Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem Wochenrückblick an.
Montag – IT-Chaos
Im Rahmen einer IT-Umstellung sollten Daten und Konten von Postbankkunden in das System des Mutterkonzerns Deutsche Bank übertragen werden, um so bis zu 300€ Millionen jährlich an Kosten einzusparen. Hierbei kam es jedoch zu weitreichenden Komplikationen, in deren Zuge bis zu zwölf Millionen Postbankkunden ihre Konten nicht mehr oder lediglich eingeschränkt erreichen konnten, Unterkonten teils falsch angezeigt sowie Transaktionen nicht ausgeführt wurden. Wie am Montag bekannt wurde, hat die hiesige Finanzaufsicht Bafin deshalb nun einen Sonderbeauftragten zur Deutschen Bank entsandt, der unter anderem sicherstellen soll, „dass das Institut die Einschränkungen im Kundenservice zügig und vollständig beseitigt“.
Dienstag – Ausgliederung
Der nordamerikanische Halbleiterproduzent Intel teilte am Dienstag mit, dass man wohl bereits im kommenden Jahr die Sparte für programmierbare Chips ausgliedern und diese folglich zukünftig als eigenständiges Unternehmen führen möchte. Der Dow30-Konzern, welchen wir übrigens auch in unserem US-Titans-Aktienpaket führen, hatte die Sparte im Jahr 2015 mit dem Kauf des nordamerikanischen Unternehmens Altera übernommen; der damalige Kostenpunkt: $16.7 Milliarden. Programmierbare Chips kommen in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz, beispielsweise bei der Datenverschlüsselung oder 5G-Mobilfunkgeräten.
Mittwoch – Zusammenschluss
Der DAX40-Konzern Continental macht gemeinsame Sache mit dem Münchner Elektromobilitäts-Start-up Deep Drive: Im Zentrum der Allianz soll die Entwicklung eines Antriebssystems stehen, bei dem Bremsen direkt in die Radnaben der Fahrzeuge integriert werden. Im Rahmen einer Finanzierungsrunde hatten sich bereits vor einigen Monaten unter anderem weitere bekannte Automobilzulieferer sowie der Autokonzern BMW an Deep Drive beteiligt. Insgesamt kamen damals rund 15€ Millionen zusammen. Unternehmensaussagen zufolge ist das neue Antriebssystem für Continental „eine ideale Ergänzung“.
Donnerstag – gescheitert
Am Donnerstag verkündete das deutsche Management des nordamerikanischen Automobilkonzerns Ford im Rahmen einer Betriebsversammlung, dass der geplante Verkauf des Werks im saarländischen Saarlouis gescheitert ist; der potenzielle Großinvestor sei abgesprungen. Ford Deutschland-Chef Sander äußerste sich gegenüber dem Handelsblatt wie folgt: „Die Gespräche mit dem Ankerinvestor sind zu einem Ende gekommen und werden nicht fortgeführt“. Das sei natürlich enttäuschend für die Belegschaft. Man wolle dennoch zeitnah Klarheit darüber schaffen, wie es mit dem Standort weitergeht. Die Produktion des Modells Ford Focus läuft im Jahr 2025 aus. Wie viele der rund 4500 Arbeitsplätze darüber hinaus erhalten werden können, ist bislang absolut unklar.
Freitag – $60-Milliarden-Übernahme?
Heute wurde bekannt, dass der nordamerikanische Öl-Gigant ExxonMobil wohl in fortgeschrittenen Verhandlungen hinsichtlich einer Übernahme des texanischen Erdölförderungsunternehmens Pioneer Natural Resources steht. Insgesamt könnte der potenzielle Deal bis zu $60 Milliarden schwer sein. Durch den Kauf möchte Exxon seine Präsenz in einer der profitabelsten Regionen der nordamerikanischen Ölindustrie weiter stärken.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!







