Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – Credit Suisse verurteilt
Credit Suisse wurde als erste Inlandsbank in einem Prozess der Wirtschaftskriminalität schuldig gesprochen. Ein Schweizer Gericht urteilte, dass der Kreditgeber es versäumt habe, die Wäsche von bulgarischem Drogengeld zu verhindern. Die Bank soll mehrere Millionen Euro von bulgarischen Kunden entgegengenommen und dabei offensichtliche Hinweise auf kriminelle Hintergründe ignoriert haben. Die Richter verhängten ein Bußgeld von 2 Millionen Schweizer Franken und ordneten zudem die Zahlung einer Entschädigung von €18.6 Millionen an die Schweizer Regierung an. In einer Stellungnahme erklärte Credit Suisse, sie beabsichtige, gegen das Urteil Einspruch zu erheben.
Dienstag – Verkauf gestoppt
Walgreens Boots Alliance hat den Verkaufsprozess seiner Kette „Boots“ in Großbritannien abgebrochen. Grund dafür sind die Unruhen am Kreditmarkt, die bewirkt haben, dass die bisherigen Kaufangebote deutlich unter den Erwartungen des Unternehmens rangierten. Trotz des „starken Interesses“ an dem 173 Jahre alten Betrieb, hätte keines der Angebote dem Wert von Boots und seiner Kosmetikmarke No. 7 entsprochen, so der Konzern. Walgreens kündigte an, vorerst weiter „in die Zukunft beider Firmen investieren“ und mehr Details in seinem Quartalsbericht preiszugeben.
Mittwoch – Inflation schwächt sich ab
Entgegen vieler Prognosen hat sich die Inflation in Deutschland nach Informationen des Statistischen Bundesamts im vergangenen Monat tatsächlich leicht abgeschwächt. Nach 7.4% im April und 7.9% im Mai beträgt die Inflationsrate im Juni 7.6%. Ökonomen hatten hingegen mit einem Anstieg auf 8% gerechnet. Die Experten sind sich nun uneinig, ob der Höhepunkt der Inflation in Deutschland möglicherweise bereits überschritten wurde. Viele gehen aber davon aus, dass die Teuerungsrate wohl erst im September ihren Höchststand erreichen könnte.
Donnerstag – Schweden zieht nach
Nachdem der skandinavische Nachbar Norwegen bereits in der Vorwoche den Leitzins um 0.5% anhob, und somit so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr, verkündete nun auch die schwedische Zentralbank eine Leitzinserhöhung. In Schweden steigt der Zinssatz ebenfalls um 0.5%, und zwar von 0.25 auf 0.75 Prozentpunkte. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass das „Risiko, dass sich die hohe Inflation in der Preissetzung und Lohnbildung festsetzt“ gestiegen sei. Und die Zentralbank signalisierte bereits, dass man in naher Zukunft den Leitzins weiter anheben möchte, um Anfang 2023 einen Wert von knapp 2% zu erreichen. Die Europäische Zentralbank hebt den Leitzins voraussichtlich im Juli an.
Freitag – Insiderhandel
Er wurde eingestellt, um Insiderhandel zu unterbinden – nun hat er sich selbst in diesem Verbrechen schuldig bekannt: Gene Levoff, seinerseits ehemaliger Unternehmenssekretär und Direktor für Unternehmensrecht bei Apple, gestand vor einem Gericht in New Jersey, dass er maßgeblich an systematischen Insiderhandelsaktivitäten beteiligt war, die sich vom Februar 2011 bis in den April 2016 erstreckten. Hierbei nutzte er nichtöffentliche Informationen – unter anderem auch noch nicht veröffentlichte Unternehmenszahlen – um Apple-Aktien zum bestmöglichen Zeitpunkt abzustoßen oder zuzukaufen. Offenbar hat er sich so einen Gewinn von mehreren hunderttausend Dollar erschlichen. Angeklagt wurde Levoff bereits im Jahr 2019, das Urteil wird für November dieses Jahres erwartet. Im schlimmsten Falle könnte der ehemalige Apple-Mitarbeiter zu einer Haftstrafe von 20 Jahren sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von $5 Millionen verurteilt werden.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Ich hoffe, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!




