Wochenrückblick 04.12.2023 – 08.12.2023
#Global Markets

Wochenrückblick 04.12.2023 – 08.12.2023

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Simeon Koch

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.

Montag – Letzte Gnadenfrist für Milliardengrab Evergrande

Einst war China Evergrande das wertvollste Immobilienunternehmen der Welt. Heute ist es mit etwa 300 Milliarden Euro Verbindlichkeiten das global am höchsten verschuldete. Im Anschluss an die Bekanntgabe eines Nettoverlusts von 72 Milliarden Euro im Sommer durch Evergrande, gefolgt von der Einreichung eines Insolvenzantrags in den USA, kam es kürzlich zu Ausfällen bei den Zahlungen an internationale Gläubiger. Die Liquidierung der Vermögenswerte im Rahmen eines Insolvenzverfahrens wurde von einem Hong Konger Gericht am Montag vorerst auf Januar 2024 verschoben. Damit bleiben dem wankenden Riesen noch ein paar Wochen, um einen neuen Restrukturierungsplan vorzulegen – bisherige Bemühungen waren ausnahmslos gescheitert.

Dienstag – Streit um fossile Brennstoffe auf Klimagipfel

Für die Abschlusserklärung des Weltklimagipfels, der noch bis zum 12. Dezember in Dubai stattfindet, wurden beim Thema Öl und Gas drei Szenarien ausgearbeitet: In der ersten Option verpflichten sich die 200 Teilnehmerstaaten dazu, einen „gerechten und geordneten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen“ zu forcieren, wobei Industriestaaten früher aussteigen müssten als Entwicklungsländer. Die zweite Möglichkeit verpflichtet etwas vage dazu, „Bemühungen für einen Ausstieg aus reinen fossilen Brennstoffen zu beschleunigen“. Und im dritten Entwurf wird ein Ausstieg gar nicht thematisiert. Die USA machen sich gemeinsam mit der EU für die Abkehr von fossilen Energiequellen stark. Der saudi-arabische Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman entgegnete lapidar, sein Land werde diesen Plänen „absolut nicht“ zustimmen. Große Energiekonzerne würden lieber die Emission von Methan reduzieren, Öl und Gas aber weiterhin nutzen. Jean Paul Prates, Chef des brasilianischen Öl-Konzerns Petrobras, sagte dazu: „Wir sind große Jungs und wir können große Dinge tun“. Eine Einigung auf den ambitioniertesten Entwurf der Abschlussdeklaration scheint ausgeschlossen.

Mittwoch  – Google präsentiert "ChatGPT-Killer"


Nach dem Chaos um OpenAI, den Rausschmiss und die Rückkehr von Sam Altman sowie den Leak der vermeintlichen künstlichen Superintelligenz Q* hat Google am Donnerstag ein AI-Tool präsentiert, das nicht nur ChatGPT, sondern auch seinem deutlich potenteren Nachfolger GPT4 den Rang ablaufen soll. Das Sprachmodell namens Gemini kann laut Google nicht nur Texte generieren, sondern auch Kreativität im Lösen komplexer Fragen entwickeln und dadurch situationsabhängig fundierte Entscheidungen treffen können. Google-Chef Sundar Pichai betonte bei der Vorstellung von Gemini, dass die soziopolitische Veränderung infolge der nahenden KI-Entwicklungen die „tiefgreifendste in unserem Leben“ sein werde – „weitaus größer als die Umstellung auf das Mobiltelefon oder das Internet“. In einer Demonstration zeigte Google, wie Gemini Musiknoten liest und erklärt oder basierend auf dem Foto zweier Wollknäule vorschlägt, ein Stofftier zu stricken. Mit Gemini will Google die Lücke zu Microsoft schließen, das große Anteile an OpenAI hält und damit in Sachen KI enteilt war. Für diejenigen, die bei der Investmententscheidung zwischen Google und Microsoft unschlüssig sind, bietet unser Tech33 Aktien-Paket eine Analyse beider Unternehmen.

Donnerstag – Deutsche Industrieproduktion leidet historisch

Zum ersten Mal seit 2008 ist die Industrieproduktion in Deutschland fünf Monate in Folge gesunken, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. „Nicht nur die energieintensive Industrie verzeichnet Rückgänge, auch die Baubranche wird durch das hohe Zinsniveau und den Fachkräftemangel gebremst“, konstatierte der Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Auch die dünne Auftragslage und das horrende Zinsniveau lassen die Herzkammern der deutschen Wirtschaft flimmern. Laut DIHK ist die industrielle Produktion damit auf den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie gefallen, für zusätzliche Unruhe sorgt die schwelende Haushaltskrise. Glaubt man Ökonomen, ist ein Ende dieser Abwärtsspirale nicht in Sicht. Vielmehr droht Deutschland aufgrund der schwachen konjunkturellen Situation in eine längerfristige Rezession zu rutschen.

Freitag – Amerikanische Börsenaufsicht feilt an Bitcoin-ETFs


Wie die Nachrichtenagentur Reuters Ende dieser Woche berichtete, verhandelt die nordamerikanische Börsenaufsicht mit Antragsstellern von Bitcoin-Spot-ETFs wie etwa Blackrock, Invesco oder ARK Investments hinter verschlossenen Türen über die letzten Details einer Zulassung. Die Vermögensverwalter selbst äußerten sich dazu nicht, Protokolle privater Treffen deuten aber darauf hin, dass inhaltliche Feinheiten auf der Agenda standen, die laut Branchenkennern erst kurz vor dem Launch eines ETFs geklärt werden. Cathie Wood von ARK Investments konstatierte schon vor ein paar Wochen, dass sich die Tonalität der Diskussionen mit der SEC geändert hätten. Seit Längerem beziffern die Bloomberg-ETF-Analysten James Seyffart und Eric Balchunas die Wahrscheinlichkeit für die Zulassung gleich mehrerer Spot-ETFs für die weltgrößte Kryptowährung auf etwa 90 Prozent. Sollte die SEC nach jahrelangem Hin und Her tatsächlich einem Bitcoin-Spot-ETF zustimmen, wird diese Entscheidung für die ersten Januarwochen erwartet. Bis dorthin laufen die Deadlines der frühesten Anträge.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Simeon Koch

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