups zählen Raketenhersteller Isar Aerospace, Laserterminal-Spezialist Mynaric, Satellitenbauer SES, das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB sowie der Münchener Technologiekonzern IABG. Bereits jetzt sei Unio „in Gesprächen mit allen großen Herstellern“ der Automobilindustrie, denn auch die sind an einem schnellen Datentransfer interessiert. Sein Standort in Europa könnte dem Start-up dabei zum Vorteil gereichen, wollen viele europäische Autobauer ihre Daten doch lieber über einen heimischen Anbieter statt über die Systeme von Konkurrenten wie Starlink oder auch Geely versenden.

Dienstag – Stabil   

Auch wenn Chemiekonzern BASF für die übrigen Monate des Jahres 2023 nicht mit einer Erholung rechnet und Chef Martin Brudermüller den Start ins nächste Jahr als „nicht einfach“ einschätzt, wird den Aktionären dennoch eine stabile Dividende in Aussicht gestellt. Die letzte Auszahlung pro Aktie an die Anleger betrug 3.40€ und Brudermüller will auch die nächste Dividende „mindestens auf dem Niveau des Vorjahres“ halten. Damit dürfte das Unternehmen allein in diesem Jahr rund 3€ Milliarden an seine Aktionäre ausschütten. Sein Investitionsbudget für die nächsten Jahre will BASF derweil um rund 14 Prozent kürzen und mit dem bereits laufenden Sparprogramm sollen ab 2026 pro Jahr etwa 1.1€ Milliarden eingespart werden.

Mittwoch – Storniert 

Ørsted, seines Zeichens Weltmarktführer im Bereich Windkraft-Projekte, storniert wegen ausufernder Kosten ein Offshore-Projekt in den USA. In den ersten neun Monaten dieses Jahres kassierte der dänische Konzern wegen der zu hohen finanziellen Belastung einen Verlust von umgerechnet rund 2.7€ Milliarden. Daher wird der Bau der Windparks „Ocean Wind 1 und 2“ eingestellt. Nun muss das Unternehmen zudem noch mit weiteren Aufwendungen in Höhe von bis zu 1.5€ Milliarden für mögliche Entschädigungen wegen der Vertragsstornierung rechnen. Der Abbruch des Projekts stellt auch einen Rückschlag für die nordamerikanische Regierung dar, die bis 2030 Offshore-Anlagen mit einer Kapazität von 30 Gigawatt errichten möchte.

Donnerstag – Drohender Gewinnausfall    

100 000 Fahrzeuge bleiben bei Mercedes auf der Strecke, weil Akkus von Hauptzulieferer Bosch fehlen. Wegen anhaltenden Engpässen bei 48-Volt-Batterien muss der Autobauer in diesem Jahr vermutlich Umsatzeinbußen von 5€ bis 7€ Milliarden verkraften, wodurch ein Gewinnausfall von über einer halben Milliarde Euro droht. Inzwischen hat Mercedes eigene Experten zu Bosch geschickt, um das Lieferproblem zu lösen – zudem sind laut Bosch „mehr als 100 Fertigungsspezialisten von verschiedenen Bosch-Standorten in ganz Europa […] im Einsatz“.

 

Freitag – Schuldig 


Nach fünfwöchigen Verhandlungen wurde Sam Bankman-Fried nun in allen sieben Anklagepunkten, darunter Betrug und Geldwäsche, von einem New Yorker Gericht schuldig gesprochen. Die Geschworenen stimmten überein, dass der FTX-Gründer Milliarden Dollar an Kundengeldern veruntreut habe, um sich selbst zu bereichern. Das Strafmaß steht noch aus – es drohen jedoch bis zu 110 Jahre Gefängnis. Die Anwälte des ehemaligen Kryptounternehmers, der seit August im Gefängnis sitzt, werden vermutlich Berufung gegen das Urteil einlegen.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Louisa Hellmann

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