Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – DFL verkauft Bundesliga-Rechte für 20 Jahre
Die Deutsche Fußball Liga e.V. (kurz DFL) hat am Montag beschlossen, was viele Fußballfans als Dammbruch für weitere Kommerzialisierung im Profifußball sehen: die Veräußerung von Vermarktungsrechten der obersten deutschen Ligen an einen Großinvestor. In einer geheimen Abstimmung votierten exakt die notwendigen zwei Drittel der 36 Erst- und Zweitligavereine für den Einstieg eines strategischen Partners aus der Private-Equity-Branche. Im Zuge des Deals werden acht Prozent der Medienrechte an Erst- und Zweitligapartien über 20 Jahre für knapp eine Milliarde Euro verkauft. Ein ähnliches Modell war im Frühjahr noch an der Ablehnung der beteiligten Fußballclubs gescheitert. Damals ging es um gut zwölf Prozent für zwei Milliarden Euro. Mit dem Geld will der Dachverband des deutschen Profifußballs unter anderem eine eigenständige Streaming-Plattform aufziehen, die internationale Vermarktung durch Auslandsreisen der Proficlubs ankurbeln und den E-Sport fördern. Selbst die Namensrechte an der Bundesliga könnten an Sponsoren gehen. Aus der aktiven Fanszene hagelt es Protest – und die DFL geht auf die Suche nach Geldgebern.
Dienstag – JPMorgan sieht BTC-Abverkauf nach ETF-Zulassung
In einem Bericht hat die milliardenschwere US-Investmentbank JPMorgan von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ gesprochen, dass die für Januar 2024 erwartete Zulassung des Bitcoin-Spot-ETFs durch die nordamerikanische Börsenaufsicht zu einem „Sell-the-News-Event“ werden könnte. Die Erwartung der Genehmigung habe „exzessiven Optimismus unter Krypto-Investoren“ sprießen lassen und „Bitcoin in überkaufte Zonen gebracht, wie zuletzt 2021“, also zur Hochphase des vergangenen Bullenmarktes. Zudem sei die Euphorie um das Bitcoin Halving, das ebenfalls kommendes Jahr ansteht und in der Vergangenheit schon mehrfach bullische Zyklen eingeleitet hat, bereits eingepreist. Ganz anders stehe es um Ethereum, das seinen großen Bruder im kommenden Jahr outperformen soll, wenn es nach JPMorgan geht. Derweil macht sich mit Blick auf die wohl bevorstehende Bitcoin-ETF-Zulassung auch außerhalb des Kryptomarktes Optimismus breit: Ebenfalls Anfang der Woche änderte Google seine Werberichtlinien, um die Vermarktung von Krypto-Fonds institutioneller Anbieter zu ermöglichen. Gespannt, wie sich Bitcoin und Ethereum kurzfristig und in den kommenden Jahren entwickeln? Dann werfen Sie doch mal einen Blick in unser Krypto-Paket!
Mittwoch – Nordamerikanische Zentralbank kündigt Senkungen des Leitzinses an
Am Mittwochabend hat die nordamerikanische Zentralbank bekanntgegeben, den Leitzins nicht weiter zu erhöhen. Die Mitglieder des zuständigen Ausschusses deuteten zudem an, dass man im kommenden Jahr Zinssenkungen von insgesamt 0.75 Prozentpunkten vornehmen wolle. Weitere Anhebungen seien zwar nicht ausgeschlossen, allerdings trage man dem verlangsamten Wirtschaftswachstum und der rückläufigen Inflation Rechnung, indem man die Geldpolitik wieder sukzessive lockere. Jerome Powell, Chef der Federal Reserve, betonte in der Pressekonferenz nach der Verkündung des gleichbleibenden Zinsniveaus, dass man sich nahe dem Höhepunkt der geldpolitischen Straffung befinde und Zinssenkungen näher rückten. Das vorrangige Ziel bleibe jedoch, die Inflationsrate auf zwei Prozent zu reduzieren. Der Leitzins müsse allerdings gesenkt werden, lange bevor diese Marke erreicht sei. Ansonsten laufe man Gefahr, übers Ziel hinauszuschießen und der Wirtschaft die Luft abzuschnüren, da sich die Geldpolitik erst mit Verzögerung auf die Wirtschaft auswirke.
Donnerstag – EU-Kommission verliert Gerichtsverfahren gegen Amazon
Der Europäische Gerichtshof hat eine Klage der EU-Kommission gegen Amazon wegen vermeintlichen Steuerbetrugs abgewiesen. Die Kommission hatte dem Online-Giganten vorgeworfen, zwischen 2006 und 2014 durch unerlaubte Vereinbarungen mit dem Fürstentum Luxemburg Steuern in Höhe von 250 Euro illegal umgangen zu haben. Luxemburg wird seit Jahren dafür kritisiert, Großkonzerne mit Steuerdeals anzulocken. Durch diese Abmachungen habe Amazon die Bemessungsgrundlage der eigenen Steuern kleingerechnet, argumentierte die Kommission – fast drei Viertel des Gewinns in den betroffenen Jahren seien dadurch erst gar nicht besteuert worden. Der Europäische Gerichtshof wies die Klage allerdings wegen eines Formfehlers zurück. Die Begründung: In ihren Vorwürfen habe sich die Kommission fälschlicherweise auf OECD-Richtlinien berufen, die damals in Luxemburg noch nicht gültig waren. Amazon betonte nach dem Urteil selbstbewusst, geltendes Recht einzuhalten. Experten vermuten, dass Amazon dank des Formfehlers mit einem blauen Auge davongekommen ist. Wenn Sie wissen wollen, wie es mit den Wertpapieren von Amazon und anderen Tech-Riesen weitergeht, empfehlen wir unser TECH33-Paket!
Freitag – Neue Petrochemie-Allianz schielt auf DAX-Unternehmen
Aus Unternehmenskreise ist zu vernehmen, dass die Ölkonzerne Adnoc aus Abu Dhabi und die österreichische OMV eine Zusammenlegung ihrer Geschäfte mit Massenkunststoffen beschlossen haben. Die offizielle Verkündung des Deals wird noch am Freitag erwartet. Im Kern geht es um die Fusion der Chemietöchter Borealis (OMV) und Borouge (Adnoc), wodurch ein neuer Petrochemie-Gigant entstehen würde, der mit einem kumulierten Umsatz von 17 Milliarden Euro und einem Marktwert von rund 30 Milliarden Dollar künftig den asiatischen Markt erschließen soll. Sowohl Adnoc als auch die OMV wollen in den kommenden Jahren Geschäftsfelder außerhalb der klassischen Öl- und Gasförderung erschließen. Vorreiter in Sachen Greentech und Kunststoffproduktion ohne fossile Grundstoffe ist das deutsche DAX-Unternehmen Covestro, auf das die neue Petro-Allianz ein Auge geworfen haben soll. Insider rechnen mit einem Angebot von 11.6 Milliarden Euro, also rund 60 Euro pro 1COV-Aktie, die aktuell bei 52 Euro notiert, ein offizielles Übernahmeangebot liege noch nicht vor. Adnoc soll zudem Interesse an der BASF-Tochter Wintershall hegen, um die eigenen Kapazitäten in der Chemie- und Recyclingindustrie auszuweiten. Der erste Schritt hin zu einem weltumspannenden Chemie-Netzwerk ist durch die neue Allianz mit der Wiener OMV getan.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!







